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*English

Photo:Thomas M. Jauk
Komische Oper Berlin 2012, Frank Hilbrich dir.

Auber, Daniel François Esprit

Le Cheval de bronze (1835)

(Das bronzene Pferd/The Bronze Horse)
Dauer: 120 Minuten
Opéra-féerie in three acts

Libretto von Eugène Scribe; deutsche Nachdichtung von Bettina Bartz und Werner Hintze (frz., dt.)

Besetzung
2S,2M,2T,Bar,B; chorus; 2(II=picc).2.2.2-4.2.3.0-timp.perc:BD/cym/tgl/tam-t-harp-strings; on-stage: 2tpt.3tbn.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
3/23/1835
Opéra-Comique, Salle des Nouveautés, Paris
Ensemble: unknown

Rollen

TSCHIN-KAO, ein reicher BauerBaß
PE-KI, seine TochterMezzosopran
Prinz YANG, Sohn des Kaisers von ChinaTenor
TSING-SING, ein alter MandarinBariton
TAO-JIN, seine vierte FrauSopran
YAN-KO, ein Bauernbursche, Knecht bei Tschin-KaoTenor
STELLA, Tochter des Großmoguls (Prinzessin auf dem Planeten Venus)Sopran
LO-MANGLI, ihre EhrendameMezzosopran
Landleute, Gefolge des Prinzen, VenusbewohnerinnenChor


Ort und Zeit
Ein Dorf in der chinesischen Provinz Tschan-Tung und der Planet Venus


Zusammenfassung
In der Nähe eines kleinen chinesischen Dorfs erscheint hin und wieder ein geheimnisvolles bronzenes Pferd. Wenn ein Mann es besteigt, erhebt es sich mit ihm in den Himmel, und der Reiter bleibt für immer verschwunden. Niemand weiß, wohin er gelangt, und was überhaupt hinter der ganzen Sache steckt.

Der Bauer Tschin-Kao hat seine Tochter mit dem reichen Mandarin Tsing-Sing verheiratet, der damit seinem Frauen-gemach eine fünfte Bewohnerin hinzufügt. Ein gutes Geschäft, denn er bekommt eine stattliche Mitgift. Pe-Ki, die junge Braut, ist unglücklich, denn sie liebt den Bauernjungen Yan-Ko, den sie aber nicht heiraten darf, weil er mittellos ist. Die Freude des Mandarins wird gedämpft, als seine vierte Frau, Tao-Jin, auftaucht, die eine Kusine des Kaisers ist und ihre privilegierte Stellung nach Kräften ausnutzt, um ihrem Gatten das Leben schwer zu machen. Sie hat erwirkt, dass Tsing-Sing zum »Vertrauten und Ständigen Begleiter« des kaiserlichen Prinzen ernannt wurde, den er nun ständig und überall begleiten muss. Da trifft der Prinz auch schon ein, der seit langer Zeit ruhelos durch die Welt reist, um eine geheimnisvolle Frau zu finden, die er liebt, seit sie ihm im Traum erschienen ist. Tsing-Sing sieht seine Chance auf die Wonnen der Hochzeitsnacht dahinschwinden.
Pe-Ki erzählt dem Prinzen vom bronzenen Pferd und davon, dass der verzweifelte Yan-Ko es bestiegen hat und auf ihm in den Himmel geritten ist, weil sie Tsing-Sing heiraten musste. Da kehrt Yan-Ko überraschend auf die Erde zurück, will aber nicht erzählen, wo er gewesen ist.
Tao-Jin verlangt von Tsing-Sing, dass er sich sofort wieder von Pe-Ki scheiden lässt. Diese ist erfreut, Tsing-Sing weigert sich strikt. Doch schon stürzt er in das nächste Unglück: Der abenteuerlustige Prinz beschließt die Reise auf dem bronzenen Pferd anzutreten, und Tsing-Sing muss ihn begleiten.

Tschin-Kao ist mit dem Gang der Ereignisse sehr zufrieden. Da Tsing-Sing kaum zurückkehren wird, kann er seine Tochter erneut verheiraten und gleich noch eine Mitgift kassieren. Pe-Ki besteht darauf, dass sie als Witwe frei entscheiden kann, wen sie nun heiratet. Und da kommt natürlich nur Yan-Ko in Frage. Unbeeindruckt geht Tschin-Kao zum neuen Schwiegersohn und lädt die Gäste zur zweiten Hochzeitsfeier ein.
Tao-Jin hat die heimliche Flucht nebst sofortiger Verheiratung für Pe-Ki und Yan-Ko organisiert, um die Rivalin auf elegante Weise loszuwerden. Kaum hat Tao-Jin ein paar Augenblicke Zeit gehabt, sich das Leben als Witwe auszumalen, da kehrt das bronzene Pferd mit ihrem Gatten zurück. Auf ihre eifrigen Fragen, was er dort oben erlebt habe, gibt er aber nur dieselbe Auskunft wie Yan-Ko: Wer etwas erzählt, wird sofort zu Stein.
Der von der Himmelsreise erschöpfte Mandarin schläft ein und durchlebt im Traum noch einmal die Wunder, die er gesehen hat. Pe-Ki belauscht, was er im Schlaf redet, und kennt nun das Geheimnis.Tschin-Kao kommt mit Musikern, um dem schlafenden Mandarin ein Ständchen zu bringen. Aber dieser ist nicht zu wecken, weil er versteinert ist. Yan-Ko findet das sehr lustig und will erklären, welchen Fehler der Mandarin gemacht hat, aber auch er redet zu viel und wird ebenfalls zu Stein. Alle sind von Entsetzen gelähmt, nur Pe-Ki, die sich inzwischen für die Flucht umgezogen hat, ergreift die Initiative und schwingt sich auf das bronzene Pferd, das sich mit ihr in die Luft erhebt.

Der Ritt auf dem bronzenen Pferd hat Pe-Ki auf die Venus gebracht, wo es nur Frauen gibt. Hier lebt auch Prinzessin Stella, die geheimnisvolle Schöne aus dem Traum des Prinzen. Pe-Ki wird von der gestrengen Lo-Mangli über die Regeln unterrichtet, die hier gelten. Jeder Mann, der hier eintrifft, muss einen Tag lang den Reizen der Frauen widerstehen. Lässt er sich auch nur zur kleinsten Berührung hin-reißen, wird er sofort auf die Erde zurückgeschleudert, wo er bei Strafe der Versteinerung nicht erzählen darf, was er hier gesehen hat. Widersteht er aber, kann er der Prinzessin das Zauberarmband entwenden, so dass sie ihm folgen und seine Frau werden muss. Der Prinz gibt sich viel Mühe und hält sich recht lange, verfällt dann aber doch den Reizen seiner Traumfrau und muss auf die Erde zurück – wo er sofort der Versuchung erliegt, seine Erlebnisse zu berichten und versteinert. Pe-Ki, die wegen der Männerkleidung, die sie trägt, von den Venusbewohnerinnen für einen besonders hübschen und sympathischen jungen Mann gehalten wird, besteht die Probe mit Leichtigkeit, bringt das magische Armband an sich und steigt mit der Prinzessin zur Erde hinab, wo sie die drei versteinerten Männer mit Hilfe des Zauberarmbands erlöst. Prinz und Prinzessin fallen sich in die Arme, und Tsing-Sing lässt sich die Zustimmung zur Hochzeit von Pe-Ki und Yan-Ko abpressen.
Werner Hintze


Pressestimmen
"Das Stück ist in seiner perfekt gebauten Dramaturgie und seiner flott federnden Musik in tönender Karussellarchitektur eine Glanzleistung der Pariser Opéra Comique, eigentiich viel besser als Donizettis Don Pasquale ...“ (Jan Brachmann, FAZ, 19.03.2012)

„Aubers Musik ist ja eine Art Soundtrack und Puls des Kapitalismus und der Industrialisierung: Ganze Nummern bestehen nur aus effektvollen Wiederholungen, die einem unter Hochdruck durchaus in die Glieder fahren.“ (Georg Kasch, Berliner Zeitung, 13.03.2012)

„Die Geschichte ist von Anfang an schon verdreht genug, um drei ausgedehnte Akte lang Überraschungen am laufenden Band zu säen ... Aubers Funkelmusik macht durch ihre freundliche Besessenheit Freude.“ (Klaus Geitel, Die Welt, 13.03.2012)

„Die Farce hat auch heute das Zeug zum Publikumsrenner ... Der viel beschäftigte Dichter entwarf das Szenario, in seiner Schreibwerkstatt wurde dann an Situationskomik und Dialogwitz gefeilt – und Auber lieferte seine charmante, eingängige, genuin pariserische Musik dazu. Piccoloflöte und Triangel, Instrumente, die deutsche Komponisten allenfalls am Rande interessieren, werden bei Auber zu Protagonisten, sorgen für das typisch Prizzelige seines Orchesterklangs. Dazu lassen Becken und große Trommel die Champagnerkorken knallen ... Die deutsche Übersetzung von Bettina Bartz und Werner Hintze bewegt sich durchaus auf Augenhöhe mit dem Originallibretto.“ (Frederik Hanssen, Tagesspiegel, 13.03.2012)

„So haben es sich Auber und sein Librettist Eugène Scribe wohl auch gedacht. Die Story ist ohnehin hanebüchen, wobei mit den hier agierenden Chinesen durchaus wir alle gemeint sind.“ (Ursula Wiegand, Der Neue Merker, 13.03.2012)

„Man staunt: In ihrer Spritzigkeit und Originalität kann die Oper durchaus mit Gioacchino Rossini mithalten; vor allem aber erinnert hier manches an die Operetten eines Jacques Offenbach – lange bevor dieser damit in Paris Erfolge feierte ... Komisch ist diese Oper wirklich, herrlich absurd und komplett durchgedreht.“ (Andreas Göbel, kulturradio, 12.03.2012)


Stimmung
heiter, poetisch


Themen
Zauberei/Geheimnis, Beziehungen





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