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  • Die wissenschaftlich-kritische Edition der Werke Luigi Cherubinis (1760 – 1842) umfasst sowohl die frühen italienischen Opern des großen Komponisten als auch herausragende Werke der französischen Zeit: Opern, kammermusikalische Werke und kirchenmusikalische Kompositionen.

  • Erst seit dem Ende der 1970er Jahre wurden die zahlreichen Manuskripte aus dem ursprünglichen Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin, zur Zeit aufbewahrt in der Biblioteka Jagiellonska in Krakau, der Öffentlichkeit wieder bekannt und zugänglich. Diese Manuskripte bilden eine wichtige Grundlage der Edition, denn sie überliefern das seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen geltende Werk des jungen Komponisten, das hier zum ersten Mal in breitem Umfang ediert wird.

    Nunmehr lässt sich auch der experimentelle Weg, den Cherubini seit den 1780er Jahren beschritt, minutiös ablesen und verfolgen. Mit jeder Komposition lieferte er einen neuen und teilweise unkonventionellen Beitrag zur Entwicklung der Oper. Das experimentelle Neuland, das sich Cherubini eroberte, betraf Konzeption, Struktur und Stoffdarstellung. Kein Wunder, dass seine Zeitgenossen wie Méhul, Lesueur, Spontini, Grétry, Beethoven, Donizetti, Rossini und nicht zuletzt Carl Maria von Weber in Auseinandersetzung mit ihm und unter seinem Einfluss schrieben.

    Die großen Werke wie Lodoïska, Médée, Eliza etc. weisen auf die Grand Opéra voraus: In ihnen verschmelzen Techniken des symphonischen Satzes mit kühnster Instrumentation und einer hintergründigen Charakterzeichnung sowie modernsten Strömungen „romantischer“ Empfindung, welche die couleur locale und die Natur als handelnde Größen unter Berücksichtigung neuester philosophischer Ideen einbeziehen.

    In den Jugendopern experimentierte Cherubini hinsichtlich der Dramaturgie und der Ensemblebehandlung, wobei er dem Usus der Zeit entsprechend auf zeitgenössische Komponisten und ihre Werke reagierte. Die französischen Opern eröffnen ein gesamttheatralisches Spektrum mit der Integration von Balletten und ungewöhnlichen Szenenkonfigurationen. Dies zieht eine bemerkenswerte Vielschichtigkeit der harmonischen und auch semantisch aufgeladenen kompositorischen Struktur mit einem subtilen Gespür für Klangfarben nach sich.

    Ähnlich innovativ sind Cherubinis Beiträge zur Kirchenmusik, die einerseits die Tradition der Chapelle Royale weiterentwickelten, andererseits in seinen Repräsentationskompositionen größten Umfangs Maßstäbe für die Zeitgenossen setzten. Dem lagen kirchenmusikalische Kompositionserfahrungen der italienischen Tradition zugrunde. Bislang wenig beachtet sind seine einst hoch geschätzten kammermusikalischen Kompositionen bzw. sein Liedschaffen und seine Klavierwerke.

    Die Cherubini-Werkausgabe versteht sich als eine wissenschaftlich-kritische Edition, die die Aufführungsmaterialien gleichermaßen zur Verfügung stellt. Sie wird von der Internationalen Cherubini-Gesellschaft e.V. gefördert.

    Editionsleitung
    Prof. Dr. Helen Geyer, Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

    Wissenschaftlicher Beirat
    Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Michal Bristiger, Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau
    Prof. Dr. Helen Geyer, Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena
    Prof. Dr. Wolfgang Hochstein, Hochschule für Musik und Theater, Hamburg
    Prof. Dr. Christine Siegert, Universität der Künste, Berlin
    Dr. Reinhold Dusella, Verlag Simrock (Anton J. Benjamin / Boosey & Hawkes), Berlin
    Elisabeth Brinkmann M.A., Erfurt


    Kontakt:
    SIMROCK
    Anton J. Benjamin GmbH
    Lützowufer 26, 10787 Berlin
    Tel.: +49 (0)30 2500 13-0, Fax: -99
    composers.germany@boosey.com

    Prof. Dr. Helen Geyer
    Gemeinsames Institut für Musikwissenschaft der
    Hochschule für Musik Weimar FRANZ LISZT und der Friedrich Schiller Universität Jena
    studienzentrum am horn
    Postfach 2552
    99406 Weimar
    Tel.: +49 (0)3643 555 164
    helen.geyer@hfm-weimar.de

  • Vorgesehen ist die Publikation folgender Werke:

    Opern

    Adriano in Siria (1782)
    Mesenzio Re d’Etruria (1782)
    Quinto Fabio (1783)
    Lo sposo di tre e marito di nessuna (1783)
    L’Idalide (1784)
    Alessandro nell’Indie (1784)
    La finta principessa (1785)
    Giulio Sabino (1786)
    Ifigenia in Aulide (1788)

    Démophon (1788)
    Lodoïska (1791)
    Koukourgi (1793)
    Eliza, ou Le voyage au Mont St. Bernard (1794)
    Les deux journées (1800)
    Anacréon (1803)
    Faniska (1806)
    Pimmalione (1809)
    Les Abencérages (1813)
    Ali-Baba (1833)

    Einlagearien und -szenen

    Kirchenmusikalische Werke

    Frühe Messen
    Messen der Chapelle Royale
    Cäcilienmesse (1808/9)
    Missa solemnis (1811)
    Krönungsmesse G-Dur (1819)
    Krönungsmesse A-Dur (1825)
    Requiem in c-Moll (1816/17)
    Requiem in d-Moll (1836)
    Einzelsätze
    Weitere geistliche Werke

    Kammermusik

    Streichquartette
    Lieder und Kanons
    Harmoniemusik

    Klavierwerke


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