Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT
Gruber, HKBusking (2007) 30'
for trumpet, accordion, banjo and string orchestra

Orchesterbesetzung
accordion-banjo-tpt-strings 1st mvmt E flat trumpet 2nd mvmt flugelhorn 3rd mvmt C trumpet.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).

Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.

World Premiere
5/17/2008
Muziekgebouw aan 't IJ, Amsterdam
Håkan Hardenberger, trumpet / Amsterdam Sinfonietta / HK Gruber


Anmerkungen des Komponisten  
So wie Aerial, mein 1. Trompetenkonzert, entstand Busking wieder auf Håkan Hardenbergers Anregung. Diesmal wollte er nach dem Vorbild der von ihm geliebten Nebelsteinmusik nur ein Streichorchester zur Seite & keinerlei Manipulationen am Instrument: kein Herausnehmen & wieder Einsetzen von Zügen, keine Dämpfer, keine einander abwechselnden Instrumente & natürlich nichts antikes wie Kuhhorn. Vor allem aber sollte das Stück keinen Dirigenten erfordern. Um dem an Barockmusik erinnernden Klangbild, welches  sich für mich in der Kombination Trompete & Streicher abzeichnete zu entgehen, schlug ich als Verfremdung Banjo & Akkordeon vor. Das Banjo als Cembalo, sowie das Akkordeon als Orgel der Straße. Ich hatte vor, an meine Mob-Stücke aus den 60ger-Jahren anzuknüpfen. Damit lag der Titel Busking (Straßenmusik) auf der Hand & über die spanische Wortwurzel "buscar" die Assoziation zu Picassos Bild von 1921, "Drei Musikanten ".

Das musikalische Material zu Busking hat sich Håkan ausgesucht. Es stammt aus dem Finale des ersten Aktes & dem Beginn des zweiten Aktes meiner Oper Der Herr Nordwind. Das Libretto von H.C. Artmann sieht hier einen "rechtschaffenen bärentanz" vor, eine Art künstliche, vielleicht gälisch-schottisch-wikingische Folklore. Busking vollzieht einen Milieuwechsel hin zu Stadtfolklore & um diesen zu unterstreichen geht Håkan einen ersten Kompromiss ein & spielt den Beginn nur am Mundstück. Aus dem anfangs einfachen, aus drei mal 7-taktigen Strophen bestehenden Mob-Stücke entwickelt sich allmählich ein auf Dekonstruktion & neu zusammengesetzte Struktur zielender Prozess, durchgehend & ohne Satzpausen. Melodik & Harmonik, sowie Rhythmik & Metrik innerhalb der Exposition bilden die Bausteine für das ganze Stück. Das Orchester, wie in meinen früheren Solo-Konzerten, hat nie bloße Begleitfunktion. Es ist immer engstens mit dem Solo-Part verzahnt. Im Laufe der sehr einfachen Exposition wurde mir klar, daß sich das Stück sukzessive einen Weg in sehr komplexe Strukturen suchen müsse.
     
Nach Durchsicht der Hälfte des ersten Satzes regte Håkan an, diesen ganz auf der Es-Trompete zu spielen & um Registerwechsel zu unterstützen doch Dämpfer zu verwenden , im zweiten Satz in eine ganz andere Welt, der des Flügelhorns zu wechseln & Möglichkeiten für Multiphonics zu suchen, Mehrklänge die sich am Flügelhorn besonders farbenreich ausnehmen. Die Tempofolgen sind zwar das ganze Konzert hindurch voneinander abgeleitet & könnten theoretisch auch ohne Dirigenten realisiert werden, jedoch angesichts der Mehrschichtigkeit der Verläufe mit erheblichen Schwierigkeiten. Håkan’s Vorschlag folgend, kommt sein Hauptinstrument, die C-Trompete erst im dritten, dem kürzesten Satz zum großen Auftritt.
     
Entgegen allen ursprünglichen Vorsätzen ist Busking zu einem meiner schwierigsten Stücke geworden, zu einer Tour de Force für Solisten, Musiker & den Hörer. Ich hatte beim Komponieren keine bildlichen Vorstellungen, außer den klanglichen, die Picassos Bild in mir auslösten. Mein Freund, der Komponist Kurt Schwertsik, einer der denkbar aufmerksamsten Hörer hilft sich mit Bildern & schilderte mir kürzlich in einer Mail seine persönlichen Höreindrücke: "Busking ist bei mir bestimmt in der kategorie stimmung fest etabliert.
Diese strassenmusiker tun wirklich allerhand um die passanten zu geldspenden zu bewegen. der trompeter & der banjospieler kennen keine faulheit. Nicht genug damit werden sie auch noch von den streichern dauernd angefeuert....

Doch da ist diese meditative Pause, plötzlich ist der blick frei auf eine weite landschaft, der horizont rückt in die ferne & die gedanken werden ruhiger, folgen ihrer eigenen laune, schweifen einfach umher, bewegen sich fast absichtslos durch die landschaft & erschaffen sie auf diese weise. Ja diese musikalische landschaft entsteht durch die wandernden töne!
Na sowas! Das ist doch eine mögliche beschreibung des stücks.
Darauf muss ich wieder einmal auf die reise gehen durch dieses stück musik, wer weiß was mir da alles noch begegnet?"
 HK Gruber, August 2010

Pressestimmen      English
„Startrompeter Håkan Hardenberger konnte seine ganze Virtuosität hineinlegen, auf dem losgelösten Mundstück blasen und seine Instrumente mit Dämpfern näseln und quaken lassen. Ein Spielstück mit pulsierendem Drive, bei dem das Zuhören Spaß machte. Viel Applaus, auch Bravorufe im Alfried-Krupp-Saal.“ (Klaus Albrecht, Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, 23.05.2008)

Empfohlene Aufnahme
Håkan Hardenberger, trumpet / Mats Bergström, banjo / Claudia Buder, accordion / Swedish Chamber Orchestra / HK Gruber, conductor
BIS-CD-1781

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