
Photo:Oliver Hohlfeld
Neustrelitz 2000
Klebe, Giselher
Figaro läßt sich scheiden (1963)
Opera in two acts (nine scenes)
Libretto by the composer, after Ödön von Horvath (G)
Besetzung
3S,M,3T,2Bar,BBar,10B,speaking roles; optional ballet;
1.1.corA.1.basset hn.bcl.2-2.1.1.0-timp.perc-harp-strings;
On-stage: 0.picc.1.0.asax.0-2.1.1.1perc-harmonium-hpcd .
Abkürzungsverzeichnis (PDF).
Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.
Uraufführung
6/28/1963
Hamburg
Dirigent: Leopold Ludwig
Ensemble: Ensemble der Staatsoper Hamburg
Rollen
| GRAF ALMAVIVA | Bariton |
| DIE GRÄFIN, seine Frau | Sopran |
| FIGARO, Kammerdiener des Grafen | Bariton |
| SUSANNA, seine Frau, Zofe der Gräfin | Sopran |
| Ein Offizier | Tenor |
| Ein Arzt | Baß |
| Vier Grenzbeamte | Bässe |
| Ein Forstadjunkt | Tenor |
| Hebamme | Mezzosopran |
| Hauptlehrer | Baß |
| Antonio, Schloßgärtner, Susannas Onkel | Baß |
| Fanchette, seine Tochter | Sopran |
| Pedrillo, ihr Gatte, ehemaliger Reitknecht des Grafen | Baßbariton |
| Wachtmeister | Baß |
| Cherubin, ehemaliger Page des Grafen | Tenor |
| Ein Gast | Baß |
| Ein Kommissar | Baß |
| Carlos und Maurizio, Findelkinder | Sprechrollen |
| Ein Trommler | |
| Die Wache |
Ort und Zeit
Zwei benachbarte Länder während und nach einer Revolution
Zusammenfassung
Graf Almaviva, die Gräfin, Figaro und Susanna fliehen vor den marodierenden Schergen der Revolution über die grüne Grenze ins Nachbarland. Dort werden sie arretiert, dank der diplomatischen Kontakte des Grafen aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Man begibt sich in einen berühmten Skiort, um dort das Ende der Revolution und die Wiederherstellung der alten Verhältnisse abzuwarten. Da der gewohnte Lebensstil aufrechterhalten wird, sind die Ressourcen bald zu Ende. Inzwischen hat sich das neue System installiert, so daß an Rückkehr nicht mehr zu denken ist. Bevor der soziale Abstieg des Grafen beginnt, trennen sich Figaro und Susanna von ihrem Brotherren. Figaro kauft einen Friseursalon in Großhadersdorf, um seinem früheren Gewerbe nachzugehen. Er, der einst die Revolution prognostiziert und – im kleinen – gegen den Grafen geprobt hatte, verbürgerlicht in kürzester Zeit, was zu Spannungen mit Susanna und schließlich zum Bruch der Ehe führt. Susanna wollte von Figaro ein Kind, was dieser aber in der „heutigen Zeit“ für nicht opportun hält.
Susanna wird von Cherubino, der in der Hauptstadt des „Gastlandes“ ein Emigrantenlokal führt, als Kellnerin angestellt und kann so ohne Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung überleben. Eines Tages taucht der mittlerweile verwitwete, gänzlich verarmte und heruntergekommene Graf auf. Susanna beschließt, allen Risiken zum Trotz, mit ihm auf den alten Herrensitz zurückzukehren, den die neuen Machthaber – Ironie der Geschichte – zum Heim für Findelkinder umfunktioniert haben. Auch Figaro, der es ohne Susanna in Großhadersdorf nicht aushält, hat sich nach Hause aufgemacht, den neuen, linientreuen Gutsverwalter und ehemaligen Stallknecht Pedrillo der Korruption überführt und selbst das Szepter über das Reich der Kinder in die Hand genommen. Figaro, zum Humanisten gereift, versöhnt sich mit Susanna und gewährt Almaviva Asyl.
Stimmung
heiter, poetisch
Themen
Beziehungen, Politik, Gesellschaft, Literatur
Kaufausgaben
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