Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes

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KOMPONIST IM PORTRÄT
Dean, BrettAmphitheatre (2000) 11'
Scene for orchestra

Orchesterbesetzung
2(II=picc).afl(=picc).2.heckelphone(or corA ad lib).1.bcl.dbcl.3.dbn-4.4.3.1-timp.perc(3):I=3roto-toms/crot/TD/SD/t.bells/marimba/xyl/cyms; II=7tuned gongs/2tam-t(med,lg)/chin.cym/4susp.cym/SD; III=4tom-t/lg BD/2susp.cym/chin.cym/SD/vib/steel drums-harp-strings.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).

Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.

World Premiere
6/16/2000
Concert Hall, Brisbane
Queensland Symphony Orchestra / Daniel Harding


Anmerkungen des Komponisten      English
Amphitheatre, eine Auftragskomposition von Symphony Australia für Daniel Hardings erste Australientournee, ist eine dramatische Szene für großes Orchester. Das Werk besteht aus einem langen (vornehmlich langsamen) Satz und ist nach dem Anfang von Michael Endes faszinierendem Kinderbuch Momo benannt, in dem die Ruinen eines Amphitheaters aus der römischen Antike beschrieben werden, das am Rande einer großen, modernen Stadt gelegen ist. Amphitheater gab es in allen Formen und Größen; die prächtigeren in großen Städten besaßen golddurchwirkte Teppiche und Sonnendächer, mächtige Säulen und Statuen. Einfachere Theater in kleineren Städten begnügten sich mit Strohdächern und bescheidenem Schmuck. Sie spiegelten die Welt der Menschen und Gemeinden wider, die sie bauten - am wichtigsten war, dass alle einen Ort hatten, wo sie sich versammeln und Theater erleben, ihren Hunger nach Geschichten und Schauspiel stillen und sich ihrer Kultur zugehörig fühlen konnten.

Der andere verbindende Faktor zwischen den meisten dieser runden oder ovalen Bauten, ob groß oder klein, war die Tatsache, dass sie aus massiven Steinblöcken gebaut waren. Die musikalische Idee, die diesem orchestralen Amphitheater zugrunde liegt - ein oszillierender Akkordwechsel, der zuerst von den Blechbläsern zu hören ist -, bildet quasi die Steinblöcke, auf denen die Konstruktion des Werkes ruht. Durch die Veränderung der Klangfarbe, von den tiefen Blechbläsern zu den Holzbläsern, Streichern und dann zurück zu den Blechbläsern, nehmen wir verschiedene Perspektiven desselben Objektes wahr, als ob wir außen herumgehen und es von allen Seiten betrachten würden.

Es gibt noch eine weitere Gruppe von Motiven, die im Verlauf des Stückes immer wichtiger wird: Trompetenfanfaren, die aus der Ferne erschallen und an die ruhmreichen Zeiten erinnern, die einst in diesen alten Steinmauern herrschten. Für Momente wird die Unbeweglichkeit der erstarrten Zeit aufgehoben. Wie der Kranz der Sitzreihen um das Zentrum, so entfalten und dehnen sich auch die klanglichen Schichten und Gefüge langsam aus. In diesem Prozess steigern sich die Fanfaren in ihrer Unmittelbarkeit bis ins Überdimensionale und schließlich beinahe Groteske.

So schnell diese Fantasien ausgebrochen sind, so schnell lösen sie sich allerdings auch wieder auf. Am Schluss bleibt wieder kaum mehr als ferne Echos eines vergangenen Zeitalters. Wie Ende schreibt, erwacht der Tourist langsam wieder aus seinen Tagträumen, macht ein Foto und geht weg. "Dann kehrt Stille in das steinerne Rund zurück."

© Brett Dean, 2000


Abdruckrechte
Dieser Werkkommentar kann in Programmheften unter Nachweis des Autors kostenlos abgedruckt werden

Pressestimmen      English

Empfohlene Aufnahme
Melbourne Symphony Orchestra / Markus Stenz
ABC 476 160-6
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