Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT

Richard Strauss

 b.11 June 1864, Munich
d.8 September 1949, Garmisch-PartenkirchenRichard Strauss Photo: www.booseyprints.com

Biographie


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Strauss wurde am 11. Juni 1864 als Sohn von Franz Strauss, dem ersten Hornisten im dort ansässigen Hoforchester geboren. Mit vier Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht; vier Jahre darauf lernte er Geige. Ein weiterer unentbehrlicher Teil seiner Ausbildung waren die Stunden, die er als Zuhörer bei den Proben des Orchesters verbrachte, in dem sein Vater spielte. Gerade sechs Jahre war Strauss alt, als er zu komponieren begann, so dass er beim Eintreten ins Königliche Ludwigs-Gymnasium 1874 bereits ein geübter Komponist war. Während der sieben Jahre seiner klassischen Ausbildung, die er dort erhielt, wurden viele seiner Werke aufgeführt. Sein erstes, 1877 fertig gestelltes Orchesterwerk war eine Serenade in G-Dur, die er seinem Lehrer Friedrich Wilhelm Mayer widmete. 1881 folgte seine Symphonie in d-Moll, gleichzeitig mit einem Streichquartett in A-Dur und seinem offiziellen Opus 1, dem Festmarsch.

Wagners Musik hatte Strauss zum ersten Mal 1874 gehört; 1883 hatte er Gelegenheit, Werke von Brahms kennenzulernen. Beide Erlebnisse hatten prägende Wirkung auf ihn. In Berlin führte Hans von Bülow mit der Meininger Hofkapelle auch einige seiner eigenen Werke auf, bevor er 1884 das Orchester erstmals selbst dirigierte. Innerhalb eines Jahres wurde er zweiter Dirigent neben von Bülow, der ihn Mahler und Weingartner vorzog. Zu jener Zeit hatte Strauss bereits einige Werke komponiert, die noch heute fester Teil des klassischen Konzertrepertoires sind, darunter das Erste Hornkonzert und das Lied Zueignung.

1886 verließ Strauss die Meininger Hofkapelle, um einen Posten als dritter Dirigent am Münchner Opernorchester anzunehmen. Im selben Jahr unternahm er eine Italienreise, der er die Inspiration für seine „Symphonische Fantasie“ Aus Italien verdankte; die Uraufführung erfolgte ein Jahr später. Der wirkliche Durchbruch gelang ihm jedoch erst mit dem 1888 geschriebenen und 1898 uraufgeführten Don Juan: Von nun an galt er als bedeutendster und zukunftsweisendster deutscher Komponist seit Wagner.

Seinen Lebensunterhalt verdiente Strauss in der Oper, daher dauerte es nicht lange, bis er sich an einem Bühnenwerk versuchte. Zwar fiel sein Erstling Guntram (1894) durch, doch der Nachfolger, Feuersnot (1898), wurde gleich in der ersten Dresdner Inszenierung von 1901 mit Begeisterung aufgenommen. Strauss besaß nun internationales Renommee, sowohl als Komponist wie als Dirigent; die Premiere seiner Symphonia Domestica im Jahr 1904 etwa gab er in New York während einer USA-Reise. Endgültig besiegelt wurde sein Ruf als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten durch die gefeierte Premiere seiner dritten Oper, Salome, 1905 in Dresden.

Die wichtigste Begegnung für Strauss’ Laufbahn als Opernkomponist war die mit Hugo von Hoffmansthal, der 1905 das Libretto für Elektra schrieb; vier Jahre darauf wurde das Werk in Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Zwischenzeit hatte Strauss sein Honorar für Salome in den Bau einer Villa in Garmisch-Partenkirchen investiert, wo er bis zum Ende seines Lebens wohnte. In rascher Folge entstanden weitere Opern in Zusammenarbeit mit Hoffmansthal: Der Rosenkavalier, sein größter Opernerfolg, wurde 1910 fertig; zwei Jahre später folgte die erste Fassung von Ariadne auf Naxos, und kurz darauf begannen die beiden mit der Arbeit an Die Frau ohne Schatten, deren Uraufführung allerdings erst 1919 erfolgte.

Gleichzeitig mit seinen Erfolgen als Komponist wuchs Strauss’ Ruf als Dirigent, der schließlich zu seiner Ernennung als Direktor der Wiener Staatsoper (neben Franz Schalk) im Jahre 1919 führten, ein Posten, den er 1924 wegen Differenzen mit Schalk und der österreichischen Regierung wieder aufgeben musste. In das Jahr fiel auch die Premiere seiner Oper Intermezzo (diesmal mit eigenem Libretto) in Dresden. Die Zusammenarbeit mit Hoffsmansthal führte er in Die ägyptische Helena (1927) fort, doch durch den frühen Tod des Dichters im Jahr 1929 blieb das Libretto von Arabella unvollendet; 1932 vollendete es der Komponist im Gedenken an den Wegbegleiter.

Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 begann die schwerste Zeit in Strauss’ Leben. Es gehörte vielleicht nicht zu den klügsten Entscheidungen, dass er die Leitung des Parsifal in Bayreuth annahm, nachdem Toscanini aus Protest abgelehnt hatte, und sich außerdem (allerdings ohne vorher gefragt worden zu sein) zum Präsidenten der Reichsmusikkammer ernennen ließ und gleichzeitig hartnäckig auf der Zusammenarbeit mit seinem neuen jüdischen Librettisten Stefan Zweig bestand. Infolge dieser Haltung verlor er allmählich die Gunst des neuen Regimes; zwar gestattete man ihm die Premiere der Oper Die schweigsame Frau 1935 in Dresden, doch die übrigen Aufführungen wurden gestrichen. Daphne und Friedenstag, beide auf Libretti von Joseph Gregor, kamen 1938 ohne Widerstand auf die Bühne. In der Überzeugung, seine nächste Oper –  Die Liebe der Danae – sei seine letzte, setzte er sein ganzes Können an die Vollendung dieses strahlenden, 1940 fertig gestellten Werkes. Doch als die Arbeit an Die Liebe der Danae zum Ende kam, begann er bereits mit der Komposition einer Oper auf ein Libretto des Dirigenten Clemens Krauss: Capriccio, deren Uraufführung 1942 unter Krauss’ Leitung stattfand.

1943 schrieb Strauss sein Zweites Hornkonzert, dem eine späte Blütezeit empfindsamer Meisterwerke folgte: Metamorphosen für 23 Solostreicher, eine Elegie auf die Zerstörung des Deutschlands, das Strauss geliebt hatte; zwei Sonatinen für Holzbläser; das Oboenkonzert und das Duett-Concertino für Klarinette, Fagott und Orchester; und die Vier letzten Lieder, vielleicht die beliebtesten Orchesterlieder überhaupt. Strauss stand noch als Dirigent bei den Feierlichkeiten zu seinem 85. Geburtstag selber am Pult, bevor er nach einer Folge von Herzinfarkten schließlich friedlich am 8. September 1949 in seinem Haus verstarb.

This biography can be reproduced free of charge in concert programmes with the following credit: Reprinted by kind permission of Boosey & Hawkes

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