KOMPONIST IM PORTRÄT

Steve Reich erhält den Pulitzerpreis 2009

(May 2009)

Steve Reich hat erstmalig den Pulitzerpreis gewonnen – mit seinem aus dem Jahr 2007 stammenden Stück Double Sextet. Das 22-minütige Auftragswerk des Sextetts eighth blackbird wurde am 26. März 2008 am Modlin Center for the Arts der Universität Richmond in Virginia uraufgeführt. Das für je zwei Flöten, Klarinetten, Vibraphone, Klaviere, Violinen und Celli angelegte Werk kann auf zweierlei Weise gespielt werden, entweder mit zwölf Musikern oder mit sechs, die einen Part vorher aufnehmen und dann mit der Aufnahme zusammenspielen.

Seit der Uraufführung hat eighth blackbird das Stück in zahlreichen amerikanischen Städten gespielt, darunter Ann Arbor, San Francisco, New York City, Washington DC, Chicago, Easton (Pennsylvania), Cincinnati, Orange County (Kalifornien), St. Cloud (Minnesota), Tallahassee, Kennesaw (Georgia) und Los Angeles. Außerhalb der Vereinigten Staaten brachte das Ensemble das Werk in Rotterdam, Liverpool, Melbourne und Berlin zu Gehör.

Die nächste Aufführung von Double Sextet findet am 14. Juni 2009 beim Ojai Music Festival durch eighth blackbird and friends statt.

Reich selber erklärte zu der Verleihung: „Es war eine vollkommen unerwartete Überraschung. Ich denke, Double Sextet ist auf jeden Fall eines meiner besten Stücke, und ich freue mich, dass die Jury des Pulitzerpreises das genauso gesehen hat.“

Klicken Sie HIER, um einen Ausschnitt der Live-Aufführung von Double Sextet von eighth blackbird und dem Oberlin Contemporary Music Ensemble zu hören.

Unter den Attributen, mit denen Steve Reich bedacht wurde, finden sich Beschreibungen wie „Amerikas größter lebender Komponist” (The Village VOICE), „der originellste musikalische Denker unserer Zeit“ (The New Yorker) und „einer der größten Komponisten des Jahrhunderts“ (The New York Times). Der Guardian schrieb: „Es gibt nur eine Handvoll lebender Komponisten, die mit Recht von sich behaupten zu können, den Lauf der Musikgeschichte geändert zu haben, und Steve Reich ist einer von ihnen.“

Seine Musik, die für ihren stetigen Puls, die Wiederholungen und die Faszination für Kanons bekannt ist, hat Komponisten und Popmusiker auf der ganzen Welt beeinflusst. In ihr verbinden sich strenge Strukturen mit treibender Rhythmik und betörenden Klangfarben. Auch nimmt Reich in seinen Werken Strukturen und Harmonieren traditioneller, nichtwestlicher Musik auf (vor allem Jazz). Zu den Formen, denen er sich ausführlicher gewidmet hat, gehören das balinesische Gamelan, afrikanische Trommelmusik (an der Universität Ghana) und traditionelle Gesänge auf hebräische Schriften.

Sowohl Different Trains als auch Music for 18 Musicians brachten ihm Grammys ein, und seine „dokumentarischen Video-Opern“ The Cave und Three Tales, beide in Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Beryl Korot entstanden, haben die Grenzen des Mediums Oper erweitert und sind geeignet, den Weg für künftige Entwicklungen der Oper zu bahnen.

Steve Reich hat einen Exklusiv-Aufnahmevertrag mit Nonesuch Records. Seine Werke erscheinen im Verlag von Boosey & Hawkes.


> Weitere Informationen zur Aufführung: Double Sextet
> Weitere Informationen zum Werk: Double Sextet

Photo: Steve Reich (© Jeffrey Herman)

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