Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT
Glanert, DetlevVier Präludien und Ernste Gesänge (Four Preludes and Serious Songs) (2004/2005) 25'
for bass baritone and orchestra, based on the "Four Serious Songs" by Johannes Brahms (op.121)

Music Text      English
Die Bibel, Ecclesiasticus (dt.)

Orchesterbesetzung
3.2.2.2.dbn-4.2.3.0-timp-harp-strings.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).

Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.

World Premiere
6/25/2005
Marienkirche, Prenzlau
Dietrich Henschel, baritone / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Kent Nagano


Rezeption  
Brahms Skizzenblatt seiner „Vier Ernsten Gesänge“ deutet die Möglichkeit der Orchestrierung an. „Detlev Glanert griff diesen Ansatz auf und dachte ihn weiter. Es setzte sie für ein Orchester, wie Brahms es für seine Symphonien verlangte, und rahmte sie durch Vorspiele und ein kurzes Nachspiel ein. Die Orchestrierung vergrößert und differenziert den Klangraum, in dem sich die Lieder bewegen. Die Vorspiele aber erweitern den Zeit- und Reflexionsraum für die Gedanken, die in den Stücken enthalten sind. Sie dienen gleichsam als Zonen der Vorbereitung und des Nachdenkens und verstärken damit den liturgischen Charakter des Werkes.“ (Habakuk Traber)

Pressestimmen      English
„[die] ganz im Brahmsschen Sinne übertragene Orchesterbegleitung. In seinen Präludien nimmt Glanert die Stimmungen des jeweiligen Liedes vorweg, als fantasiere der alte Brahms im Fieberwahn und lege sich die Strukturen seiner Komposition erst gerade zurecht. Das Postludium von Glanert nach dem letzten Lied ‘Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete’ verlängert die Brahms’sche Schlussphrase fast schon verklärend, sodass man an den Klangzauberer Richard Strauss dachte.“ (Helmut Peters, Die Welt, 27.01.2010)

„Die Glanert-Version ist so tiefgründig, in ihrer klanglich-motivischen Durcharbeitung so fesselnd, kurzum: so geglückt, dass man sie wieder und wieder hören kann. Glanert nimmt den originalen Klaviersatz weniger analytisch auseinander, als dass er für die geistlichen Texte zwingende klang- und instrumentensymbolische Entsprechungen findet. Der Orchestersatz wirkt erstaunlich ‘brahmsisch’, ist aber auch schon, etwa in dem grotesken Walzer des dritten Vorspiels, auf dem Weg zu Mahler.“ (Markus Schwering, Kölner Stadtanzeiger, 21.09.2008)

„Die Version von Brahms’ Vier ernsten Gesängen in der Orchestrierung des Berliner Komponisten Detlev Glanert setzt eine spektakuläre Versuchsreihe fort: Wie schon in der Durchbrechung des Brahms-Requiems durch Zwischenspiele von Wolfgang Rihm oder der Kreuzung von Vivaldis Vier Jahreszeiten mit Charles Ives Three Places in New England hinterfragen die Nagano-Programme die Selbstverständlichkeit, mit der das klassische Repertoire in seiner überkommenen Werkgestalt rezipiert wird.“ (Jörg Königsdorf, Der Tagesspiegel, 28.06.2005)




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