Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes

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KOMPONIST IM PORTRÄT
Aa, Michel van derSecond Self (2004) 15'
for orchestra and soundtrack

Orchesterbesetzung
0.0.Ebcl.2(II=bcl).0-2.2.2.btrb.1-perc(2)-strings(12.12.10.8.6)-soundtrack(laptop, 1 player).
Abkürzungsverzeichnis (PDF).

Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.

World Premiere
10/15/2004
Donaueschingen
SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Roland Kluttig


Anmerkungen des Komponisten      English
Man könnte Second Self als einen inneren Konflikt beschreiben. Ein Live-Orchester, ein solistisches Streichquartett und Samples des Orchesters auf Band sind die ‘Charaktere’, und in ihrem Wechselspiel und ihren Konfrontationen sehen wir die Spannungskurve des Stücks.

Ein Streichquartett löst sich aus dem Orchester. Es stellt sich als ein alter ego heraus, eine andere Version des Orchesters selbst. Das Orchester wird von diesen vier Spielern herausgefordert und angestachelt. Das Kräftegleichgewicht verschiebt sich, und mit ihm auch die umgebende akustische Landschaft.

Zu den Musikern gesellt sich ein unsichtbarer Partner, ein Soundtrack, der mit ihnen in Dialog tritt. Der Soundtrack ist aufs innigste mit der Musik verschmolzen, ist wie eine Verlängerung des Erklingenden selbst - sozusagen ein zusätzliches Instrument.

Am Schluß antwortet das Streichquartett dem Orchester mit gesampleten Ausschnitten musikalischen Materials und zwingt es so letztendlich, zum Pantomimen zu werden. Die Orchestermusiker spielen weiter, aber der Klang ist ihnen von ihrem alter ego geraubt worden.

© 2004, Michel van der Aa

"Second Self" ist ein Auftragswerk der Donaueschinger Musiktage.



Pressestimmen      English
„Das hochexpressive Werk beschreibt einen spannenden inneren Konflikt. Zeit-Ticker und extreme rhythmische Verdichtungen begleiten hier einfühlsame Cantus-firmus-Sequenzen und virtuose Pizzicato-Einlagen. Cluster-Bildungen erscheinen in mehreren Schichten übereinander. Ein Live-Orchester, ein Solo-Streichquartett und aufgenommene Samples des Orchesters sind hier die höchst virtuosen ‘Darsteller’. Roland Kluttig arbeitete Interaktion und vibrierende Konfrontation dieser innerlich glühenden Partitur sehr konsequent heraus, immer wieder kippte die Hör-Landschaft machtvoll um.“ (Alexander Walther, Das Orchester 1/2005)

Empfohlene Aufnahme
SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Roland Kluttig
(Donaueschingen Music Days 2004)
Col Legno WWE 1CD 20245






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