Wynton Marsalis
b.18 October 1961, New Orleans
Biography
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Wynton Marsalis ist künstlerischer Direktor von Jazz at Lincoln Center. Ersten Trompetenunterricht erhielt Marsalis, der 1961 in New Orleans in Louisiana geboren wurde, mit zwölf Jahren; schon bald spielte er in seinem Heimatort in unterschiedlichen Formationen. Kurz nachdem er, 17-jährig, an die Juilliard School ging, wurde er Mitglied von Art Blakeys Jazz Messengers. Die erste Aufnahme als Bandleader erfolgte 1982, und seitdem hat Marsalis mehr als 40 Jazz- und 11 Klassikalben aufgenommen, für die er insgesamt neun Grammys erhielt. Als erstem und einzigen Musiker gelang es Marsalis 1983, innerhalb eines Jahres einen Grammy für Klassik und einen für Jazz zu gewinnen – ein Kunststück, das er im Jahr darauf gleich noch einmal wiederholte.
Zu Marsalis’ umfassendem kompositorischen Schaffen gehören Stücke wie Sweet Release, Jazz: Six Syncopated Movements, Jump Start, Citi Movement/Griot New York, At the Octoroon Balls, In This House, On This Morning und Big Train. Für sein Oratorium Blood on the Fields, ein Auftragswerk von Jazz at Lincoln Center, wurde er 1997 als erster Jazzmusiker mit dem Pulitzerpreis für Musik ausgezeichnet. 1999 brachte Marsalis im Rahmen seiner beispiellosen Reihe „Swinging into the 21st“ acht neue Aufnahmen heraus und stellte mehrere Uraufführungen vor, darunter das Ballett Them Twos, das 1999 aus einer Zusammenarbeit mit dem New York City Ballet hervorging. Im Dezember desselben Jahres, erfolgte die Premiere des monumentalen Werkes All Rise, einem Auftragswerk des New York Philharmonic gemeinsam mit dem Jazz at Lincoln Center Orchestra und dem Morgan State University Choir, die das Werk auch uraufführten. Am 1. Oktober 2002 erschien All Rise auf Sony Classical. Bei der am 14. und 15. September 2001, also den angespannten Tagen nach dem 11. September, in Los Angeles entstandenen Aufnahme wirken neben dem Jazz at Lincoln Center Orchestra auch das Los Angeles Philharmonic, der Morgan State University Choir, die Paul Smith Singers und die Northridge Singers mit. Am 6. März 2007 erschien auf Blue Note Records From the Plantation to the Penitentiary, dem die Blue Note-CD mit The Magic Hour und Unforgivable Blackness: The Rise and Fall of Jack Johnson vorausgegangen war – Letzteres der Soundtrack zu Ken Burns PBS-Dokumentation über den großen afroamerikanischen Boxer – sowie Wynton Marsalis: Live at The House Of Tribes.
Auch als Lehrer und Förderer musikalischer Ausbildung genießt Wynton Marsalis internationale Anerkennung. Zahlreiche amerikanische Universitäten bedachten ihn mit der Ehrendoktorwürde. Marsalis organisiert Ausbildungsprogramme für Schüler aller Altersgruppen und veranstaltet die beliebte Konzertreihe „Jazz for Young People“ sowie das „Essentially Ellington High School Jazz Band Program“, ausgerichtet von Jazz at Lincoln Center. Marsalis steht auch im Mittelpunkt der Filmserie Marsalis on Music und einer Serie von Radiosendungen, Making the Music.
Aus Marsalis’ Feder stammen vier Bücher: Sweet Swing Blues on the Road, geschrieben zusammen mit dem Fotografen Frank Stewart, Jazz in the Bittersweet Blues of Life mit Ko-Autor Carl Vigeland, Marsalis on Music, das Begleitbuch zur gleichnamigen PBS-Fernsehserie, sowie das zusammen mit Selwyn Seyfu Hinds verfasste und 2004 bei Random House erschienene To a Young Musician: Letters from the Road. Er war einer der drei Autoren des Kinderbuchs Listen to the Storyteller. Im Oktober 2005 schließlich brachte Candlewick Press Marsalis’ Jazz ABZ heraus, eine Sammlung von 26 Gedichten von A bis Z über Jazzgrößen, illustriert von dem Postergrafiker Paul Rogers.
Kofi Annan, damaliger UN-Generalsekretär, ernannte Marsalis im Jahr 2001 zum UN-Friedensbotschafter; außerdem ist Marsalis mit Jazz at Lincoln Center als kultureller Botschafter des US-Außenministeriums im Rahmen des CultureConnect-Programms unterwegs. Das Higher Ground Hurrikan-Benefizkonert, das von Jazz at Lincoln Center veranstaltet wurde und dem Higher Ground Relief Fund über 3 Mio. Dollar einbrachte, geht in erster Linie auf Marsalis’ Initiative zurück; das Geld kam Musikern, Unternehmen in der Musikbranche und anderen Menschen und Organisationen zugute, die von dem Hurrikan Katrina in der Gegend um New Orleans betroffen waren. Durch Marsalis’ Bemühungen konnte im Oktober 2004 die Frederick P. Rose Hall von Jazz at Lincoln Center eröffnet werden, der erste Veranstaltungsort für die Ausbildung, Aufführung und Aufnahme von Jazzmusik.
(2008, Übers. Andreas Goebel)
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