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Andriessen, Louis

La Commedia (2004 - 08)

Dauer: 100 Minuten
Film opera in five parts, with electronic music inserts by Anke Brouwer

Texte von Dante und Vondel sowie aus dem Alten Testament (lat.-niederl.-engl.-it.)

Besetzung
Major roles: S,female voice,male voice; Small roles: from the chorus; chorus (SATB); children's chorus; 3(I,II=picc).2.2.bcl.dbcl.0-2.2.2.0-perc(2):glsp/vib/tam-t/gong/xyl/4wdbl/2bongo/ SD/BD/3brake dr/timp/chimes/log dr/3tplbl/lg lion's roar/2tom-t/2cyms-2pft-cimb-gtr-bass gtr-strings(vln/vlc/db: min 3.3.2)

Performance of this work requires a CD, 'Soundscapes', to be played. This is included with the hire set..
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
6/12/2008
Koninklijk Theater Carré, Amsterdam
Claron McFadden, soprano / Cristina Zavalloni, voice / Jeroen Willems, voice / Hal Hartley, director
Dirigent: Reinbert de Leeuw
Ensemble: Synergy Vocals / Netherlands Opera / Asko|Schönberg Ensemble

Zusammenfassung
Teil I – Die Stadt Dis oder Das Narrenschiff
Die Eröffnung des Werkes bildet ein lateinischer Text aus den ersten Seiten des Narrenschiffs, gefolgt von einem Text aus dem 16. Jahrhundert, der die Anwerbung neuer Mitglieder für die Gilde des Blauen Kahns zum Inhalt hat. Beatrice erscheint und berichtet von ihrer Bitte an Vergil, Dante auf seinem Weg durch die Ewigkeit zur Seite stehen zu dürfen. Zwei Männer sind mit dem Boot unterwegs zur Höllenstadt Dis. Sie sehen schreiende Furien auf den Dächern der brennenden Türme. Jemand geht über das Wasser. Dante befindet: „Ich war überzeugt, dass der Himmel sie geschickt hatte.“

Teil II – Racconto dall’Inferno
Dante erzählt eine komische Geschichte über einen der höheren Teufel, der ihm den Weg weist. Dieser Malacoda gewährt Dante eine Eskorte zehn fürchterlicher Teufel. Ein eigenartiger Marsch ertönt, während sie durch die Hölle trotten.

Teil III – Luzifer
Eine lange instrumentale Introduktion führt uns in die tiefsten Grauen der Hölle. Der Chor beschreibt Luzifer, der am Ende des Gesangs selber auftritt. Eifersüchtig auf Gott, da dieser die Menschheit nach seinem eigenen Bilde erschaffen hat, schreit er sein Verlangen nach Rache heraus und jubelt.

Teil IV – Der Garten der Lüste
Dante trifft seinen verstorbenen Freund Casella, einen Musiker, der eines von Dantes wunderbaren Sonetten singt. Dante singt ein Lied von einer furchterregenden Schlange, die von riesigen Vögeln gejagt wird. Daraufhin hilft man ihm ans andere Ufer des Flusses Lethe zu gelangen, wo er eine eindrucksvolle Prozession von großer Schönheit sieht. Dante wird von einem Auto erfasst und stirbt. Der Chor singt einen Text aus dem Hohelied des Salomon, gewidmet der Braut des Libanon.

Teil V – Luce Etterna
Aus einem unmerklichen Beginn entwickelt sich ein Licht, das Musik ist. Unterbrochen wird es von einem Text aus dem Requiem, gesungen von einem frechen Kinderchor. Beatrice erklärt, das Licht sei das Licht der Liebe. Der Klang eines gestirnten Firmaments verbindet die beiden Solistinnen. Dante besingt die Himmelskörper und die Musik der Sphären hymnisch, wird jedoch unterbrochen von Cacciaguida, der sich über die Menschen von Florenz beschwert. Der Chor und Beatrice singen vom Licht der Ewigkeit, das alles Leid besiegt.

© Mirjam Zegers & Louis Andriessen
(dt. Übers. Andreas Goebel nach der engl. Übertragung von Peter Lockwood)


Pressestimmen
„Reuevolle Abkehr von früherer Ungebärdigkeit bedeutet dieses ‘Alterswerk’ gar nicht: Da hat wieder die abgründige Lust, Überraschung zu bescheren, musikalisch pfiffige Mittel und Wege gefunden... Indem Commedia alles Bekenntnispathos und Heilsversprechen meidet wie Luzifer das Weihwasser, setzt sich dieses Werk mit Fragen nach ‘letzten Dingen’ auf eine Weise auseinander, die sich in einer breit gefächerten laizistisch-demokratischen Gesellschaft auf der Höhe der Zeit bewegt.“ (Frieder Reininghaus, NZfM 4/2008)

„Was hätte man sich nicht alles ausmalen können: Dantes Inferno, Höllenbilder unserer Gegenwart, Terror, Folter, Krieg, Strafen über Strafen, Vernichtung, Tod. Stattdessen ein paar absurde Szenen am Meer, ein paar Großaufnahmen, einige Gruppenbilder in expressionistischen Ausschnitten und Perspektiven. Hal Hartley hat also das allzu Naheliegende und Wohlfeile erfolgreich vermieden. Sein Film ist in aller Bescheidenheit die Begleitung zu Andriessens Musik, die den Abend beherrscht. Sie ist selbst schon instrumentales Theater.“ (Lotte Thaler, F.A.Z., 21.06.2008)

„Wo Dante auf Anschaulichkeit verzichtet, wo er sich auf die Mittel der Farbe, des Lichts, der Rede und des Klanges beschränkt, setzt im Grunde Andriessen an. In La Commedia trachtet er erst gar nicht danach, Dantes opus summum als Ganzes zu fassen. Andriessen sucht vielmehr vermittels einer griffigen, das Melos und den Rhythmus sowie die semantischen Strömungen der Dichtung aufnehmenden Klangsprache die Verknüpfung der Topoi und der Allegorien mit einer heutigen Daseinsebene, ohne den theologischen Impetus der literarischen Vorlage dafür preiszugeben... In wundervoll poetischen Bildern, die sämtlich und mit sanftem Blick Steine aus des Dichters megalomanem Verse-Mosaik beleuchten, skizziert [Hal Hartleys Film] die Dimension des Seienden als etwas Ungezügelt-Hilfloses, Schicksalgläubiges. Anders gesagt: Denn sie wissen (noch) nicht, was sie wollen, wissen noch nicht, wer sie und warum sie sind.“ (Jürgen Otten, Opernwelt 8/2008)





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