Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT

Louis Andriessen

 b.6 June 1939, UtrechtLouis Andriessen Photo © Francesca Patella

Biographie


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Louis Andriessen wurde 1939 als Sohn einer Musikerfamilie geboren: Vater Hendrik und Bruder Jurriaan waren beide etablierte Komponisten. Andriessen studierte bei seinem Vater und bei Kees van Baaren am Haager Konservatorium, bevor er seinen Unterricht zwischen 1962 und 1964 bei Luciano Berio in Mailand und Berlin fortsetzte. Seit 1974 ist Andriessen sowohl als Dozent wie auch als Komponist und Pianist tätig. Er gilt als der führende in den Niederlanden ansässige Komponist und ist eine der zentralen Gestalten der internationalen Szene neuer Musik.

Andriessen, der eigentlich vom Jazz und von der Avantgarde kommt, hat seinen Stil aus elementaren harmonischen, melodischen und rhythmischen Mitteln entwickelt, die jedoch in einer völlig unverkennbaren Instrumentierung erklingen. Seine von ihm selbst bestätigte Bewunderung Strawinskys findet in einer ebensolchen Vitalität, Klarheit des Ausdrucks und seinem präzisen Gehör für Klangfarben Widerhall. Zu seinen vielfältigen Inspirationsquellen gehören Charles Ives (in Anachronie I), die Kunst Mondriaans (in De Stijl) und Visionen mittelalterlicher Dichter (in Hadewijch) ebenso wie Schriften über Schiffsbau und Atomik (in De Materie Part I). Andriessen hat sich in seinen Werken oft mit komplexen schöpferischen Fragen befasst, etwa indem er die Beziehung zwischen Musik und Politik zum Gegenstand von De Staat machte oder sich in De Tijd und De Snelheid mit dem Wesen von Zeit und Geschwindigkeit auseinandersetzte; seine Trilogie des letzten Tages wirft Fragen der Sterblichkeit auf.

Viele führende Interpreten zeitgenössischer Musik haben sich Andriessens Musik angenommen, darunter die beiden nach seinen Werken benannten holländischen Ensembles De Volharding und Hoketus. Weitere herausragende holländische Künstler, die seine Werke zu Gehör gebracht haben, sind das Ensemble Asko | Schönberg, Nieuw Amsterdams Peil, das das Schönberg-Quartett, die Pianisten Gerard Bouwhuis und Cees van Zeeland sowie Dirigenten wie Reinbert de Leeuw und Lucas Vis. Außerhalb der Niederlande wurden Andriessens Werke u.a. aufgeführt oder in Auftrag gegeben von der San Francisco Symphony, dem BBC Symphony Orchestra, dem Kronos Quartett, der London Sinfonietta, dem Ensemble Modern, musikFabrik, Icebreaker, Bang on a Can All Stars, California EAR Unit und die Los Angeles Philharmonic.

Andriessen hat auch mit anderen Künstlern zusammengearbeitet, etwa an einer Reihe von Tanzprojekten oder dem abendfüllenden Bühnenwerk De Materie, das in Zusammenarbeit mit Robert Wilson für die Niederländische Oper entstand, und drei Werken mit Peter Greenaway: dem Film M is for Man, Music, Mozart und den Bühnenwerken ROSA The Death of a Composer und Writing to Vermeer, die 1994 bzw. 1999 an der Niederländischen Oper erstmals zur Aufführung kamen. Andriessen hat mehrfach mit dem Filmregisseur Hal Hartley zusammengearbeitet, u.a. an The New Math(s), das im Fernsehen gesendet und auf internationalen Bühnen aufgeführt wurde, darunter dem Barbican in London und dem Bergen Festival. Nonesuch Records hat Aufnahmen einiger seiner Werke veröffentlicht, darunter Gesamteinspielungen von De Materie, ROSA The Death of a Composer und Writing to Vermeer.

Zu Andriessens neueren Auftragswerken zählen La Commedia, eine Bühnenfassung von Dantes Dichtung für die Niederländische Oper, die im Juni 2008 beim Holland Festival in einer Inszenierung von Hal Hartley zur Uraufführung kam, und The Hague Hacking, aus der Taufe gehoben von den Schwestern Labèque und dem Los Angeles Philharmonic unter Esa-Pekka Salonen im Januar 2009. 2010 entstand das von 8 Musikern begleitete Monodram Anaïs Nin für die Sängerin Cristina Zavalloni.

Louis Andriessen hat für seine Oper La Commedia den Grawemeyer Award for Music Composition 2011 gewonnen.

Die Werke von Louis Andriessen erscheinen bei Boosey & Hawkes.

Februar 2011

This biography can be reproduced free of charge in concert programmes with the following credit: Reprinted by kind permission of Boosey & Hawkes

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