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Mit gleich drei neuen Musiktheater-Werken tritt die komponierende Weltbürgerin in der Spielzeit 2019/20 an die Öffentlichkeit und beweist damit ihr Herz und ihr besonderes Händchen für junges Publikum.

Als der reiche Kröterich in die weite Welt aufbricht, verlockt von Reiselust und seiner unbezähmbaren Leidenschaft für immer schnellere Fortbewegungsmittel, da ahnt er nicht, dass ihm statt lustiger Abenteuer allerlei Ungemach bevorsteht: Die fiesen wilden Wiesel besetzen sein verwaistes Schloss Krötenhall, und der Kröterich selbst landet im Gefängnis der Menschen, von wo er nur mit Mühe und dank der Hilfe seiner Freunde entkommen kann ...
Mit Der Wind in den Weiden schuf Kenneth Grahame einen literarischen Klassiker. Seit das Buch 1908 erschien, sind Grahames sympathische, allzu menschlich veranlagte Tier-Typen die unvergesslichen Gefährten vieler Generationen von Kindern in aller Welt. Neben dem großspurigen Kröterich zählen dazu die beherzte Wasserratte, der scheue, aber im Ernstfall über sich hinauswachsende Maulwurf und der weise, nur mitunter etwas mürrische Dachs.
Für den Erfolg, auch bei einem erwachsenen Publikum, war aber noch etwas anderes entscheidend: die poetischen Schilderungen vom Leben am Fluss und im Wald im Wechsel der Jahreszeiten sowie die Naturmystik, die in der Erscheinung des Gottes Pan als „Pfeifer an der Pforte der Dämmerung“ gipfelt. Bearbeitungen für Theater und Film, von denen es schon einige gibt, blenden diese Seite des Buches meist aus. Wie A. A. Milne, der Erfinder von Puh dem Bären, 1929 im Vorwort zu seiner Bühnenfassung, der allerersten, vom Wind in den Weiden schreibt: „Im Buch gibt es sowohl Schönheit als auch Komik, aber der Schönheit muss es vorbehalten bleiben, dort, im Buch, zu erblühen.“ Bei allem Respekt für Mr. Milne: Welche Gattung könnte besser das Schöne und das Komische miteinander vereinen als die Oper?
Insofern erstaunt es fast, dass Der Wind in den Weiden bis heute noch nie für die Opernbühne adaptiert wurde. Elena Kats-Chernin hat es nun getan, und welche Komponistin wäre dafür so prädestiniert wie sie – mit ihrer Tonsprache, die sowohl von Burleske und Drastik als auch von Mystik und Poesie durchdrungen ist?
Im Auftrag des Staatstheaters Kassel entstand nun Kats-Chernins Fassung für sechs erwachsene Sänger*innen, Kinderchor und Kammerorchester. Das Libretto schrieb Jens Luckwaldt, zum Inszenierungsteam zählen Sonja Trebes (Regie), Nanette Zimmermann (Bühne) und Anna Kusmenko (Kostüme). Uraufführung ist am 19.06.2020 im Kasseler Schauspielhaus.

Für die Komische Oper Berlin übernahm Elena Kats-Chernin bereits die Herkulesaufgabe, zum Start der Intendanz Barrie Koskys allen drei Monteverdi-Opern ein modernes Klanggewand anzupassen, und mit ihrer Kinderoper Schneewittchen und die 77 Zwerge schuf sie 2015 für das Haus einen Renner, der drei Spielzeiten lang das junge Publikum begeisterte. Mit ihrer Librettistin Susanne Felicitas Wolf schrieb sie nun ein neues Stück, das in der bevorstehenden Spielzeit an der Komischen Oper auf die Bühne kommt: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, nach dem Kinderbuch von Michael Ende, auch als TV-Adaption der Augsburger Puppenkiste ein Klassiker und nun erstmals in eine Oper verwandelt.
Weil die winzige Insel Lummerland für all ihre Bewohner zu klein zu werden droht, machen sich Lukas und sein Zögling, das Findelkind Jim, über Nacht auf in die weite Welt. In der Wüste, am Hof des Kaisers von China und im Land der Drachen bestehen sie allerhand Abenteuer, und am Ende kommen sie sogar Jims Herkunft auf die Spur. Immer mit von der Partie: Lukas’ empfindsame, wenn es drauf ankommt erstaunlich mutige kleine Lokomotive Emma.
Für die Uraufführungsproduktion der Komischen Oper, die am 03.11.2019 Premiere hat, zeichnen wie schon bei Schneewittchen und die 77 Zwerge der Regisseur Christian von Götz und der Bühnenbildner Lukas Noll verantwortlich, dazu für die Kostüme Alfred Mayerhofer sowie für die musikalische Leitung Ivo Hentschel. So wie in Der Wind in den Weiden tritt auch hier neben erwachsenen Sänger*innen der Kinderchor in Aktion, und begleitet vom Orchester folgen beide Werke dem Bestreben, der ganzen Familie ein vollgültiges Opernerlebnis auf der mittelgroßen bis großen Bühne zu präsentieren.

Für ein kleineres Format konzipiert ist das dritte der Werke für junges Publikum, an dem Elena Kats-Chernin aktuell arbeitet: Zur Uraufführung im Januar 2020 entsteht im Auftrag der Philharmonie Luxemburg das ca. 50-minütige Kindermusiktheater Die Geschichte von Valemon, dem Eisbär­könig für Erzähler*in, Sopran, Bariton und fünf Instrumente nach einem norwegischen Märchen. Librettistin ist auch hier Susanne Felicitas Wolf, es inszeniert Anna Katharina Bernreitner.
Ähnlich wie in Jim Knopf entspinnt sich auch hier die Handlung als Abenteuerreise, allerdings nach Art von Ritterromanen durch das Motiv der Liebestreue motiviert. Doch diese „Quest“ steht unter umgekehrten Vorzeichen: Nicht ein Mann oder Junge, sondern eine Bauerstochter macht sich hier auf, um ihren Prinzen aus dem Schloss der Trolle zu befreien. Dieses befindet sich „östlich von der Sonne und westlich vom Mond“ und muss erst einmal entdeckt werden. Die eigentliche Aufgabe für die Heldin besteht darin, den Fluch zu lösen, der ihren Liebsten in eine Ehe mit der bösen Trollprinzessin zwingt und ihm obendrein bei Tage die bedrohliche Gestalt eines Eisbären verleiht.

>  Further information on Performance: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

>  Further information on Work: Der Wind in den Weiden

Photo: Elena Kats-Chernin (© Bruria Hammer)

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