OPERNSUCHE

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Schwertsik, Kurt

Café Museum - Die Erleuchtung (1993)

Dauer: 75 Minuten
Chamber opera in two scenes for singers, chorus and 14 instruments

Libretto by Wolfgang Bauer (G)

Besetzung
3S,M,T,Bar,4B; chorus; fl(=picc).ob.cl.bsn(=dbn)-pft-accordion-2vln.vla.vlc.db.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
10/9/1993
Lassnitzhaus, Deutschlandsberg
Hans Hoffer, Regisseur
Dirigent: Mladen Tarbuk
Ensemble: Musikschule Deutschlandsberg

Rollen

BOSCO VON MALTA, Privatgelehrter, verrücktTenor
KARL, KellnerBaß
STERNENHURE / KELLNERINSopran
TORQUATO SAGENHAFT, ein DichterBariton
CLAUSBaß
REGINASopran
RINGEL, ein MalerBaß
DIE DOPPELTEN SCHWESTERN: HEIDE 1 und HEIDE 2Sopran und Mezzosopran
EIN POLITIKERBaß


Ort und Zeit
Im Café Museum


Zusammenfassung
Die Handlung ist nicht leicht zu erzählen, da sie zu zwei Dritteln eine Art chaotische Traumwelt darstellt. Zwar betritt der Dichter Torquato Sagenhaft scheinbar unschuldig das Café Museum, merkt jedoch bald, daß er sich in einem, wenn auch optisch konkreten, jedoch zeitlosen, jeder Logik entbehrenden Raum befindet. (Der Raum fährt durch die Lüfte, Eintritt wird kassiert, nebenan in der Sezession fliegt eine Dinosaurierausstellung in die Luft, ein Parlament befindet sich in einem als Sauna adaptierten Billardzimmer etc.) Das Medium für die Erleuchtung ist ein Privatgelehrter, ein gewisser Bosco von Malta, dessen Reden man erst einmal als "irre" einstufen könnte. Er behauptet, man würde ständig das Licht auslassen und sprüht überhaupt von für ihn selbstverständlichen "Theorien" über die Zusammenhänge von Welt, Wirklichkeit, Wissenschaften und Philosophien. Im Zuge aber der zu erarbeitenden Verdichtung dieser surrealen Vision entsteht in den geisterhaften Figuren (ca. 10 Personen und ein Chor) ein Trieb zur Logik, ein starkes Bedürfnis nach Realität, nach Geburt schlechthin.

In einem allgemeinen "Anfall" schließlich, der von Bosco ausgelöst wird, "erleuchtet" sich dieser imaginäre, in gewisser Weise erfundene oder geträumte Raum und seine Figuren. Wir befinden uns plötzlich im völlig realen Café Museum, alles scheint wirklich, ja geradezu gewöhnlich zu sein... Einzig und allein Bosco von Malta hält an seinen... Theorien fest und wird herzlich verlacht. "Unterschätzts ma die Zeit net, de is glei wieder weg, wird’s noch staunen!", sagt er während des Tratsches – und wirklich, es beginnt plötzlich bei allen Figuren, wie auch beim Kaffeehaus selbst, ein rasanter (musikalisch drastisch untermalter) Alterungsprozeß, schließlich ein allgemeines Sterben, das in die Anfangsstimmung der Oper einmündet. Alles stirbt, alles verwest, das Kaffeehaus zerbröckelt immer mehr – nur Bosco von Malta sitzt frisch und fröhlich bei seinem Wein und seiner Zeitung und singt seine "Wahnsinnsarie".

Wolfgang Bauer


Stimmung
heiter, poetisch


Themen
Gesellschaft





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