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„The Enigma of Modern Music arrives“. So titelt die Zeitschrift Musical America, als Arnold Schönberg 1933 in New York ankommt – als einer der ersten Künstler in der Exoduswelle aus Nazi-Deutschland. Auch in Boston machte Schönberg Station, und im Auftrag der Boston Lyric Opera entstand nun Tod Machovers Schoenberg in Hollywood.

Machover überblendet Schönbergs neues Leben in den USA mit seinen Erinnerungen an das alte Europa: die Anfänge in Wien, die Frage nach der jüdischen Identität, Skandale und Erfolge – vor allem aber die kompromisslose Suche nach der eigenen künstlerischen Sprache. „Schönbergs Reise ist für mich eine der großen Stories unserer Zeit“, sagt Tod Machover. Ausgangspunkt seiner mit dem Librettisten Simon Robson geschriebenen 90-minütigen Kammeroper ist die (wahre) Geschichte der Begegnung zwischen Schönberg und dem mächtigen MGM-Produzenten Irving G. Thalberg, der ihm den Soundtrack zum Blockbuster Die gute Erde anbietet. Und weil das skurrile Treffen tatsächlich von Harpo Marx vermittelt wird, kommen auch humoristische Aspekte nicht zu kurz.

Tod Machover trat in den letzten Jahren mit „Stadtsinfonien“ u. a. für das Lucerne Festival hervor, die in partizipativen Projekten mit eigens entwickelten Apps arbeiteten. Als Professor am renommierten MIT Media Lab in Massachussetts ist Machover stets auf der Höhe der digitalen Zeit. Für Schoenberg in Hollywood bringt er Reminiszenzen an Hollywoods klassische Welten vom Stummfilm bis zum Film Noir in computergenerierten Bildern ein. Als Komponist will Tod Machover Anspruch und Entertainment verbinden – und nicht zuletzt einem neuen Publikum Schönbergs überragende Bedeutung als Pionier der Kunst bewusst machen: „Ich hoffe, dass die Zuschauer mit Spannung herausgefordert und gepackt werden, aber auch, dass sie mit einigen Melodien auf den Lippen nach Hause gehen – manche von ihnen zwölftönig.“ Das hätte Schönberg wohl gefallen, wünschte er sich schließlich noch 1947, „dass man meine Melodien kennt und nachpfeift“.

In einem Kaleidoskop der Visionen und Flashbacks will Machover auch die erzwungene Entfernung Schönbergs aus dem vertrauten Kulturkreis thematisieren, seine durch die antisemitischen Angriffe ausgelöste Hinwendung zum Judentum und seine Versuche, sich in Hollywood zu integrieren, ohne sich dem Kommerz preiszugeben. Die Premiere am 14.11.2018 wird von Karole Armitage inszeniert. David Angus dirigiert das 15-köpfige Orchester, das von einem ausgefeilten elektronischen Sounddesign unterstützt wird.

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>  Further information on Work: Schoenberg in Hollywood

(Photo: Boston Lyric Opera)

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