Nachrichten zu den Komponisten bei Boosey & Hawkes
KOMPONIST IM PORTRÄT

Jacques Offenbach

 b.20 June 1819, Cologne
d.5 October 1880, ParisJacques Offenbach Photo: Portrait by F Grünewald (1881)

Biographie


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Jacob Offenbach wird am 20. Juni 1819 als Spross einer jüdischen Musikerfamilie geboren. In sehr jungen Jahren beweist er sein Talent beim Erlernen des Cellospiels. Er tritt in Konzerten auf und beginnt, Musik für das Instrument zu schreiben. Mit 14 Jahren siedelt er nach Paris über, um auf dem Conservatoire sein Spiel zu perfektionieren. Für seinen Lebensunterhalt musiziert er in Synagogen sowie verschiedenen Orchestern. Besonders zu erwähnen ist dasjenige der Opéra-Comique. Dort lernt er das große französische Repertoire kennen.

Er studiert bei Fromental Halévy. Ab 1836 bringt er zahlreiche Walzer und andere Tänze aus seiner Feder bei den großen Pariser Bällen zur Aufführung (Die Jungfrauen etc.). Schnell avanciert er zu einem der bedeutendsten Cellisten seiner Zeit und konzertiert in den angesehensten Salons. Seine wahre Leidenschaft bleibt das Komponieren, insbesondere für die Bühne. Er veranstaltet zahlreiche Konzerte, um seine Werke dem Pariser Publikum zu präsentieren (darunter L’Alcove, das Concerto Militaire, Le Moine bourru). Doch gelingt es ihm nicht, mit ihnen ins offizielle Programm der großen Theater vorzudringen.

Unterdessen heiratet er Herminie de Alcain, mit der er fünf Kinder haben wird. 1850 wird er musikalische Leiter der Comédie-Française. Dort bleibt er, bis er 1855 sein eigenes Theater gründet, die Bouffes-Parisiens. Der Erfolg lässt nicht auf sich warten. Zunächst bringt er kürzere Einakter heraus (darunter Les Deux Aveugles, Ba-Ta-Clan, Croquefer), 1858 dann das erste große Werk, Orphée aux Enfers, das zum Triumph gerät. Offenbach wird einer der berühmtesten Komponisten von Paris – und von ganz Europa. 1860 erhält er die französische Staatsbürgerschaft und debütiert an der Pariser Opéra mit seinem Ballett Le Papillon. 1861 ernennt man ihn zum Ritter der Ehrenlegion, und in der Opéra-Comique kommt Barkouf zur Uraufführung. Offenbach komponiert weiterhin für die Bouffes-Parisiens und etliche andere Theaterhäuser.

Ab 1862 teilt er seine Zeit zwischen Paris, Etretat, Bad Ems, Wien und anderen Orten auf, wo er jeweils eine Reihe von Werken komponiert und auf die Bühne bringt. Für Wien schreibt er 1864 seine große romantische Oper Die Rhein-Nixen. Eine sechsjährige, von den größten Erfolgen gekrönte Periode schließt sich an, in Verbindung mit seinen Librettisten Meilhac und Halévy sowie seiner Star-Interpretin Hortense Schneider: La Belle Hélène, Barbe-Bleue, La Vie parisienne, La Grande-Duchesse de Gérolstein, La Périchole und Les Brigands finden für alle Zeiten Eingang ins Repertoire.

Doch der Krieg von 1870 bringt Unheil über Offenbach. Man wirft ihm seine deutsche Herkunft vor. Trotz der Feindseligkeiten ist sein kompositorisches Schaffen nicht weniger fruchtbar. 1872 bringt er an der Opéra-Comique und danach in Wien eines seiner wichtigsten Werke zur Aufführung: Fantasio. 1873 wird er Direktor des Théâtre de la Gaîté und wendet sich einem neuartigen Genre zu: der "Féerie". Hierfür überarbeitet er seinen "Glücksbringer" Orphée aux Enfers, knüpft aber zugleich eine neue Zusammenarbeit mit dem großen Theaterautor Victorien Sardou an (Le Roi Carotte, La Haine, Don Quichotte).

Angesichts der sich anhäufenden Schulden sieht er sich im Jahr 1876 zu einer großen Konzerttournee durch Amerika gezwungen. Bei der Rückkehr nimmt er die Arbeit an einem Projekt wieder auf, das ihn umtreibt: Les Contes d’Hoffmann. 1879 erlebt er noch einmal einen außerordentlichen Erfolg mit La Fille du tambour-major. Doch die Uraufführung seines Meisterwerkes Les Contes d’Hoffmann erlebt er nicht mehr. Am 5. Oktober 1880 stirbt er, erschöpft von der Krankheit, die ihn sein Leben lang begleitet hat und ihn doch nicht daran hinderte, ein reichhaltiges Œuvre von über 600 Werken zu schaffen, darunter mehr als 130 für die Bühne.

This biography can be reproduced free of charge in concert programmes with the following credit: Reprinted by kind permission of Boosey & Hawkes.

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