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KOMPONIST IM PORTRÄT

Hans Gál

 b.5 August 1890, Brunn am Gebirge, Vienna
d.3 October 1987, EdinburghHans Gál photo © www.hansgal.com

Biographie


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Hans Gál wurde 1890 als Sohn eines Wiener Arztes in Brunn am Gebirge geboren, einem Dorf in der Nähe von Wien. Schon früh erkannte man seine musikalische Begabung; er wurde Schüler von Richard Robert, einem der führenden Klavierpädagogen Wiens. Neben einer Unterrichtstätigkeit am Neuen Konservatorium studierte er Musikwissenschaft bei Guido Adler an der Universität Wien sowie Komposition bei Eusebius Mandyczewski, der noch zu Brahms’ Freundeskreis gezählt hatte. Obwohl Gál ununterbrochen komponierte und auch einigen Erfolg damit hatte, vernichtete er später die meisten seiner frühen Werke, da er sie nicht für repräsentativ hielt. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär einberufen, was ihn jedoch nicht vom Komponieren abhielt: sowohl das Erste Streichquartett als auch die komische Oper Der Arzt der Sobeide entstanden während dieser Jahre. Nach Kriegsende gelang Gál mit seiner zweiten komischen Oper Die heilige Ente, die nach der umjubelten Uraufführung im Jahre 1923 unter Georg Szell an über zwanzig Opernhäusern – darunter Berlin und Prag – aufgeführt wurde, der entscheidende Durchbruch. Die folgenden zehn Jahre zählen zu den produktivsten in Gáls Leben: er schrieb zwei weitere Opern, Das Lied der Nacht und Die beiden Klaas (letztere fiel in die Zeit, als Werke jüdischer Komponisten von den Nazis verboten wurden, und wurde zu Gáls Lebzeiten nie aufgeführt) sowie eine Reihe anderer beachtlicher Werke wie das großangelegte Chorwerk Requiem für Mignon, seine Erste Symphonie, ein Violinkonzert und die Overtüre zu einem Puppenspiel, die zu einem international beliebten Konzertstück wurde und über hundert Aufführungen erlebte. Im Jahr 1929 wurde Gál zum Direktor des Mainzer Konservatoriums ernannt und galt als einer der führenden musikalischen Köpfe Deutschlands. Mit Hitlers Machtergreifung 1933 jedoch wurde Gál von seinem Posten enthoben, und Aufführungen seiner Werke waren verboten. Er kehrte nach Österreich zurück, wo er als Dirigent und Privatlehrer seinen Unterhalt bestritt. Mit Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 flohen Gál und seine Familie angesichts der drohenden Gefahr nach England.

Zunächst ließen sich die Gáls in London nieder, hatten dort aber keine Aussicht auf eine Arbeitserlaubnis. Eine Begegnung mit Sir Donald Tovey jedoch führte zu einer Einladung nach Edinburgh, wo seine Frau Hanna eine Beschäftigung als Haushälterin fand und die Familie endlich eine Existenz aufbauen konnte. Gál begann wieder zu komponieren und das musikalische Leben der Stadt kennenzulernen, doch 1940, im Zuge der Verhaftungen von Ausländern aus feindlichen Ländern, brachte man Gál in ein Internierungslager in Huyton in der Nähe von Liverpool und auf die Isle of Man. Nach seiner Befreiung versuchte er wieder an seine Laufbahn anzuknüpfen. 1945 nahm er eine Dozententätigkeit an der Universität von Edinburgh auf. Er spielte eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Edinburgh International Festival.

Auch wenn Gál weiterhin mehrere großangelegte Werke, darunter zwei Symphonien, komponierte, zog er es vor, Stücke mit Aussicht auf baldige Aufführung zu schreiben; daher sind viele seiner späteren Werke für Soloinstrumente und Kammerensembles. Aus Gáls Feder stammen auch einige Bücher, darunter Monographien über Schubert, Schumann, Brahms, Wagner und Verdi. Offizielle Anerkennung wurde ihm mit der Verleihung des „Order of the British Empire" im Jahr 1964 und der Ehrendoktorwürde der Universitäten in Edinburgh und Mainz sowie des Großen Ordens „Litteris et Arbitus" des Österreichischen Republik zuteil. 1987 starb Gál, 97jährig. Die meisten seiner Werke waren unbekannt und kaum aufgeführt. In den letzten Jahren ist das Interesse an Gáls Musik im Zuge der Wiederentdeckung Entarteter Musik jedoch gewachsen, was eine Reihe von Aufführungen, Aufnahmen und Veröffentlichungen lange vergriffener Partituren zur Folge hatte. Trotzdem wartet Gáls umfangreiches Werk immer noch auf die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die es verdient.

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