Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes

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KOMPONIST IM PORTRÄT
Yun, IsangMuak (1978) 17'
for large orchestra

Orchesterbesetzung
3(III=picc).3.3.3-4.3.2.1-timp(=tamb).perc(2):tamb/3tgl/5susp.cym/xyl/guiro/5tom-t/3wdbl/SD/BD/glsp/2maracas-strings.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).

Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.

World Premiere
11/9/1978
Mönchengladbach
Niederrheinische Sinfoniker / Lothar Zagrosek


Über das Werk      English
Die Übertragung des koreanischen Muak heißt schlicht: Tanzmusik. Yuns »Tänzerische Fantasie« für großes Orchester wurde 1978 für ein Orchesterjubiläum der Niederrheinischen Sinfoniker komponiert. Isang Yun ließ sich bei dieser Komposition von einer szenischen Vorstellung leiten: Er hatte das Bild eines traditionellen sino-koreanischen Hoftanzes vor Augen, den sog. »Nachtigallentanz«, der zur Unterhaltung und Feier des Herrschers aufgeführt wurde. Den Eindruck dieses höfischen Tanzes, der den Wechsel von Ruhe und Bewegung in stilisierter Eleganz vermittelt, übertrug Yun in seine musikalische Sprache. Als Kontrast dazu stellte er sich europäische Beobachter vor, die um die asiatischen Tänzer ihren eigenen Tanz tanzen. Die »europäische Partei« beobachtet die »asiatische«, und trotz der großen zeitlichen und kulturellen Entfernung findet eine Beeinflussung statt.

Yun setzt diese szenische Idee anschaulich in Musik um. Die Begegnung der beiden Gruppen vollzieht sich in drei großen Formteilen. Der entwickelten Klangwelt des europäischen Symphonieorchesters steht die »reine« oder »naive« koreanische Klangwelt der Holzbläser, insbesondere der Oboen, gegenüber. Der europäische Tanzcharakter ist durch Reminiszenzen an bekannte Ballettmusik des 20. Jahrhunderts bestimmt (Strawinsky). Die ostasiatische Klangwelt gestaltet Yun, indem er den Klang der Mundorgel in den – meist von sordinierten Streichern begleiteten – Holzbläsersatz umschmilzt.

Dreimal bricht im ersten Teil der rhythmisch vitale »europäische Tanz« unvermittelt ab, um Auge und Ohr auf die ostasiatische Tanzzeremonie zu lenken, wobei jeweils ein Stehenbleiben der (subjektiven) Zeit suggeriert wird. In diesem ersten Abschnitt stehen beide Klangwelten einander schroff gegenüber, und der elementare westliche Ausdruckstanz endet nahezu orgiastisch. – Der zweite und der dritte Teil werden jeweils mit Solopartien der Oboen, die den Gesang der Nachtigall symbolisieren, eröffnet. Jedoch ist zu dem sich anschließenden europäischen Charaktertanz jeweils eine Vermittlung komponiert, die im zweiten Teil durch ein Trompetensolo und im dritten durch ein Solo der Posaunen deutlich wird. Charakteristische Unterschiede der drei Entwicklungsphasen zeigen sich insofern, als der »Nachtigallentanz« sich mit dem Gesang der Solo-Oboe im dritten Teil am reichsten und freiesten entfaltet, während das »europäische« Orchester immer differenzierter und feiner reagiert.

Bis zum Flötenkonzert (1977) handhabte Isang Yun den Rhythmus als musikalisches Strukturelement eher zurückhaltend. In Muak verwendet Yun zum ersten Mal auch motorische Rhythmen als Gestaltungsprinzip. Muak ist seine erste Komposition, in der zwei verschiedene musikalische Welten als einander fundamental entgegengesetzte zum Ausdruck gebracht werden. Das Stück zeigt, dass nicht nur eine Koexistenz dieser Welten möglich ist, sondern auch ein gegenseitiger Austausch. Als musikalischer Brückenbau zwischen Ost und West bringt Muak den Vorschein einer realen Utopie, deren politische Verwirklichung noch aussteht.
Walter-Wolfgang Sparrer (1984)

Empfohlene Aufnahme
Berliner Philharmonisches Orchester / Hans Zender
Internationale Isang Yun Gesellschaft IYG 005






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