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David Del Tredici b. 1937

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Eine Einführung in die Musik Del Tredicis von Heidi Waleson

"Del Tredici ist das, was man unter Komponisten so selten findet: ein schöpferischer Geist von wirklich einmaliger Begabung. Ich gehe sogar so weit zu sagen daß seine Musik ohne Zweifel einen nachhaltigen Einfluß auf die amerikanische Musikszene haben wird. Ich kenne keinen anderen Komponisten seiner Generation...der so unverbrauchte und wagemutige, so personliche Musik schreibt" sagt Aaron Copland.

Und Thomas Willis von der Chicago Tribune beschrieb die Resonanz der Uraufführung von Final Alice mit: "Die begeisterteste Aufnahme eines neuen Werkes, die ich je bei einem Sinfoniekonzert gehört habe."

David Del Tredici ist Amerikas wichtigster Vertreter der wieder tonal schreibenden Komponisten. Seine frühen Werke, oft Gedicht-Vertonungen von James Joyce, zeigen einen sehr individuellen, ja skurrilen Umgang mit seriellen Techniken, in denen er gut ausgebildet ist. Aber er brach früh mit der Sprache seiner Lehrer und ihren bereits orthodoxen Kompositionsweisen und entwickelte sein eigenes Idiom, das sich farbenreich, humorvoll und gefühlsstark auf einer breit angelegten Orchesterpalette tonaler Klänge entfaltet.

Diese eigene Entwicklung setzte ein, als Del Tredici die Phantasiewelt von Lewis Carroll auszukundschaften begann. Von da an zeigte sich seine Begeisterung für die beiden Bände von Alice im Wunderland in allen Werken, von der stachlig-witzigen Vertonung des Monster-Gedichtes "Jabberwocky" (in Pop-Pourri) — wo er dem Orchester eine kontrastierende Gruppe von Folk- und Rockinstrumenten entgegenstellte — bis zur klangblühenden, theatralischen Kantate Final Alice für (verstärkten) Sopran und Orchester, die aus zwei ganzen Kapiteln von Alice besteht. Die Texte führten ihn immer tiefer in die Tonalitat hinein, bis mit Child Alice der Höhepunkt erreicht war. Diese extravagant üppige, neoromantische Partitur geht sogar über den Text Carrolls hinaus: Del Tredici bringt sich als subjektiven Betrachter selbst in das Werk ein und beschreibt die Gefuhlswelt von Autor und Kind aus seiner Sicht.

Heute ist sich David Del Tredici der Zuneigung des Publikums und auch der Bewunderung der Musiker die seine Überzeugung teilen, gewiß: Final Alice wurde schon von mehr als einem Dutzend amerikanischer Orchester gespielt und erntete unmittelbare Zustimmung. Die vom Chicago Symphony Orchestra unter Sir Georg Solti eingespielte Schallplatte, mit Barbara Hendricks als Solistin, war sofort ein Bestseller. In Memory of a Summer Day; Der erste Teil von Child Alice und ebenfalls ein Platten-Bestseller, gewann 1980 sogar den Pulitzer-Preis für Musik. Glen Tetley, der große amerikanische Choreograph und Nachfolger Crankos beim Stuttgarter Ballett, machte daraus Alice, eine Choreographie für das National Ballet of Canada. Überall in den USA haben Orchester Werke an Del Tredici in Auftrag gegeben und gespielt, und auch in Europa, wo er jetzt immer häufiger aufgeführt wird, genießt seine Musik die offensichtliche Symphathie des Publikums. Seine eigenständige Sprache, seine perfekte Beherrschung der Möglichkeiten des modernen Orchesters und sein direktes emotionales Zugehen auf den Hörer machen David Del Tredici zu einem der meistgeschätzten Komponisten des heutigen Publikums.

Heidi Waleson, 1993
(Heidi Waleson ist freie Journalistin und häufig für die New York Times und verschiedene Musik-Zeitschrlften tätig)

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