FEATURED COMPOSERS

Simon Laks’ Opernkleinod L’Hirondelle inattendue

(September 2009)

Simon Laks’ zu Lebzeiten auf keiner Bühne gespielte komische Oper L’Hirondelle inattendue  erlebte ihre posthume Uraufführung in französischer Sprache beim Festival Musiques Interdites in Marseille in Starbesetzung: allen voran Marie Laforêt – französische Chansonlegende, als Schauspielerin berühmt geworden an der Seite von Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Sophie Marceau – bewährte sich mit Bravour in ihrer ersten Opernrolle, auch wenn diese – wohl einmalig in der Operngeschichte – lediglich aus einem Chanson besteht, dem legendären „Hirondelle du Faubourg“ von 1912, das die Oper wie ein roter Faden durchzieht. Aus ihrem Engagement für ein kleines, engagiertes Festival, das seit vier Jahren in Frankreich von sich reden macht, das sich an einem der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der 1933 einsetzenden Exilströme für die unter der Nazi-Diktatur „verfemten“ Künstler und Intellektuellen einsetzt, erwuchs eine große Begeisterung, schließlich eine Passion.

Nicht weniger enthusiastische Zustimmung bei Publikum und Presse für dieses wieder gewonnene Juwel der jüngeren Operngeschichte, dessen Autor in den dreißiger Jahren zu den großen Hoffnungen der jungen polnischen, in Paris aktiven Musikerelite gehörte. 1941 interniert und schließlich nach Auschwitz deportiert, überlebte er als Musiker, Arrangeur und schließlich Leiter der Männer-Lagerkapelle im Vernichtungslager Auschwitz II–Birkenau. Boosey & Hawkes setzt sich seit Jahren für die Rehabilitierung dieses zu Unrecht vergessenen Musikers ein und hat mittlerweile die zu Lebzeiten verlegten aber auch alle Werke aus dem Nachlaß in neuen Ausgaben zugänglich gemacht.

„Im Paradies passierte seinerzeit so allerlei und offensichtlich auch noch, nachdem Adam und Eva hinaus in die Welt getrieben wurden. Ein willkommener Ort für fantastische Geschichten ist es allemal. Da sind ein Journalist und ein Pilot zur Notlandung im Paradies gezwungen, und sie finden sich im Kreise berühmter Tiere wieder. Die Taube aus Noahs Arche, die Forelle von Franz Schubert, natürlich die Schlange aus dem Paradies, Sherlock Holmes’ ‘Hund von Baskerville’, der Bär von Bern und anderes Getier – sie alle wundern sich über einen neuankommenden, zerfledderten Vogel, der sich die ‘Vorstadt-Schwalbe’ nennt, nach einem berühmten französischen Chanson von 1912. (…) Simon Laks’ ‘L'Hirondelle inattendue’ kommt als ein Stück „absurdes Musiktheater“ daher, der sprachliche Witz hat sein Pendant in der mit Charme und technischer Meisterschaft komponierten Musik ... (Dieses) Kleinod der Opernliteratur des 20. Jahrhunderts darf nicht vergessen werden.“ (Elisabeth Richter, OPERNWELT 9/10 2009)

Weitere Aufführungen sind geplant im April 2010 in Warschau sowie im Juni  2010 in Theresienstadt.

SIMON LAKS
L’Hirondelle inattendue
Komische Oper in einem Akt
Öffentliche UA der französischen Originalfassung
Festival Musiques interdites, Marseille 11.07.2009
Orchestre Philharmonique de l’Opéra de Marseille, Lukasz Borowicz, mit Marie Laforêt, Jean Philippe Lafont, Sandrine Eyglier, Manuel Nunez Carmelino, Mathieu Dubroca


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Foto: Simon Laks (© André Laks)

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