UA von Glanerts Solaris
(June 2012)
Die diesjährigen Bregenzer Festspiele präsentieren am 18.07.2012 die Uraufführung von Detlev Glanerts Oper Solaris.Das bereits zehnte abendfüllende Bühnenwerk des Komponisten beruht auf dem Romanklassiker von Stanislaw Lem, als Libretto gestaltet von Reinhard Palm, und kreist um Fragen von Erinnerung, Bewußtsein und Schuld. Wie in der literarischen Vorlage wird der Psychologe Kris Kelvin zur Raumstation auf dem Planeten Solaris entsandt. Dort gehen seltsame Dinge vor. Es stellt sich heraus, daß Erinnerungen und verborgene Wünsche der Raumfahrer Gestalt annehmen – offenbar durch die Kräfte des den Planeten bedeckenden ‚denkenden‘ Ozeans. Kelvin selbst begegnet einer Manifestation seiner ehemaligen Geliebten Harey und wird ein zweites Mal schuldig an ihrem Selbstmord.
Der Komponist sieht Parallelen zwischen den mimetischen Fähigkeiten des intelligenten Planeten und denen der Gattung Oper, und er umreißt die Idee seines Stücks folgendermaßen: „Oper hat zwar im Gegensatz zum Film ein nur begrenztes optisches Material zur Verfügung, ist aber in der Lage, sehr tief in eine Gefühlsebene einzudringen. So tief, wie das dem Film immer nur temporär gelingen kann. Es handelt sich bei diesem Stoff um eine poetische und philosophische Abhandlung über unsere (Un)fähigkeit zu kommunizieren – und über die Tatsache, daß wir als Menschen das Fremde, das ‚Außer-
uns-Liegende‘ immer nur mit den Kriterien beurteilen können, die in uns selbst verankert sind. In der Geschichte von Solaris findet sich aber auch die Erkenntnis, daß wir Menschen gänzlich allein sind im Weltraum, daß wir uns zwar einen Gott als Hilfe vor Angst und Alleinsein geschaffen haben, daß wir aber unser Leben ganz alleine und selbstverantwortlich führen müssen.“ Die neue Oper (deren Uraufführungs-Produktion ab Mai 2013 auch im Haus des Co-Auftraggebers, der Komischen Oper Berlin, zu sehen sein wird) ist in Bregenz Teil eines Programm-Schwerpunktes mit Werken Glanerts:
Solaris (2010–12)
Oper in zwei Teilen, Libretto von Reinhard Palm nach dem Roman von Stanislaw Lem
18., 22. & 25.07.2012 Festspielhaus Bregenz
Inszenierung: Moshe Leiser & Patrice Caurier
Musikalische Leitung: Markus Stenz
Bühne: Christian Fenouillat
Kostüme: Agostino Cavalca
Wiener Symphoniker / Prager Philharmonischer Chor / Dietrich Henschel, Olga Pasichnyk, Kor-Jan Dusseljee u.a.
Theatrum bestiarum (2004–05)
Lieder und Tänze für großes Orchester
12.08.2012 Festspielhaus Bregenz (ÖEA)
Symphonieorchester Vorarlberg / Gérard Korsten
Nijinskys Tagebuch (2007–08)
für zwei Sänger, zwei Schauspieler, zwei Tänzer und Instrumente
04./07.08.2012 Theater am Kornmarkt, Bregenz
Inszenierung: Rosamund Gilmore
Musikalische Leitung: Ingo Ingensand
Ausstattung: Nicola Reichert
Bruckner Orchester Linz
Produktion des Landestheaters Linz (Premiere dort am 09.04.2012 als österreichische Erstaufführung)
Einsamkeit (Schubert/Glanert, arr.2009)
für Sopran und Orchester
23.07.2012 Festspielhaus Bregenz
Gisela Stille, Sopran / Wiener Symphoniker / Markus Stenz
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Plakatmotiv: Bregenzer Festspiele
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