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KOMPONIST IM PORTRÄT

Sergei Rachmaninoff

 b.1 April 1873, Semyonovo
d.28 March 1943, Beverly HillsSergei Rachmaninoff Photo: www.booseyprints.com

Biographie


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Sergei Rachmaninoff, einer der größten Pianisten aller Zeiten und einer der herausragendsten Melodiker unter den Komponisten, wurde am 20. März 1873 (1. April nach neuer Zeitrechnung) in Oneg bei Nowgorod als Sohn einer Musikerfamilie geboren: Sein Großvater war Schüler von John Field gewesen und sein Vater spielte ebenfalls Klavier. Als Sergei neun Jahre alt war, zwangen finanzielle Schwierigkeiten die Familie, ihr Anwesen zu verkaufen. Sie zogen nach St. Petersburg, wo er Klavierunterricht am Konservatorium erhielt. Rachmaninoffs Vetter, der Pianist und Dirigent Alexander Siloti, hatte in Moskau bei dem strengen Nikolaj Swerew studiert und schlug Rachmaninoff vor, ebenfalls zu Swerew zu gehen. So unternahm er 1885 die Reise nach Moskau und blieb drei Jahre bei Swerew. Im Jahr 1888 begann Rachmaninoff bei Siloti selbst Klavier und Komposition bei Sergei Tanejew und Anton Arenski zu studieren; auch Tschaikowski, Silotis Freund und früherer Lehrer, stand ihm beratend zur Seite.

Noch vor seinem Examen als Pianist im Jahr 1891 hatte Rachmaninoff das Werk komponiert, das sein bekanntestes werden sollte: das Prélude cis-Moll. Sein Kompositionsexamen folgte 1892; für Aleko, seine Oper nach Puschkin, erhielt er eine Goldmedaille. Die Uraufführung seiner Symphonie Nr.1 in Moskau im Jahr 1887 war ein völliger Reinfall (angeblich war der Dirigent Alexander Glasunow betrunken). Rachmaninoff vernichtete die Partitur (glücklicherweise blieb ein Satz Einzelstimmen erhalten, so daß die Partitur nach Rachmaninoffs Tod wieder rekonstruiert werden konnte).

Schon in frühen Schaffensjahren zeigte sich eine Konstante, die sich durch Rachmaninoffs ganzes Leben zog: ein ruheloses Hin und Her zwischen Auftritten als Konzertpianist und Komponieren. Gewöhnlich gab er aufgrund wirtschaftlicher Zwänge dem Podium den Vorrang. Schon 1899, als er in London ein Konzert mit seinen Orchesterwerken dirigierte und einige seiner Klavierwerke spielte, genoß er internationalen Ruf.

Sein 1900 begonnenes Klavierkonzert Nr.2, heute eines der meistgespielten Konzerte überhaupt, vollendete Rachmaninoff im Jahr darauf, als auch die Cellosonate entstand. Die selten aufgeführte Kantate Der Frühling folgte im Jahr 1902, dem Jahr seiner Hochzeit mit seiner Kusine Natalja Satina; die Tochter Irina wurde 1903 geboren. Im Jahr 1904 nahm Rachmaninoff eine Stelle als Dirigent am Bolschoi-Theater in Moskau an, was ihn 1906 zu zwei weiteren Opern anregte, Francesca da Rimini und Der geizige Ritter. Die Arbeit am Bolschoi setzte ihn derart unter Druck, daß die Rachmaninoffs die Hauptstadt für einige Zeit verließen und nach Dresden gingen, wo der Komponist mit der Arbeit an seiner Symphonie Nr.2 begann. Die Uraufführung fand im Jahre 1908 in St. Petersburg statt; Rachmaninoff selbst stand am Pult.

Die Jahre vor der russischen Revolution verbrachte Rachmaninoff in einem erschöpfenden Wirbel von Aufführungen als Pianist und Dirigent. Der Landsitz der Familie in Iwanowka südöstlich von Moskau bot ihm einen Hort der Ruhe, wo er sich dem Komponieren widmen konnte. Zu dieser Zeit entstanden das Klavierkonzert Nr.3, die symphonische Dichtung Die Toteninsel, die Chorsymphonie Die Glocken und zwei Werke für A-cappella-Chor, die Liturgie des hl. Johannes Chrysostomos und die Vespermesse.

Nach der Oktoberrevolution 1917 beschloß Rachmaninoff, mit seiner Familie das Land zu verlassen, und nahm eine Einladung für ein Konzert in Stockholm an. Im Dezember machte sich der Komponist mit Frau und den beiden Töchtern auf die Reise; er sollte niemals in seine Heimat zurückkehren. Nach einem kurzen Aufenthalt in Stockholm und Kopenhagen übersiedelten sie im November 1918 nach Amerika. Infolge seiner verstärkten Konzerttätigkeit blieb ihm nun weniger Zeit zum Komponieren. Außerdem begann er im Studio zu arbeiten, wo Aufnahmen entstanden, die über 80 Jahre später immer noch zu den wertvollsten Interpretationen seiner eigenen Musik und der Werke anderer Komponisten gehören, die jemals auf Platte erschienen.

Rachmaninoff versuchte den Frieden, den er in Iwanowka genossen hatte, wiederzufinden, indem er eine Villa am Vierwaldstätter See baute, abgeschieden von dem unablässigen Druck des internationalen Konzertlebens. Dort schrieb er die Rhapsodie über ein Thema von Paganini und die Symphonie Nr.3, die er 1939 mit dem Philadelphia Orchestra aufnahm, das seiner Musik lange verbunden blieb. Sein letztes großes Meisterwerk waren die 1940 komponierten Symphonischen Tänze; bei seinem letzten Soloauftritt, am 17. Februar 1943 in Knoxville/Tennessee war er bereits schwerkrank. Er starb am 28. März in Beverley Hills.

Neben seiner persönlichen Zurückhaltung besaß Rachmaninoff ein tiefe Großzügigkeit, was sich in dem disziplinierten und gleichzeitig opulenten Charakter seiner Musik widerspiegelt. Obwohl er in der Nachkriegszeit angesichts der Vorherrschaft der Moderne in der Gunst der Kritiker verlor, blieb die Zuneigung des Publikums immer auf seiner Seite. Heute sehen auch die Kritiker ein, daß das Publikum Recht hatte: Rachmaninoffs Musik erreicht oft wirkliche Größe – der harmonische Reichtum, die orchestralen Farben und die melodische Wärme sind so charakteristisch, daß ihm ein dauerhafter, bevorzugter Platz in den Konzertprogrammen sicher ist.

Sergei Rachmaninoffs Werke werden von Boosey & Hawkes herausgegeben.

Abdruckrechte
Diese Biographie kann kostenfrei in Konzertprogrammen unter Angabe des folgenden Vermerks verwendet werden: Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags Boosey & Hawkes.

This biography can be reproduced free of charge in concert programmes with the following credit: Reprinted by kind permission of Boosey & Hawkes

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