Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT

Johannes Kalitzke

 b. 1959Photo: Johannes Kalitzke © Jörg Landsberg

Porträt


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Musik mit hohem Erfahrungswert und integrativer Kraft

Der Wille, unterschiedliche Räume zu durchschreiten, sie zu öffnen, sie zu verbinden aber auch abzugrenzen, prägt die Programmauswahl von Johannes Kalitzke ebenso wie seine Musiksprache. Elektronik oder Szene existieren für ihn nicht als hermetische Formeln. Kalitzke sucht die Verbindung, den Übergang, das Integrative. So entstanden schon früh klein besetzte Werke, wie das Trio infernale (1985), das nicht nur den szenischen Gestus sondern auch real die Aktion (nicht zum Selbstzweck, sondern orientiert an der instrumentalen Umgebung) in die Kammermusik tragen. Oft sind die elektronischen und realen Klänge in seinen Orchesterwerken derartig fein ziseliert gesetzt, daß ein Verschmelzungsgrad erreicht wird, der die Klangerreger hörend kaum noch unterscheiden läßt.

Bis zu welcher Stufe das Annähern von historischen und zeitgenössischen Klangwelten möglich ist, zeigt er mit Schuberts Traum (1999). Dabei verblüfft nicht nur der Umgang mit Zitaten, sondern auch die innere gedankliche Auseinandersetzung Kalitzkes mit dem romantischen Meister: Schuberts Traum ist ein Stück, das einen sehr persönlichen Text verwendet, eine von Schuberts Tagebucheintragungen. Die Vermittlung sowohl von begleitenden Inhalten als auch von musikalischen Eigenschaften geschieht in einer äußerst modernen Klangsprache, die in ihrer Zugänglichkeit und Intensität sein Publikum verblüfft und einen hohen Erfahrungswert besitzt.

Nicht verzichten möchte Johannes Kalitzke auf seine Doppelrolle als Dirigent und Komponist: „Es ist eine Konstellation, die sich nach einer gewissen Zeit als unabdingbare Ergänzung ausnimmt, und vorausgesetzt, daß das eine dem anderen die Zeit nicht stiehlt, ist das andere für sich allein auch nicht ausfüllend. Denn diese Wechselwirkung zwischen Interpretation von Musik und dem eigenen Schaffen erhält eigentlich eine Eigendynamik. Und das empfindet man als äußerst konstruktiv, denn das eine macht Lust aufs andere.“

Auch wenn es nicht immer zeitgenössische Musik sein sollte, ist Johannes Kalitzke in der entsprechenden Szene ein gesuchter Dirigent mit Gastdirigaten, u.a. bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, Wien Modern, der Münchener Biennale, den Dresdener Festspielen, den Festspielen in Berlin, Donaueschingen, Darmstadt, Witten, Graz, Straßburg, Warschau und Venedig, bei der Berliner Staatsoper, diversen internationalen Rundfunkorchestern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester, dem North Holland Philharmonic Orchestra, dem Ensemble Intercontemporain, der London Sinfonietta, dem Klangforum Wien, dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik, musikFabrik oder Collegium Novum Zürich.


> Porträtartikel von Frieder Reininghaus (anläßlich der UA von Inferno)
 

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