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Neuausgabe der Erinnerungen von Simon Laks

(July 2014)

Soeben in neuer Ausgabe erschienen:

Simon Laks:
MUSIK IN AUSCHWITZ
Aus dem Polnischen von Mirka und Karlheinz Machel
Durchgesehene und erweiterte Neuausgabe
Hg. von Frank Harders-Wuthenow und Elisabeth Hufnagel
Mit Nachworten von André Laks und Frank Harders-Wuthenow
ISBN 978-3-7931-4082-5
Boosey & Hawkes Bote & Bock, Berlin 2014
170 Seiten, Hardcover, EUR 29,95
mit Begleit-CD mit Kompositionen von Simon Laks

Erhältlich u.a. bei Amazon oder im Schott-Onlineshop.


SIMON LAKS (1901–1983), ein polnischer, seit 1926 in Frankreich lebender Komponist jüdischer Abstammung, überlebte Auschwitz zunächst als Mitglied, dann als Leiter des Männerorchesters in Birkenau. Seine ergreifenden Erinnerungen erschienen erstmals 1948, dann 1979 in überarbeiteter Fassung. Laks’ Buch, das nüchternen Tatsachenbericht mit philosophischer Reflektion vereint, gehört nicht nur zu den wichtigsten Werken über die Rolle der Musik in der Vernichtungsmaschinerie der musikliebenden Nationalsozialisten; als bewegende Studie über das Verhalten von Menschen in Extremsituationen findet es seine Leserschaft weit über die Grenzen des Fachpublikums hinaus.

Die seit längerem vergriffene deutsche Übersetzung von 1998 wird mit dieser durchgesehenen und erweiterten Neuausgabe wieder zugänglich gemacht. Nachworte seines Sohnes, des Philosophen André Laks, und des Musikwissenschaftlers Frank Harders-Wuthenow würdigen Laks nicht nur als einen bedeutenden Zeitzeugen, sondern auch als einen wunderbaren Musiker, dessen Oeuvre zunehmend Beachtung im internationalen Musikleben findet.

Eine Begleit-CD mit Neuaufnahmen aus den letzten Jahren und Produktionen aus dem Archiv des Polnischen Rundfunks geben Einblick in das Schaffen eines brillanten, der École de Paris nahestehenden Komponisten, in dessen Werk französischer Esprit mit slawischer Innerlichkeit zu einem originellen und universellen Personalstil verschmelzen – und dem mit seiner einzigen Oper L’Hirondelle inattendue („Die unerwartete Schwalbe") das Unmögliche gelang, nach Auschwitz eine heitere Oper zu komponieren, ein Hymnus auf die Unsterblichkeit der Musik.

*

BEGLEIT-CD mit Auszügen aus der Cellosonate (1932), den Trois pièces de concert für Violine und Klavier (1934), der Sinfonietta für Streichorchester (1936), dem Klavierquintett (1945/67), der Oper L’Hirondelle inattendue (1965), dem Divertimento für Flöte, Violine, Cello und Klavier (1966) sowie Liedern mit Klavier- und Orchesterbegleitung.

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Biographie Simon Laks

Simon (poln. Szymon) Laks (geb. 1. November 1901) studierte Mathematik in Vilnius, ab 1921 Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition am Konservatorium seiner Geburtsstadt Warschau. 1926 verließ er Polen und setzte seine Studien am Pariser Conservatoire bei Pierre Vidal und Henri Rabaud fort. Er engagierte sich in Paris in der „Association des Jeunes Musiciens Polonais", einer der École de Paris nahestehenden, u.a. von Artur Rubinstein, Alexandre Tansman, Leopold Stokowski, Maurice Ravel, Karol Szymanowski und Nadia Boulanger geförderten Vereinigung junger polnischer Musiker. Zu seinen ersten Werken, die aufgeführt und z.T. ausgezeichnet wurden, gehören der Blues symphonique, ein Bläserquintett, das Streichquartett Nr.2 (alle heute verschollen) und die von Maurice Maréchal und Vlado Perlemuter uraufgeführte Cellosonate. Eng arbeitete Laks mit der legendären polnischen Sängerin Tola Korian zusammen, für die er zahlreiche Lieder schrieb. 1941 wurde er aufgrund seiner jüdischen Abstammung verhaftet und im Lager Beaune-la-Rolande nahe Orléans interniert, bis zur Deportation nach Auschwitz II-Birkenau im Juli 1942. Laks, der mehrere Instrumente spielte und zahlreiche Sprachen beherrschte, überlebte das Lager als Mitglied, Arrangeur und schließlich Leiter des dortigen Männer-Orchesters. 1948 veröffentlichte er ein Buch über sein Überleben und die Rolle der Musik in der deutschen Vernichtungsmaschinerie (Musiques d’un autre monde, 1979 rev. als Jeux Auschwitziens, in deutscher Übersetzung 1997 und erneut 2014 unter dem Titel Musik in Auschwitz). Nach der Befreiung im Frühjahr 1945 kehrte er nach Paris zurück und nahm seine kompositorische Tätigkeit wieder auf. In den folgenden Jahren entstanden Kammermusikwerke (ausgezeichnet bei wichtigen europäischen Wettbewerben), Lieder, symphonische Werk und die Oper L’Hirondelle inattendue. In einigen nach dem Krieg entstandenen Kompositionen setzte er sich mit der zerstörten polnischen und polnisch-jüdischen Kultur auseinander, in Liedern, aber auch in Kammermusikwerken wie dem unmittelbar nach der Befreiung entstandenen 3. Streichquartett „auf polnische Volksliedmelodien", das er 1967 nach der Begegnung mit Wladyslaw Szpilman und dessen Warschauer Klavierquintett zum Klavierquintett umarbeitet. Unter dem Schock des Sechs-Tage-Krieges 1967 und der Pogromstimmung in Polen 1968, die durch die kommunistische Führung angeheizt wurde und zur Emigration tausender polnischer Bürger jüdischer Abstammung führte, gab er nach das Komponieren auf und arbeitete bis zu seinem Tod am 11. Dezember 1983 als Übersetzer und Publizist.

Für weitere Informationen und Aktuelles siehe www.boosey.com/Laks.





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