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Turnages gruslige Kinderoper Coraline

(March 2018)

TurnageCoralineROHNews.jpg Für seine Kinderoper wählte Mark-Anthony Turnage mit Coraline ein klassisches Sujet in neuer Gestalt...

Neverland, Oz, Narnia – fremdartig-lockend wie ihre Namen, so sind sie auch selbst: die berühmten, von Literaten er­dachten Fantasiereiche, die allesamt schon auf der Sprech- und Musik-Theaterbühne Gestalt angenommen haben. Wunder gilt es dort zu erkunden, Rätsel zu lösen und Schrecknisse zu bestehen. So manches Mal waren es insbesondere Mädchen, die in diese Welten hinein stolperten, stürzten, flogen oder mutig eintraten: Wendy Darling, Dorothy Gale, Lucy Pevensie und natürlich, als „Urahnin" von ihnen allen, Alice im Wunderland.

Eine ihrer jüngsten Schwestern heißt Coraline. Erfunden hat sie der britische Autor Neil Gaiman. Seine Heldin erlangte seit der Buchpublikation 2002 (links einer Illustrationen von Chris Riddell) große internationale Beliebtheit, die sich auch in Adaptionen als Comic, Kinofilm, Musical und Videospiel widerspiegelt. Und nun erklimmt Coraline auch die Opernbühne.

Drachen, Faune, sprechende Riesenraupen – nichts derart Ausgefallenes ist es, was Coraline hinter einer verschlossenen Tür ihres neuen Zuhauses entdeckt. Jedenfalls zunächst. Es ist schlicht und einfach dieselbe Wohnung noch einmal. Aus der Küche duftet es lecker, eine fremde Frau steht am Herd: „Es gibt gleich Mittagessen, Coraline." „Wer bist du", fragt Coraline. „Ich bin Deine andere Mutter", sagt die Frau ... Coraline verspürt wohl Lust, in der Anderswelt zu bleiben. Dort ist alles interessanter, es gibt lebendiges Spielzeug, lustige Nachbarn, und auch die neuen Eltern entsprechen Coralines Vorstellungen viel besser als ihre echten. Wenn sie nur nicht Knöpfe statt Augen hätten! Und der Preis für den Verbleib in der Anderswelt, so erfährt Coraline, lautet: Sie selbst müsse sich Knöpfe ins Gesicht nähen lassen!

Mark-Anthony Turnage wählte Coraline als Stoff seiner Oper für junges Publikum, die am 27.03.2018 in London uraufgeführt wird. Turnages voriges Bühnenwerk hatte ein ganz und gar nicht jugendfreies Sujet: Anna Nicole erzählte mit reichlich Sex und Drugs die Lebensgeschichte des berühmten Supermodels Anna Nicole Smith nach und bescherte 2011 der Royal Opera einen Riesenerfolg. Nun gab das Haus den Kompositionsauftrag für Coraline, zusammen mit vier weiteren Bühnen. Zu ihnen zählt das Theater Freiburg – es übernimmt im Juni die Londoner Produktion in der Regie von Aletta Collins; die musikalische Leitung dieser deutsche Erstaufführung hat dann Fabrice Bollon.

Dämonen lauern gern in unserer nächsten Nähe, erfährt Coraline. Aber auch, dass man sie mit Mut und Klugheit bezwingen kann.


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Abb.: Royal Opera House

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