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Einojuhani Rautavaara 87jährig gestorben

(July 2016)

RautavararaOndine - Copy.jpg Mit Trauer geben wir den Tod von Einojuhani Rautavaara (1928–2016) bekannt.

Einojuhani Rautavaara starb am 27. Juli 2016 in Helsinki im Alter von 87 Jahren. Er war einer der bekanntesten und angesehensten finnischen Komponisten seiner Generation. Sein weitgespanntes Schaffen umfasst 8 Sinfonien, 7 Opern, Vokal- und Chorwerke, Kammermusik sowie eine Anzahl von Solokonzerten und Orchesterstücken.

Einojuhani Rautavaara wurde 1928 in Helsinki geboren und studierte an der dortigen Hochschule bei Oskar Merikanto (1948–52), an der New Yorker Juilliard School bei Vincent Persichetti (1955–56) und in Tanglewood bei Roger Sessions und Aaron Copland (1955). Internationale Aufmerksamkeit erlangte er erstmals 1955, als das neoklassizistische A Requiem in Our Time für Blechbläser und Schlagzeug den Thor-Johnson-Komponistenwettbewerb in Cincinnati gewann. Er studierte serielles Komponieren und integrierte Zwölftontechniken in seine Musik, ohne den ihm eigenen Romantizismus aufzugeben. So mag beispielsweise die Symphonie Nr. 3 (1961) serielle Verfahren verwenden, doch ist sie auch ein Tribut an die Symphonien Bruckners, samt Wagnertuben, während Rautavaara mit der Symphonie Nr. 4 "Arabescata" (1962) das erste gänzlich serielle finnische Werk schuf.

In den späten 1960er Jahren distanzierte sich Rautavaara vom Serialismus, und sein mystischer Charakterzug rückte in farbenreichen, melodisch ausgreifenden, gleichermaßen zugänglichen wie vielschichtigen Werken stärker in den Vordergrund. Seine Opern kreisten oft um Fragen von Schöpferkraft und Wahnsinn, wie Vincent (1986–87), Aleksis Kivi (1995–96) und Rasputin (2001–03), und seine Symphonien und Konzerte entstanden zunehmend im Auftrag von Orchestern außerhalb seiner Heimat Finland, darunter die Symphonie Nr. 8 "The Journey" (1999) für das Philadelphia Orchestra, ein Harfenkonzert (1999–2000) für das Minnesota Orchestra und ein Klarinettenkonzert (2001–02) für Richard Stoltzman und die National Symphony in Washington.

Zu Rautavaaras Kompositionen der letzten Dekade zählen das Orchesterwerk Tapestry of Life (2007), die Solokonzerte Incantations für den Schlagzeuger Colin Currie (2008), Towards the Horizon für den Cellisten Truls Mork (2008-09) und Summer Thoughts (2008), von der Geigerin Midori auf Tournee gespielt. Seine Missa a cappella (2010–11) erlebte erste Aufführungen in den Niederlanden, Australien, Großbritannien, Schweden und Deutschland, und Into the heart of light (2011), für das Ostrobottnische Kammerorchester komponiert, ging mit dem Scottish Chamber Orchestra 2012 auf Tour. Balada für Chor und Orchester auf Texte von Lorca kam 2015 in Madrid zur Uraufführung. Das letzte Werk, das zu Lebzeiten Rautavaaras uraufgeführt wurde, am 25. Juni 2916 bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen mit dem SWR Vokalensemble Stuttgart unter der Leitung von Marcus Creed, war Orpheus singt, eine Vertonung von Texten Rainer Maria Rilkes für Chor a cappella.

Unsere Gedanken sind mit seinen Angehörigen.



(Photo ©: Ondine Records)

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