Osvaldo Golijov bei Boosey & Hawkes
(July 2009)
Boosey & Hawkes freut sich über einen Neuzugang zu seinem umfangreichen Katalog zeitgenössischer Komponisten: Mit dem soeben geschlossenen Exklusivvertrag verlegt Boosey & Hawkes nunmehr die Werke von Osvaldo Golijov. Dies betrifft Golijovs bisheriges Schaffen ebenso wie die Gesamtheit seiner zukünftigen Werke.Zu den bevorstehenden Projekten gehören u.a. eine Auftragskomposition zu Ehren des bedeutenden Orchestermanagers Henry Fogel – dieses Werk soll in einem Gemeinschaftsprojekt von 35 amerikanischen Orchestern aufgeführt werden –; ein Werk für Emanuel Ax und Golijovs langjährige Förderin Dawn Upshaw; ein Violinkonzert für Leonidas Kavakos im Auftrag des Los Angeles Philharmonic, der Berliner Philharmoniker und des Londoner Barbican Centre; ein neues Werk für das St. Lawrence Streichquartett; schließlich die für 2014 geplante Uraufführung eines Auftragswerkes für die Metropolitan Opera.
Faszinierender Blickwinkel, ungewöhnliche Musik
Osvaldo Golijov ist einer der prominentesten und weltweit meistaufgeführten lebenden Komponisten unserer Zeit. Golijov wurde 1960 in La Plata/Argentinien als Sohn einer jüdischen Familie mit osteuropäischen Wurzeln geboren und wuchs umgeben von klassischer Kammermusik, Synagogal- und Klezmermusik sowie dem "Tango nuevo" Astor Piazzollas auf. Diese so unterschiedlichen Einflüsse charakterisieren Golijovs Werke, und die Originalität seiner Musik hat ihm eine einzigartige Stellung innerhalb des zeitgenössischen Repertoires sowie zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. Seine ungewöhnliche Handschrift kommt besonders in Last Round (1996) zum Ausdruck, das unter dem Eindruck von Piazzollas Tod entstanden ist: Ein doppeltes Streichquartett plus Baß evoziert mit zackigen Rhythmen, Struts und Seufzern das Wesen der argentinischen Bandoneon-Musik.
La Pasión según San Marcos (2000) – eine Schilderung der Markuspassion aus südamerikanischem Blickwinkel, die Golijov anläßlich des 250. Jahrestags von Johann Sebastian Bachs Tod komponierte – wurde von der New York Times als "geniales Jahrtausendwerk" und "großartiger Triumph" gepriesen. 2002 erhielt die CD-Einspielung von der Uraufführung dieses Werkes eine Nominierung sowohl für den GRAMMY als auch für den lateinamerikanischen GRAMMY. 2005 wurde Golijovs "ekstatisch schöner, aber auch radikaler und verwirrender" (Axel Ross, The New Yorker), für Dawn Upshaw komponierter Liederzyklus Ayre (2004) für den GRAMMY nominiert. Ainadamar (2003), Golijovs Oper über das Leben Federico García Lorcas, gewann 2006 den GRAMMY für die beste neue Klassikkomposition und erlebte während der Saison 2007/08 die sensationelle Zahl von über dreißig Aufführungen. Golijovs Wirkung auf den internationalen Konzertbetrieb wurde 2006 offenkundig, als das New Yorker Lincoln Center for the Performing Arts ein "Die Passion des Osvaldo Golijov" benanntes Festival veranstaltete, bei dem seine Werke innerhalb von zwei Monaten mehrfach und vor ausverkauften Sälen aufgeführt wurden. Osvaldo Golijov steht weiterhin bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag, die auch die drei oben erwähnten CDs veröffentlicht hat.
Golijovs Schaffen reicht über herkömmliche Konzertformen hinaus – er komponierte die Soundtracks zu zwei Filmen von Francis Ford Coppola: Jugend ohne Jugend (2007) und Tetro (2009). Dennoch arbeitet er weiterhin mit den weltweit besten Künstlern im Bereich der zeitgenössischen Musik zusammen. Zu seinen jüngsten Werken gehören u.a. das für Yo-Yo Ma und das Boston Symphony Orchestra entstandene Cellokonzert Azul (2006), die vom Silk Road Ensemble und dem Chicago Symphony Orchestra uraufgeführte Komposition Rose of the Winds (2007) sowie She Was Here (2008), ein Werk nach Liedern von Schubert, das von Dawn Upshaw und dem St. Paul Chamber Orchestra aus der Taufe gehoben wurde. Golijov ist zur Zeit "Composer in residence" beim Chicago Symphony Orchestra – zusammen mit Mark-Anthony Turnage, der seit 2002 gleichfalls bei Boosey & Hawkes seine künstlerische Heimat hat.
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website unter www.boosey.de/Golijov.
Photo: Osvaldo Golijov (© John Sann / Deutsche Grammophon)
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