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Photo:Catherine Ashmore
Royal Opera House 1983, Michael Geliot, dir

Maxwell Davies, Peter

Taverner (1962-68/1970)

Dauer: 117 Minuten
Opera in two acts

Libretto by the composer, drawn from letters and documents of the 16th century (E-L,G-L,Sw-L)

Besetzung
2(I,II=picc).2(II=corA).2(I=Ebcl,II=Ebcl,bcl).2(II=dbn)-4.4(III&IV=picc in F).2.2-timp.perc(5):glsp/t.bells/French cowbell/Japanese jingles/ metal disc/knife(with grinding wheel)/metal & wooden claves/maracas/ wdbl/4tpl.bl/castanet machine/football rattle/ratchet/2tamb/2SD/tab/ TD/3BD/Turkish cym/cyms/3susp.cym/cracked cym/tam-t/coil bell/upright pft with action removed/hand bells/2church bells/6tuned gongs-harm-harp -strings; stage orchestra (modern alternatives in brackets):lute(guitar)/ 2tenor viols(2vln)/4bass viols(2vla.4vlc)/violone(db)/2s oprano shawms(2ob)/tab/SD/sopranino recorder(picc)/ co rnett in C(cl)/bass shawm(dbn)/soprano shawm(=alto shawm)(tpt)/ al to trbn(tenor trbn)/nakers(timp)/positive organ/regal/12 soldiers' dr ums; off-stage: descant,treble,tenor,and bass recorders.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
7/12/1972
Royal Opera House, Covent Garden, London
Michael Geliot, Regisseur
Dirigent: Edward Downes
Ensemble: Royal Opera

Rollen

JOHN TAVERNERTenor
RICHARD TAVERNER, später der HEILIGE JOHANNESBariton
KARDINAL, später ERZBISCHOFTenor
DER KÖNIGBaß
DER HOFNARR, später DER TOD und DER WITZIGE JESUSBariton
DER WEIßE ABTBariton
Der Priester und Beichtvater, später GOTT DER VATERCountertenor
JUNGEKnabensopran
KAPITÄNBaß
ANTICHRISTTenor (gesprochen)
ERZENGEL GABRIELHoher Tenor
ERZENGEL MICHAELTiefer Baß
2 MÖNCHETenöre
ROSE PARROW, später die JUNGFRAU MARIAMezzosopran
Die RatsversammlungTenöre/Bässe
MöncheTenöre/Bässe
DämonenKnabensoprane
StadtvolkChor (SATB)
ChorknabenKnabensoprane (mind. 16)
2 Priester, jeder mit einem großen silbernen KreuzStumme Rollen
2 Laien mit symbolischen SäulenStumme Rollen
2 Soldaten mit SchlächterbeilenStumme Rollen
2 Messdiener, KnabenStumme Rollen
Ein NovizeStumme Rolle
Tänzer für den Tanz des Todes


Ort und Zeit
England, 16. Jahrhundert


Zusammenfassung
Taverner muß sich vor dem Weißen Abt verantworten, da er Luthers Ketzerei gefolgt ist. Zeugen werden angehört, der Chor gibt seine Kommentare ab – doch bevor ein Urteil gesprochen werden kann, wird Taverner durch die Intervention des Kardinals (hier nicht ausdrücklich Wolsey genannt) gerettet, der ihn für seine Kunst benötigt. Taverner erwägt die religiöse Bedeutung seiner Musik, währenddessen ist Mönchsgesang zu hören. Dann wechselt die Szene von der Kapelle in den Thronsaal, wo der König gerade dem Kardinal Anweisung gibt, ihm eine Scheidungserlaubnis zu besorgen. Alle beide wirken allerdings wie Marionetten in der Hand des Narren. Das Orchester schweigt dazu, die Szene wird nur von Musik eines Renaissance-Ensembles begleitet. Der Narr – oder der Tod, in den er sich bald wandelt – ruft Taverner (und das Orchester) herbei. Die billige religiöse Show verwirrt Taverner; er entschließt sich zum Kampf gegen die Niedertracht der Katholiken.

Der zweite Akt, der ebenfalls aus vier Szenen besteht, ist wie eine schwarze Version des ersten. Wieder sehen wir eine Gerichtsverhandlung, diesmal in albtraumhafter Geschwindigkeit: Taverner ist jetzt der Richter und der Weiße Abt wird beschuldigt, der alten Religion anzugehören. Auf dem Höhepunkt erscheint der Narr auf dem Schicksalsrad. Es folgt die zweite Thronsaalszene, wieder erklingt dazu die Musik eines Renaissance-Ensembles. Jetzt wirkt es allerdings wie eine grelle Parodie auf historische Tänze und Virginalstücke, die die Handlung quer durch das 16. Jahrhundert treiben. Monarch und Kardinal befinden sich im Zwiegespräch über den Fortgang der Reformation, während der Narr den Kleriker zum anglikanischen Erzbischof einsetzt. In der zweiten Kapellenszene feiern der Weiße Abt und die Mönche eine Messe, während Taverner Selbstzweifel wegen seiner früheren Leichtgläubigkeit hat. Ein Offizier kommt herein und verschüttet den geweihten Wein, worauf die Mönche hinausgehen, ein (originales) Benedictus von Taverner singend. Die Schlußszene ist ein großes Chortableau, in dem der Weiße Abt zum Scheiterhaufen geführt wird. Taverner wird klar, daß er das Gute in sich zerstört hat. Paul Griffiths


Stimmung
dramatisch, poetisch


Themen
Ethik, Geschichte, Religion, Politik, Musik/Künste


Empfohlene Aufnahme
Martyn Hill/David Wilson Johnson/BBC Symphony Orchestra/Oliver Knussen
(p) 2009 BBC (c) 2009 NMC Recordings Ltd
NMC D157

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