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Beethoven 2020: Katalog-Empfehlungen

(August 2017)

Beethoven2020_v2.jpg Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens im Jahr 2020 bietet die Möglichkeit des Brückenschlags zwischen Beethoven und späteren Komponisten, denen seine Musik zur Inspiration diente – von Richard Strauss bis John Adams.

John Adams
Absolute Jest
(2011) 25 Min.
für Streichquartett und Orchester
2.Picc.2.EH.2.Bkl.2.Kfg—4.2.2.0—Pkn.Schlz(2)—Hrf—Klv—Cel—Str
UA: 15.03.2012 Davies Symphony Hall, San Francisco
St Lawrence String Quartet | San Francisco Symphony | Michael Tilson Thomas

John Adams' energiegeladenes Scherzo für Streichquartett und Orchester basiert auf Fragmenten der Beethoven-Streichquartette op. 131 und op. 135 sowie auf seiner Großen Fuge. Besonders fasziniert war Adams von der „ekstatischen Energie Beethovens" und seiner Fähigkeit, „eine minimale Menge an Information in fantastische, ausdrucksstarke und energiegeladene Strukturen zu verwandeln". Musical America schrieb: „Dicht, aufgewühlt und auf wilde Weise originell erweist sich Absolute Jest als fesselnde klangliche Spritztour … Man hört die Echos Beethovens das ganze Stück hindurch – abgehackt, neu gemischt, verdreht und verkehrt herum, neu verteilt an das Streichquartett und im ganzen Orchester – und man sieht den Komponisten angesichts des Ergebnisses fast schon schmunzelnd vor sich." Mit weltweit über 80 Aufführungen seit der Uraufführung zählt Absolute Jest schon jetzt zu Adams’ beliebtesten Werken.
Einspielung: SFS Media SFS0063
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John Adams
Second Quartet
(2014) 20 Min.
für Streichquartett
UA: 18.01.2015 Bing Concert Hall, Stanford
St Lawrence String Quartet

Wie Absolute Jest basiert auch das Second Quartet auf Beethovenschen Fragmenten bzw. „Fraktalen", wie Adams selbst sie nennt. Während er bei Ersterem zwei späte Streichquartette verwendete, stehen hier Klavierstücke im Mittelpunkt: die Sonaten op. 110 und op. 111 sowie eine der Diabelli-Variationen. Mit der kammermusikalischen Konzentration geht Adams hier, im ersten Scherzo-Teil des Quartetts, mit seinen Mitteln noch sparsamer um und entwickelt Harmonie, Kadenzstrukturen und rhythmische Profile aus der allerkleinsten Zelle heraus. Der zweite Teil geht von einem Andantino mit einer sanften Melodie, die in freien Assoziationen weiter ausgeführt wird, in einen Energico-Schlussteil mit gemeinschaftlicher Hyperaktivität aller vier Spieler über.
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John Adams
Roll Over Beethoven
(2014) 20 Min.
für zwei Klaviere (arr. Preben Antonson)
UA: 23.03.2016 The Greene Space, New York
Christina & Michelle Naughton

Roll Over Beethoven ist ein Arrangement von John Adams’ Second Quartet für die entschieden minimalistische Besetzung mit zwei Tasteninstrumente. Hier werden die Fragmente von Beethovens Klaviermusik wieder vom Originalinstrument gespielt und mit größter Klarheit präsentiert. In Adams’ eigenen Worten gehen „diese kleinen musikalischen Fraktale auf eine Grand Tour durch einen harmonischen und rhythmischen Spiegelsaal". Roll Over Beethoven bildet ein Pendant zu Adams’ früher entstandenem Werk Hallelujah Junction für dieselbe Besetzung.
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Brett Dean
Pastoral Symphony
(2000) 17 Min.
für Kammerorchester
1(=Picc).1.2(I=EsKl,Bkl,II=Bkl).1(=Kfg)—2.2(I=PiccTrp).1.1—Schlz(2)—Klv—Sampler—Str(3.0.3.2.1)
UA: 09.02.2000 Maison de Radio France, Paris
Ensemble Modern | Stefan Asbury

Brett Deans Pastoral Symphony wurde oft zusammen mit Beethovens Pastorale aufgeführt, da beide Stücke Oden an die Natur sind, jedoch in äußerst verschiedene Richtungen weisen. Deans Komposition entstand kurz nach seiner Rückkehr in seine australische Heimat – nach 15 Jahren in Berlin schätzte er die Klänge der Natur vor seinem Fenster wieder besonders. Am Anfang des Werks erklingt im Keyboard-Sampler ein „Dämmerungs-Chor" unbeschwerter Naturstimmen, in Anlehnung an Beethovens Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande, der dann der Axt eines Holzfällers und einer immer kahleren, aller lebendigen Natur beraubten Landschaft weicht. Dean selbst sagt: „Man braucht bloß an unser schonungs- und respektloses Wüten durch die Wälder und Wildnisse unserer Erde zu denken: alles für neue Einkaufszentren, Straßen, Parkplätze und unserer Bequemlichkeit zuliebe ... Also ist dies ein Stück über den herrlichen Gesang der Vögel, seine Bedrohungen, seinen Verlust und den seelenlosen Lärm, der übrig bleibt, wenn alle verschwunden sind."
Einspielung: BIS 1576
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Brett Dean
Testament
(2008) 14 Min.
für Kammerorchester
2(I,II=Picc).2.2.2—2.2.0.0—Pkn—Str
UA: 07.03.2008 Federation Concert Hall, Hobart
Tasmanian Symphony Orchestra | Sebastian Lang-Lessing
(auch Fassung für 12 Bratschen, oder in Verbindung mit
Beethoven–Dean: Adagio molto e mesto für Flöte, Klarinette und Streicher (arr. 2013) 12 Min.

Der Titel dieses Werks bezieht sich auf das sogenannte „Heiligenstädter Testament", einen Brief Beethovens an seine Brüder aus dem Jahr 1802, in dem er seine Verzweiflung über seine fortschreitende Ertaubung äußerte, den er jedoch nie abschickte. In Testament versucht Dean, den physischen und psychischen Zustand Beethovens zum damaligen Zeitpunkt einzufangen. Die beunruhigende, verschleierte Klangwelt des Anfangs, die durch Atem- und Zungengeräusche der Holzbläser und das Streichen mit Bögen ohne Kolophonium entsteht, beschreibt Dean zufolge „das kaum hörbare, fieberhafte Geräusch von Ludwigs (imaginärer) Schreibfeder, die manisch auf Blätter aus Pergamentpapier schreibt". Plötzlich hört man vertraute Beethoven-Klänge, Teile aus dem Rasumowsky-Streichquartett op. 59,1, die in ein Fugato übergehen, das die Brillanz des Quartett-Finales einfängt und auf Beethovens Akzeptanz seines Schicksals und seinen neu gewonnenen Elan nach dem Aufenthalt in Heiligenstadt hindeutet. Die erste Fassung von Testament entstand 2002 für die 12 Bratschen der Berliner Philharmoniker, denen Brett Dean 15 Jahre lang angehört hatte. 2008 arrangierte er sein Werk dann für klassisches Kammerorchester. Testament kann im nahtlosen Übergang nach Deans Arrangement des Adagio molto e mesto aus Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59,1 aufgeführt werden.
Einspielung: BIS 2194 (Orchester) | BIS 2016 (12 Bratschen)
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Alberto Ginastera
Klavierkonzert Nr. 1
op. 28 (1961) 25 Min.
2.Picc.2.EH.2.EsKl.Bkl.2.Kfg—4.3.3.1—Pkn.Schlz(5)—Hrf—Cel—Str
Klavierkonzert Nr. 2 op. 39 (1972) 35 Min.
3(III=Picc).3(III=EH).3(III=Bkl).3(III=Kfg)—4.4.4.1—Pkn.Schlz(3)—Hrf—Cel—Str

Beide Klavierkonzerte des in Argentinien geborenen Alberto Ginastera enthalten Bezüge zu Beethoven. Im dritten Satz seines ersten Klavierkonzerts, das als Auftragswerk der Koussevitzky-Stiftung entstand, wird Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur zitiert, in dem ein ähnlicher wetteifernder Dialog zwischen Solist und Orchester stattfindet. In Ginasteras zweitem Klavierkonzert sind die Beethoven-Assoziationen noch offenkundiger: Der erste Satz besteht aus 32 Variationen zu einem siebentönigen Akkord aus dem Schlusssatz von Beethovens Neunter. Die Zahl 32 ist hier von besonderer Bedeutung, da sie auf Beethovens 32 Variationen über ein eigenes Thema in c-Moll (1806) für Klavier und die Gesamtzahl seiner Klaviersonaten Bezug nimmt. Darüber hinaus erinnert Ginasteras Variation Nr. 22 an die Anfangsphrase aus Beethovens Sonate op. 81a „Les Adieux".
Einspielungen: Pieran PIR0048
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York Höller
Weit entfernt und doch so nah
(2015) 5 Min.
für Klavier
UA: 27.09.2015 Speicher am Kaufhauskanal, Hamburg
Susanne Kessel

York Höller komponierte sein kurzes Klavierstück als Auftakt zu einem großangelegten Projekt der Bonner Pianistin Susanne Kessel, bei dem im Jubiläumsjahr 2020 in Beethovens Heimatstadt 250 von ihm inspirierte Werke zur Aufführung kommen sollen. Mit dem Werktitel Weit entfernt und doch so nah lässt sich Höllers Beziehung zu Beethoven und seiner Musik zusammenfassen – historisch fern, doch innerlich nah. Es ist Beethovens Fähigkeit zur ständigen Weiterentwicklung, die Höller besonders fasziniert und die er in diesem Stück feiert; er spielt darin mit zwei kontrastierenden Themen, die er als Kryptogramme vom Namen Beethovens ableitet, nämlich dem D–G–A von Ludwig van und dem B–E–E–H–E von Beethoven.
Kaufausgabe: Editions Musica Ferrum, ISMN: 979-0-708147-00-8
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Magnus Lindberg
Two Episodes
(2016) 15 Min.
für Orchester
2.Picc.2.EH.3.Bkl.2.Kfg—4.3.3.0—Pkn.Schlz(3)—Str
UA: 24.07.2016 Royal Albert Hall, London
London Philharmonic Orchestra | Vladimir Jurowski

„Wenn ich mich wirklich für einen einzigen Komponisten des klassischen Kanons entscheiden müsste, wäre es Beethoven, denn er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was es heißt, ein zeitgenössischer Komponist zu sein", schrieb Magnus Lindberg im Zusammenhang mit seinem Orchesterwerk Two Episodes. Es wurde als Einleitung zu dem – bekanntermaßen eigentümlich offenen, überraschenden – Beginn von Beethovens Neunter Symphonie in Auftrag gegeben. Lindberg komponierte allerdings zwei verschiedene Schlussvarianten für seine Two Episodes, die dadurch entweder als eigenständiges Werk aufgeführt werden können oder ohne Pause in die leere Quinte zu Beginn von Beethovens Neunter übergehen können. Der erste Teil stellt eine Antwort auf die Wucht des „gewaltigen Tuttis in Beethovens erstem Satz dar, voll von kühnen Klängen und Energie, während der zweite Teil der Schönheit des langsamen Satzes näher kommt und als Brücke zwischen der leeren Quinte A–E und ihrer Zieltonart d-Moll fungiert." Darüber hinaus enthält das Werk zahlreiche Anspielungen an Beethoven und orientiert sich an der Besetzung seiner Neunten.
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James MacMillan
A European Requiem
(2015) 43 Min.
für Countertenor (oder Alt) und Bariton soli, gemischten Chor und Orchester
2.1.EH.2(II=Bkl).1.Kfg—4.3.3.1—Pkn.Schlz(3)—Hrf—Str
UA: 02.07.2016 Oregon Bach Festival, Eugene
Christopher Ainslie | Morgan Smith | Berwick Chorus | Oregon Bach Festival Orchestra | Matthew Halls

Das musikalische Vorbild für MacMillans European Requiem ist Beethovens Missa Solemnis, in der Menschliches auf Geistlich-Geistiges trifft. MacMillan beschreibt, wie in Beethovens Agnus Dei die Welt über seine Vertonung des Messetexts hereinbricht, mit Militärtrommeln und -trompeten, die das Himmlische Königreich zu stürzen versuchen. Zu Beginn von MacMillans European Requiem droht eine militaristische Parodie der (als Europahymne adaptierten) Ode an die Freude Gewalt und Unruhen an; immer wieder bringt sie das Werk aus dem Gleichgewicht, selbst im In paradisum am Ende. MacMillan teilt Beethovens Ernüchterung über die irdischen Mächte – im Falle Beethovens insbesondere Napoleon – und strebt statt dessen nach einer Erneuerung eines „Europas des Geistes". Bei den BBC Proms 2017 wurde A European Requiem wirkungsvoll Beethovens Neunter Symphonie gegenübergestellt.
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Helmut Oehring
GOYA I – Yo lo vi
(2006) 24 Min.
für Orchester
3(II=Afl,III=Picc).2.EH.2.Bkl.2.Kfg—3.4.3.1—Schlz(3)—Klv(=Cel)—Str(12.10.9.8.7)
UA: 19.10.2007 Donaueschinger Musiktage
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg | Rupert Huber

Helmut Oehring, der als hörendes Kind gehörloser Eltern aufwuchs, hat sich in vielen seiner Werke mit dem Thema Taubstummheit befasst. In GOYA I stellt er zwei historische Figuren in den Mittelpunkt – den spanischen Maler Francisco de Goya und Ludwig van Beethoven, die beide in den 1790er Jahren ertaubten und dadurch immer größere Isolation erfuhren. Beide fühlten sich zunächst zu den Verkündern einer „freien" Welt im Zuge der Französischen Revolution hingezogen, dann jedoch von Napoleon Bonaparte verraten, was in Goyas Kupferstich-Zyklus Desastres de la Guerra bzw. Beethovens Eroica äußerst ausdrucksvoll dargestellt wird. Beide waren Zeugen ihrer Zeit, wie es Goya in seinem Untertitel Yo lo vi („Ich sah es") treffend zusammenfasst. In Oehrings Partitur werden zahlreiche Werke Beethovens zitiert, beispielsweise Wellingtons Sieg – das zehn Jahre nach der Eroica zur Feier des Siegs über Joseph Bonaparte entstand – und die Klavierkonzerte Nr. 3 und 5 sowie das Streichquartett op. 132.
Einspielung: NEOS 10826
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Martin Christoph Redel
Les Adieux
op. 61 (2006) 10 Min.
für Streichorchester
UA: 29.05.2007 Villa Real
Junge Kammerphilharmonie NRW | Fernando Eldoro

Martin Christoph Redels Les Adieux ist als „Hommage à György Ligeti" untertitelt und zitiert dessen Horntrio – mit einer Ton- bzw. Intervallfolge, die wiederum an den Beginn von Beethovens Klaviersonate „Les Adieux" gemahnt: Es handelt sich um jene berühmten 'Hornquinten', mit denen zu ihrer Zeit Postkutschen Ankunft und Abfahrt signalisierten. Sie sind der Inbegriff des Romantischen bei Beethoven, und auch Ligeti hat diese Intervallfolge als ein Symbol für Romantik schlechthin verwendet. Redels Stück allerdings spricht, mal expressiv, mal dramatisch-packend, eine dezidiert moderne Klangsprache und kontrastiert aufs Schönste mit Programmpunkten aus dem klassisch-romantischen Streicher-, Bläser- oder Kammerorchester-Repertoire.
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> Aufnahme


Max Reger
Variationen und Fuge über ein Thema von Ludwig van Beethoven
op. 86
für Orchester (arr. Reger 1915) 22 Min.
2.2.2.2—4.2.3.1—Pkn—Str

Eines der größten Orchesterwerke Max Regers entstand aus einer Reihe von 1904 komponierten Variationen für zwei Klaviere, die auf Beethovens letzter Bagatelle op. 119,11 basieren. Im Original war das Werk eine Art Paradestück Regers als Pianist, das er 132-mal selbst zur Aufführung brachte, so auch bei seinem allerletzten Konzert. Die Uraufführung seiner Orchesterfassung hat er jedoch nicht mehr erlebt – sie fand erst 1916 bei einem Gedenkkonzert in Wien statt. Nachdem er mit seinen Variationen über klassische Themen von Hiller und Mozart bereits erste Erfahrungen in diesem Genre gesammelt hatte, wandte er sich nun Beethoven zu in der Hoffnung, damit eine wichtige Etappe auf dem Weg hin zu seiner ersten Symphonie zu erreichen – die er jedoch nie schreiben sollte. Das Beethoven-Thema wird in einer einfachen eingängigen Form präsentiert und erklingt anschließend in einer Folge von acht Variationen, in denen die Melodie weiterentwickelt und mit virtuosem Können und virtuoser Orchestrierung in kleine Motivteile zerlegt wird. Noch beeindruckender ist die abschließende Fuge, die sich als spannende kontrapunktische Glanzleistung erweist.
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Christopher Rouse
Symphony No. 5
(2015) 25 Min.
3(=Bassfl).3.3.3—4.3.3.1—Pkn—Schlz(3)—2Hrf—Str
UA: 10.02.2017 Meyerson Symphony Center, Dallas
Dallas Symphony Orchestra | Jaap van Zweden

Als Christopher Rouse im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal Beethovens Fünfte hörte, war dies nicht nur sein erster Kontakt zu klassischer Musik überhaupt, sondern auch der Wendepunkt in seinem jungen Leben –er beschloss daraufhin, Komponist zu werden. In seiner eigenen Fünften Symphonie, die mit dem berühmten Beethovenschen Rhythmus aus vier Tönen beginnt, sah Rouse sich veranlasst, „voller Bewunderung den Hut vor Beethovens gewaltiger Symphonie zu ziehen". Rouses Symphonie enthält darüber hinaus zahlreiche Anspielungen und kompositorische Wege, die von ihrer ‚Vorgängerin‘ beeinflusst sind. In der Dallas News gab der Kritiker in seiner Besprechung der Uraufführung, bei der auch Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 erklang, zu, dass ihn „ein ganz neues Werk beim ersten Hören selten wirklich packt und ganz in seinen Bann zieht. Doch bei der Uraufführung von Christopher Rouses großartiger, spannender und mitunter ergreifend schöner Fünfter Symphonie ist genau das geschehen."
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Kurt Schwertsik
Unterwegs nach Heiligenstadt
(2014) 5 Min.
für Violine und Klavier
UA: 16.10.2015 Kings Place, London
Krysia Osostowicz | Daniel Tong

Schwertsiks kurzes Kammermusikstück entstand als Pendant zu Beethovens sehr lyrischer Sonate op. 30,1 im Rahmen eines Projekts, bei dem alle zehn Werke Beethovens für Violine und Klavier neuen Auftragswerken gegenübergestellt wurden. Beethovens op. 30 entstand unmittelbar vor seinem „Heiligenstädter Testament", in dem er seine Verzweiflung über seine fortschreitende Ertaubung zum Ausdruck brachte. Schwertsik stellte beides in einen Zusammenhang, indem er andere Briefe Beethovens aus demselben Jahr las, und war begeistert von dessen geistreichen Wortspielen, makabren Witzen und gutgelaunten Spötteleien gegenüber Freunden und Verlegern. Unterwegs nach Heiligenstadt lässt ein umfassendes Bild Ludwig van Beethovens im Jahr 1802 entstehen – es kann, so Schwertisk, „nur eine ehrfürchtige Verneigung vor diesem rätselhaften Komponisten sein".
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Richard Strauss
Metamorphosen
(1944–45) 25 Min.
für 23 Solostreicher
(auch Fassung für Streichseptett, realisiert von Rudolf Leopold)

Dieses elegische Werk aus Strauss’ letzten Lebensjahren ist zum Synonym für die Zerstörung der Kultur im Zweiten Weltkrieg geworden – mit den Bombenangriffen auf die Opernhäuser in Dresden, Berlin und Wien fielen ihr auch Beethoven und Strauss selbst zum Opfer. Gegen Ende seiner Metamorphosen zitiert Strauss einige Takte des Trauermarschs aus Beethovens Eroica als Symbol einer Trauer, die die Jahrhunderte überspannt. Außerdem kann der wiederholte Rhythmus – kurz-kurz-kurz-lang – auf einem monotonen G als Verweis auf das Thema des ersten Satzes von Beethovens Fünfter gesehen werden. Neben der häufig aufgeführten orchestralen Fassung für 23 Solostreicher existiert auch eine Version für Streichseptett, die auf einer kürzeren Frühfassung von Strauss basiert und erst 1990 entdeckt wurde.
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Michael Torke
Ash
(1988) 17 Min.
für Kammerorchester
1.2.1.2—3.1.0.0—Pkn—Synth—Str
UA: 03.02.1989 Ordway Center, St Paul
St Paul Chamber Orchestra | John Adams

Michael Torkes Ash stellt eine der effektvollsten Verschmelzungen von Minimalismus und Klassik dar, die von einer unverwechselbar Beethovenschen Energie angetrieben wird. Torke verwendet Motivwiederholungen, ein witziges Spiel mit Tonika und Dominanten und ein klassisch tonales Schema, bei dem er von einem stürmischen, von Pauken und Synthesizer untermalten f-Moll zu einem entspannteren Mittelteil in As-Dur übergeht, in dem die Holzbläser im Vordergrund stehen. Sein Auseinandernehmen der klassizistischen Bestandteile beschrieb Torke „nicht als Erfindung neuer ‚Wörter‘ oder einer neuen Sprache, sondern als neue Art und Weise, Sätze und Absätze in einer gemeinsamen, bereits bestehenden und viel verwendeten Sprache zu bilden". Zur Zeit der Uraufführung gab der erkennbar neoklassische Stil des Werks Anlass zu einer gewissen kritischen Auseinandersetzung. Doch mittlerweile gilt Ash als postminimalistischer Klassiker. Mit seiner Kammerorchester-Besetzung wird Ash häufig zusammen mit Beethovens ersten beiden Symphonien aufgeführt.
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Mark-Anthony Turnage
Frieze
(2012) 21 Min.
für Orchester
3.Picc.3.EH.3(III=Bkl).Bkl.3.Kfg—4.2WagnerTuba.3.3.1—Schlz(4)—Cel—2Hrf—Klv—Str
UA: 11.08.2013 Royal Albert Hall, London
National Youth Orchestra of Great Britain | Vasily Petrenko

Mark-Anthony Turnages Frieze entstand als Konzert-Pendant zu Beethovens Neunter Symphonie. Auftraggeberin war unter anderem die Royal Philharmonic Society, die einst auch Beethovens letzte vollendete Symphonie finanziert hatte. Frieze beginnt mit der allseits bekannten leeren Quinte, und die vier Sätze orientieren sich an Beethovens Grundstruktur der Neunten mit einer geheimnisvollen und ausladenden Eröffnung, einem bedrohlichen Scherzo, einem lyrischen langsamen Satz und einem energiegeladenen vielgesichtigen Finale mit einem mitreißenden Schluss. Der Titel nimmt Bezug auf Gustav Klimts Beethovenfries im Wiener Secessionsgebäude, eine andere Huldigung an Beethoven – oder eher an Wagners Interpretation der Beethovenschen Neunten –, die mit einer Kombination aus Farben, Vergoldungen, Spiegeln und Perlmutt den Kampf der Menschheit zur Überwindung weltlichen Leidens durch Vereinigung der Künste darstellt.
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Bearbeitungen von Werken Beethovens

15 Bagatellen
arr. Peter Stamm
für Bläserquintett
Kaufausgabe: ISMN 979-0-2211-2132-5
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Bläserquintett Es-Dur
nach dem Septett op. 20
arr. Jens Luckwaldt (2009) 29 Min.
Kaufausgabe: ISMN 979-0-2211-2161-5
> zum Werk

Große Fuge op. 133
arr. Rudolf Barshai
für Streichorchester
> zum Werk

Mephistopheles’ Lied vom Floh op. 75/3
arr. Igor Strawinsky (1909)
für Bass und Ochester
2.2.2.2—2.0.0.0—Str
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Die Ruinen von Athen
Ein Festspiel mit Tänzen und Chören
Musik unter teilweiser Benutzung des Balletts Die Geschöpfe des Prometheus von Ludwig van Beethoven, neu herausgegeben und bearbeitet von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss (1924) 60 Min.
für Solisten, Chor, Ballett und Kammerorchester
2.2.2.0—2.2.2.0—Pkn—Str
(Erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in aller Welt mit Ausnahme von Deutschland, Italien, Portugal, Danzig und den Gebieten der früheren UdSSR.)
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Tripelkonzert op. 56
Orchesterpart arr. für Bläserquintett und Streichquintett von Detlev Glanert (2010)
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Aufführungsmaterial leihweise oder als Print-on-Demand über den Verlag zu beziehen, sofern nicht anders angegeben – bitte folgen Sie den Links zu den Einzelwerken.

(Texte: David Allenby; Übersetzung: Konstanze Höhn)





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