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Pressestimmen zu Grubers Opern-UA in Bregenz

(July 2014)

HK GRUBER:
Geschichten aus dem Wiener Wald
Opera in drei Akten
Libretto von Michael Sturminger, nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth


Uraufführung am 23.07.2014 im Festspielhaus Bregenz
Inszenierung: Michael Sturminger
Dirigent: HK Gruber
Bühne & Kostüme: Renate Martin & Andreas Donhauser
Ensemble: Eerens, Schmutzhard, Schneider, Kirchschlager, Pesendorfer, Vondung, Silja u.a. / Ensemble Nova / Wiener Symphoniker

Pressestimmen:

Eine Buffa sollte es sein. Das ist sie indessen ganz sicher nicht. In ihren schönsten Momenten ist sie ein bittersüßes, trauriges Singstück. Das Nebellied vom Mädel in der Wachau ist darum ein treffend-trefflicher Beginn, einer, der den wehen, scheuen Tonfall anschlägt, mit dem diese "Geschichten aus dem Wiener Wald" am meisten punkten: poetisch geradezu, mit viel Empfindung. Es ist, als leide der Komponist mit ...
Der Regisseur Michael Sturminger richtete die Vorlage als Libretto ein – Kürzungen: ja; Änderungen: nein, kein Komma. Das Sympathische am Komponisten Gruber: Er behelligt den Text nicht. Er setzt ihn nicht "unter Musik" ... Er selbst sorgt am Pult der Wiener Symphoniker für eine optimale Ur-Wiedergabe. Das Ensemble ist typgerecht und prominent bestückt ... Schier endloser Beifall.
(Heinz W. Koch, Badische Zeitung, 25.07.2014)

Einem Komponisten wie HK Gruber, dem der Schalk im Nacken sitzt ... muss Horvaths musikgetränktes und böses Stück als Steilvorlage erscheinen – und es mag eher erstaunen, dass er, Jahrgang 1943, sich erst jetzt an "seinen" Stoff herangemacht hat. Und der Tausendsassa und Freak im Revier der neuen Musik enttäuscht nicht im virtuosen Umgang mit dem klingenden Wiener Jargon. Allenfalls überrascht, wie weit er die Anklänge an den Wiener Walzer und die Operettenmelodie stilisiert, dass vom Donauwalzer nur Tupfer bleiben und dass er lieber eine eigene volkstümliche Melodie erfindet, statt das "Lied von der Wachau" zu zitieren ... Aus Horvaths Stück ist eine richtige, große "Oper" geworden – musikalisch farbig, vielfältig, expressiv und auch klangmalerisch reizvoll bis zur witzigen Miniatur des Schellackplattengeräuschs. Und das heißt auch, die Aufführung ist eine fulminante, herausfordernde und bravourös gemeisterte Aufgabe für das vielköpfige Ensemble und die Wiener Symphoniker unter der Leitung des Komponisten ...
Es gehört auch zum bemerkenswerten bis irritierenden Charakter von Grubers Musik, dass man sie irgendwie alle mag, die reife, desillusionierte und erotisch unkomplizierte Kioskbesitzerin Valerie ohnehin, eine schöne Partie für die souveräne Angelika Kirchschlager. Den Vater Mariannes macht Alfred Pesendorfer in seiner jovialen und verstockt-brummigen Art zur Mitleidsfigur. Und dem Playboy Albert gibt Daniel Schmutzhand den sympathischen Zug, wenigstens unverschämt ehrlich zu seinem Zynismus zu stehen ...
(Herbert Büttiker, Der Landbote, 26.07.2014)

Das Wienerische kommt auf der Bühne von Renate Martin und Andreas Donhauser mit Ansichten der Donaulandschaft und der städtischen Skyline zum Ausdruck; bigott zeigt es sich in der Beichtszene und dem darauffolgenden Gang ins "Maxim", wo sich die Regie stärkere optische Akzente erlaubt. Gruber selbst verwendet es haushälterisch. Nur selten schnulzt eine Geige, und die Walzerelemente sind oft fragmentiert, so dass sie eher an Ravels "La Valse" gemahnen als an Johann Strauß. Im letzten Bild, in das Gruber mit dramatischem Blech und Schlagwerk einführt, steigert sich die junge belgische Sopranistin Ilse Eerens als Marianne zur Tragödin.
(Jürg Huber, Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2014)

Zum Eröffnungstag der diesjährigen Bregenzer Festspiele gab es eine Uraufführung besonderer Qualität: Heinz Karl Gruber komponierte nach Ödön von Horvaths Drama "Geschichten aus dem Wienerwald" eine Oper, die es schaffen könnte, die Spielpläne der Opernhäuser zu bereichern, nicht als Alibiwerk für die Abteilung "zeitgenössische Musik". Das Stück ist bekannt, es bedurfte vielleicht nicht der Vertonung, diese Fassung ist aber der traditionellen Fassung zumindest ebenbürtig. Gruber schrieb Musik, die streckenweise den Rosenkavalier ahnen ließ, typisch wienerische Klänge schuf, dann aber auch packende und dramatische Musik hören ließ. Ein bisschen Filmmusik, ein bisschen Musical, aber immer sehr professionell gestaltete er die Begleitung stets passend ...
Natürlich ist es von Vorteil, wenn der Komponist selbst am Pult steht und seine Intentionen direkt weitergeben kann, das war auch ein weiterer Pluspunkt dieser Aufführung. Auf der Bühne stand ein sehr ausgeglichenes Ensemble, aus dem zwei Sänger besonders hervorstachen: Ilse Eerens als Marianne bot eine hervorragende Leistung, ihr eigentlich eher lyrisch anmutender Sopran konnte auch die dramatischen Szenen bestens bewältigen. Jörg Schneider als Oskar ließ keinen Wunsch offen, glasklare Höhe, Ausdruckskraft und Durchhaltevermögen waren beeindruckend.
(Johannes Marksteiner, Online-Merker, 24.07.2014)

Gruber überstülpt den starken und fesselnden Worten mit seiner Musik nichts, was ihre Wirkung schmälern würde. Im Gegenteil, wenn die ausnahmslos hervorragenden Solisten singen oder deklamieren, ist die Musik fast immer ins Piano zurückgenommen. Jedem Wort kann man folgen, ohne dass man auf die Übertitelungsanlagen starren muss. Grubers Musik ist eingängig, zeigt – wie immer – keine Angst vor der Grenze zur "Populärmusik" oder zum Jazz. Deshalb darf man nicht rund zweieinhalb Stunden Wohlklang erwarten. Gruber leuchtet Horváths/Sturmingers Text sehr genau aus, landet immer wieder im Atonalen, weil sich die kleinen Katastrophen bis zum finalen Coup aneinanderreihen. Er verzichtet darauf, die von Horváth erwähnten Werke von Johann Strauß & Co oder das "Lied von der Wachau" zu zitieren. Stattdessen hat er ein neues komponiert, bei dessen Klängen die Marianne durch dichten Nebel auf der leeren Bühne nach vorne schreitet. Kein Herz erfreuendes Volkslied, dafür eines, dass immer wieder das böse Ende vorahnen lässt ...
Sturminger erzählt die "Geschichten aus dem Wiener Wald" als zeitlos gültiges Werk. Auf unnötiges Beiwerk verzichtet er und lässt stattdessen die Protagonisten minutiös geführt miteinander agieren. Das ist genauso fesselnd wie die Musik.
(Oliver Schneider, Drehpunkt Kultur, 24.07.2014)

Was hätte Weill aus Strauß’ zuckersüßer Zither gemacht? Gruber gibt sie Horváths kindsmörderischer Großmutter in die Hand. Sie klimpert auf dem Instrument, während sie ihren Sohn Alfred manipuliert, die Mutter seines Kindes zu verlassen. Anja Silja in dieser Rolle ist von köstlicher Bosheit, drastisch und unausweichlich, Küsterin und Herodias in einem ...
"Geschichten aus dem Wiener Wald" sind nicht der überschwängliche Slapstick von Grubers berühmtem "Frankenstein". Sie sind das Gegenteil von Verdis "Falstaff", ein ernstes Werk am Ende einer langen Karriere der Heiterkeit. Michael Sturmingers Libretto folgt eng Horváths Stück. Gruber beschreibt sich selbst als Mitglied der "dritten Wiener Schule", augenscheinlich ein Anschlag auf die ernsthafteren Werke seiner Vorfahren. Aber unter der Satire lag schon immer eine Schicht genuinen Respekts. Was Gruber der zweiten Wiener Schule verdankt, war nie deutlicher zu hören als hier. "Geschichten aus dem Wiener Wald" liegt dicht bei "Lulu" and "Wozzeck" ...
So gut die Sänger waren, beeindruckte doch Grubers gewandte Instrumentation am meisten. Eine solide Darbietung der Wiener Symphoniker brachte seine klugen Farben, drolligen Reverenzen und seinen feinen Sinn für Balance in vollem Umfang zur Geltung. "Geschichten aus dem Wiener Wald" ist handwerklich hervorragend, gewichtig und wortreich. Horváths Geschichte ist eine zeitlose Satire auf Klatsch und Heuchelei, und Gruber ist ein würdiger Ersatz für Weill.
(Shirley Apthorpe, FInancial Times, 24.07.2014)


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Szenenfoto: © Bregenzer Festspiele/ Karl Forster

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