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FEATURED COMPOSERS
Höller, YorkTraumspiel (Dreamplay) (1983) 25'
Sound-poem in 5 parts after Strindberg's play, for soprano, large orchestra, live-electronics and 8-channel tape

Music Text      English
August Strindberg, in der deutschen Übersetzung von Peter Weiss (dt., engl.)

Scoring
3(III=picc).3(III=corA).3(III=bcl).2.dbn-4.3.3.1-timp.perc(5):crot/vib/t.bells/xyl/xylorimba/marimbaphone/cowbells/3cym(hi)/3gongs(hi)/4tam-t(hi)/2bongo/2SD/7tom-t(hi)/TD/BD/6wdbl/maracas/sleigh bells/tamb-harp-pft(=cel)-elec.org(=small EMS synth Aks ad lib)-strings(14.12.10.8.6).
Abbreviations (PDF).

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes der ganzen Welt.

World Premiere
11/18/1983
Palais des Sports, Metz
Susan Roberts, soprano / Orchestre Philharmonique de Liège / Pierre Bartholomée


Composer's Notes  
Das Werk gliedert sich in fünf Teile, die ineinander übergehen:

I. Dialog zwischen Indra und Indras Tochter mit Orchester und 8-Kanal-Tonband
   ("Der Abstieg zur Erde")
II. Zwischenspiel für Orchester (mit Live-Elektronik)
   ("Von der Unerbittlichkeit des irdischen Lebens")
III. Sopran und Orchester (mit Live-Elektronik)
   ("Klanggesang")
IV. Zwischenspiel für Orchester (mit Live-Elektronik)
   ("Meditation und Ostinato über die Wiederkehr des Ewig-Gleichen")
V. Sopran, Orchester und 4-Kanal-Tonband
   ("Der Abschied")

Es gab mehrere Motive für mich, drei größere Passagen aus dem "Traumspiel" von Strindberg meinem Werk zugrunde zu legen. Hier verdichtet sich die ewige Strindberg-Klage über die Unzulänglichkeit des menschlichen Daseins und die in ihm waltenden zerstörerischen Triebkräfte in einer Sprache von großer Schönheit und Eindringlichkeit. Davon fühlte ich mich ebenso angezogen wie von der inneren Beziehung dieses Dramas zur Musik. Strindberg selbst bezeichnete es als eine "Symphonie, polyphon, hier und da als Fuge gestaltet durch Wiederkehr des Hauptmotivs, das wiederholt und variiert wird von den mehr als dreißig Stimmen in allen Tonarten…".

Außerdem stieß ich auf höchst interessante formale Aspekte. So schreibt Strindberg im Vorwort zu diesem Werk über die darin angewandte Traumtechnik: "… Die Grenzen von Raum und Zeit sind aufgehoben; die Wirklichkeit steuert nur eine geringfügige Grundlage bei, auf der die Phantasie weiter schafft und neue Muster webt: ein Gemisch von Erinnerungen, freien Erfindungen, Ungereimtheiten und Improvisationen… Aber ein Bewusstsein steht über allem: das des Träumers. Für dieses gibt es keine Geheimnisse, keine Inkonsequenz, keine Skrupel, kein Gesetz. Es verurteilt nicht, es spricht nicht frei, es berichtet nur. Und da der Traum meist trauriger und selten heiterer Natur ist, geht ein Ton von Wehmut und von Mitleid mit allem, was da lebt, durch die sprunghaft fortschreitende Erzählung."

Diese poetische Traumtechnik habe ich in eine musikalische zu übersetzen versucht: Eine Klanggestalt erfährt ständige, zum Teil extreme Verwandlungen; nur selten erscheint sie vollständig und in ihrer Originalgestalt. Stattdessen hört man überwiegend Gestaltfragmente, Stauchungen, Spreizungen, Ansätze zu Motivbildungen, weiträumige Dehnungen, ostinate Figuren, vertikale Schichtungen einzelner Tongruppen. All diese Prozesse sind nicht etwa gesteuert durch einen vorgefertigten Plan, sondern resultieren aus einer kompositorischen Intention, die zwischen den Antinomien von Freiheit und Strenge zu vermitteln versucht, dabei der Imagination die ihr gebührende Rolle als Führerin überlässt. So ist sie es auch, die stets von neuem veranlasst, über die Ränder der elektronischen Klänge vorzudringen, zu suchen, zu forschen, zu experimentieren. Es wäre schön, wenn man sagen würde, dass ich etwas gefunden habe... Traumspiel ist das zweite Werk innerhalb einer Art Triologie, die mit meinen Schwarzen Halbinseln begonnen hat und ihren Abschluss mit meiner Oper Der Meister und Margarita (nach M. Bulgakow) fand.

Das Werk entstand im Auftrag des französischen Kulturministeriums für das Festival "Rencontres Internationales de Musique Contemporaire" in Metz und ist Ingeborg und Claude Lefebvre gewidmet. Das Tonband wurde im "Centre Européen pour la Recherche Musicale" in Metz realisiert.

Recommended Recording
Karan Armstrong / Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Lothar Zagrosek
Wergo 6515-2






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