
Photo:Bregenzer Festspiele / Karl Forster
Bregenz 2012 (WP)
Glanert, Detlev
Solaris (2010-2012)
Dauer: 140 MinutenOpera in two parts
Libretto von Reinhard Palm nach dem Roman von Stanislaw Lem (dt.)
Besetzung
Major roles: S,T,Bar,B; minor roles: S,M,A; mixed chorus;
3(III=picc).2.corA.2.bcl.2.dbn-4.4.3.1-timp.perc(3)-harp-cel-strings(12.10.8.6.4).
Abkürzungsverzeichnis (PDF).
Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.
Uraufführung
7/18/2012
Festspielhaus, Bregenz
Moshe Leiser & Patrice Caurier, Regisseur
Dirigent: Markus Stenz
Ensemble: Wiener Symphoniker / Prager Philharmonischer Chor
Rollen
| KRIS KELVIN, Psychologe | Bariton |
| HAREY, seine Frau | Sopran |
| SNAUT, Forscher | Tenor |
| SARTORIUS, Forscher | Baß |
| GIBARIAN | Tonbandstimme |
| Negerin | Alt |
| Alte Frau | Mezzosopran |
| Zwerg | Soubrette |
| Solaris | gemischter Chor |
Zusammenfassung
Nach sechzehnmonatiger Reise durch den Weltraum trifft der Psychologe Kelvin auf dem Planeten Solaris ein, weil von den dort stationierten Forschern beunruhigende Nachrichten kamen. Man wusste zwar, dass Solaris – als Planet eines Doppelsterns mit einer unberechenbaren Umlaufbahn – keinen bekannten Gesetzen der Physik gehorcht, doch wird Kelvin bei seiner Ankunft vor allem mit seltsamen Erscheinungen bei den Forschern konfrontiert. Nach einigen Selbstmorden unter den Wissenschaftlern sind nur noch Snaut, ein verwahrloster Kauz und Kybernetiker, und Sartorius, ein undurchschaubarer, paranoider Analytiker, auf der Station.
Schon beim ersten Zusammentreffen wird Kelvin vor merkwürdigen Erscheinungen gewarnt und prompt mit ihnen konfrontiert. So lässt auch Kelvin’s ‘eigene’ Erscheinung nicht lange auf sich warten: seine ehemalige Geliebte Harey, die mit neunzehn Jahren Selbstmord beging, leistet ihm plötzlich Gesellschaft und lässt seine schuldvolle Liebesbeziehung wieder aufleben. Offenbar gelingt es keinem der drei Männer, sich seiner merkwürdigen ‘Gäste’ zu entledigen.
Der gigantische Ozean ist es, der die Wesen so gnadenlos materialisiert und dessen Erforschung Generationen von Wissenschaftlern über die Grenzen der Vernunft getrieben hat und nun ihre psychischen Abkapselungen (Scham und Schande) mit gleichmütiger Unnachgiebigkeit in ihr Leben projiziert. Der Ozean, der sich jeglicher Erforschung widersetzt, wird zum eigentlichen Feind der Wissenschaftler, ein jeder bekämpft ihn auf seine Weise. Nach einem riskanten Versuch, bei dem die Grenzen zwischen Forscher und Objekt verschwimmen, am Ende seiner Kräfte angelangt, findet Kelvin einen Weg, sich den grausamen Wundern dieses maßlos unfassbaren Riesenmeers zu stellen.
Reinhard Palm
Stimmung
dramatisch, poetisch
Themen
zeitgenössisch, Umwelt, Beziehungen, Religion, Gesellschaft

