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FEATURED COMPOSERS
Höller, YorkCrossing (2012-13) 20'
for ensemble

Scoring
1.1.2.1-1.2.1.0-perc(2)-pft-2.0.1.2.1; electronics .
Abbreviations (PDF).

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes der ganzen Welt.

World Premiere
5/7/2013
Philharmonie, Köln
Ensemble Modern / Johannes Kalitzke


Composer's Notes  
Der Werktitel Crossing weist in seiner Mehrdeutigkeit auf verschiedene Aspekte meines Stückes hin. Das englische Wort steht für "Kreuzung" im verkehrs-technischen wie im biologischen Sinn (Arten- und Nervenbahnenkreuzung), kann aber auch im Sinne von "sich überkreuzend, überschneidend, verschränkend" verstanden werden.
Crossing in mind. Im Zuge der kompositorischen Arbeit an Crossing kreuzten sich meine Gedanken immer wieder mit früheren Ideen, insbesondere mit solchen, die bei der Komposition meines rein elektronischen Stückes Horizont (1971/72) und von Resonance für Orchester und Cumputerklänge (1982) Pate gestanden hatten. Das erstere Stück ist gekennzeichnet durch eine spezifische formale Orientierung an gewissen "Knotenpunkten", an denen sich jeweils ein neues "Ereignisfeld" eröffnet, und eine Großform, die von einem bestimmten Punkt an in mäanderartigen Verzweigungen rückwärts läuft. Beim zweiten Stück stehen genau auskomponierte Resonanzwirkungen zwischen Orchester und Computerklängen (auf Tonband) im Zentrum des Klanggeschehens. (Für diese Klangstilistik wurde damals von einigen Experten der Begriff der "Resonanzkomposition" kreiert.)
Auch im Formverlauf von Crossing gibt es solche Kreuzungs- oder Knotenpunkte" und von einem bestimmten Moment an irreguläre Rückblenden. Zum anderen sind präzise auskomponierte (also nicht bloß akustische) Resonanz- und Echomomente charakteristisch.
Crossing the frontiers. Als ich 1974/75 ein Stipendium für einen längeren Paris-Aufenthalt erhielt, führte dies nicht nur zu einer geographischen Grenzüberschreitung, sondern vor allem zu einer ästhetischen Neuorientierung. In diesem Zuge begann ich, mich auf meine Weise mit formalen Prinzipien des Gregorianischen Chorals auseinander zu setzen. Erstes Ergebnis dieser Auseinandersetzung war 1976 Antiphon für Streichquartett und elektronisch transformiertes Streichquartett (auf Tonband). Hier erprobte ich zum ersten Mal die von mir entwickelte Konzeption der "Gestaltkomposition", in der wesentliche Elemente der musikalischen Struktur und Form, ausgehend von einem "Choral imaginé", (ich sprach damals auch von einem quasi "genetischen Code") aufeinander bezogen sind. Im Lauf der Zeit habe ich diese Konzeption ständig verfeinert, erweitert und flexibilisiert, so dass sie sich heute als eine Kreuzung oder Synthese aus mittelalterlicher Cantus firmus-Technik, klassischer Durchführungs-Technik und moderner serieller Technik darstellt. Entsprechend dieser Konzeption beruht Crossing auf einer frei gewählten 30tönigen melodisch/harmonischen "Klanggestalt" und einer aus ihr abgeleiteten "Zeitgestalt" (Takt-Sequenz), die den Gestaltungszusammenhang des Werkes fördern und festigen sollen.
Analog zu der Selbstbeschränkung auf der strukturellen Ebene habe ich auch darauf verzichtet, von dem geradezu inflationären Angebot an heutigen Sampler- und Synthesizerklängen Gebrauch zu machen. Die wenigen digitalen Klänge, die ich in Crossing benutzt habe, sind von natürlichen Harfenklängen abgeleitet, z.B. durch Veränderung der Ein- und Ausschwingvorgänge, Anreicherung und Deformation des Obertonspektrums, auch durch die Implementierung synthetischer Anteile. So entstanden spezielle Klänge und Klangfarben aus meiner persönlichen Vorstellung heraus und nicht durch Zugriff auf einen, wie auch immer gearteten, vorgefertigten Klangkatalog. Das entspricht im Übrigen auch meinen Überlegungen hinsichtlich einer vielleicht erstrebenswerten "Deflation" angesichts stetig anwachsender Klang- Quantitäten und einer neuen Sensibilisierung in Bezug auf die Art und Weise, WIE elektronische Klänge in den musikalischen Kontext integriert werden.
In Crossing überkreuzen und durchdringen sich die instrumentalen und die von einem Keyborder live hinzugefügten, elektronischen Klangstrukturen ständig. Deshalb erfordert die musikalisch-akustische Balance zwischen beiden Ebenen besonderes Fingerspitzengefühl.

Press Quotes  
"Der Grandseigneur mixt gerne elektronische und akustische Instrumente zu einem aufregenden Cocktail. Sein Stück Crossing klingt streckenweise wie der Soundtrack zu einem Horrorfilm. Klaviertremoli werden gegen ruppige Blech-Ostinati gesetzt, agile Stabspieler überraschen mit funkelnden Läufen, ein Synthesizer grundiert den Klang. Mit kleinen Motive spannt Höller einen dichten Beziehungszauber über sein Kunstwerk, spielt mit Echos und Resonanz-Effekten. Anschließeng gab es viel Applaus..." (Matthias Corvin, Kölnische Rundschau, 09.05.2013)




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