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Photo:Branco Gaica
Sydney 2010, Neil Armfield, dir.

Dean, Brett

Bliss (2004/06-07/09)

Dauer: 150 Minuten
Opera in three acts

Libretto von Amanda Holden nach dem Roman von Peter Carey (1981) (engl.)

Besetzung
Major roles: 3S,M,3T,2Bar,BBar; minor roles: 2S,T,Bar; dancers; chorus (up to 48 voices); 3(I,III=picc,II=afl).2(II=corA,whirly tube).3(II=bcl,III=bcl,dbcl).3(III=dbn)-4.2.2ttbn.btbn.1-timp(=sm tgl,lg cym).perc(3):I=vib/tam-t/crot(2octaves)/tamb/7cowbell/3tuned gong/sizzle.cym/Chin.cym/lion's roar/seed rattle; II=dr kit(SD/pedal BD/hi-hat/4tom-t/3bongo/susp.cym/sizzle.cym)/4wdbl/glsp/1tuned gong/whip/tam-t(sm)/whirly tube; III=marimba/BD/2tgl(lg,sm)/ratchet/rainmaker/2tuned gong/t.bells/glsp/vibraslap/bell tree/police whistle/duck call-harp-pft(=cel)-elec.git-MIDI kbd-strings(min.12.10.8.6.4, last desk players of vln1&2 also to play whirly tubes; On-stage: cl, vln, git, upright piano; elec.vln.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
3/12/2010
Opera House, Sydney
Neil Armfield, Regisseur
Dirigent: Elgar Howarth
Ensemble: Opera Australia Chorus / Australian Opera and Ballet Orchestra

Rollen

HARRY JOY, Geschäftsführer einer WerbeagenturBariton
BETTY, seine Fraudramatischer Sopran
HONEY B. (Bee), seine GeliebteSopran
ALEX DUVAL, sein Freund und KollegeBariton
DAVID, sein SohnTenor
LUCY, seine TochterSopran
JOHNNY DAVIS, sein Kollege und Bettys Liebhaberhoher Tenor
Reverend DES, Krankenhausgeistlicher / Polizeibeamter 2 / "Krankenschwester", Insasse der HeilanstaltBaßbariton
ALDO, italienischer Kellner im Restaurant / NIGEL CLUNES, Geschäftskunde und FreundTenor
Mrs. DALTON, Leiterin der HeilanstaltMezzosopran
Zwei KrankenschwesternSoprane
Polizeibeamter 1 / Bettys ArztTenor
Nachbar / AnstaltsarztBariton
Geschäftsmänner2 Tenöre, 2 Baritone, Baß (Chorsoli)
Lunchgäste, Zirkusartisten und Restaurantgäste, AnstaltsinsassenSATB-Chor
Die Verdammten in der HölleSATB-Chor (hinter der Bühne)
Geschäftsmännerkleiner Männerchor (TB)
Sanitäter, Krankenhausangestellte, Restaurantangestellte, Hotelmanager und -angestellte, Anstaltspersonal und -insassen, BarkeeperStumme Akteure/Tänzer


Ort und Zeit
Eine wohlhabende Provinzstadt, in der jüngsten Vergangenheit


Zusammenfassung
Nach einer Herzattacke ist der erfolgreiche Geschäftsmann Harry Joy für neun Minuten tot. Nach erfolgreicher Wiederbelebung hat sich sein Leben oder besser seine Sicht darauf nach diesem Nahtoderlebnis radikal verändert – er wähnt sich in der Hölle. Er stellt fest, dass seine Tochter Kommunistin, sein Sohn ein Drogendealer ist und beide ein inzestuöses Verhältnis miteinander haben. Seine Firma macht den größten Gewinn mit Werbung für Chemikalien, die in der Nebenwirkung Krebs verursachen und seine Frau Betty betrügt ihn mit seinem Freund und Kollegen Johnny.
Angewidert verlässt Harry seine Familie und zieht ins Hotel. Dort verliebt er sich in Honey, Prostituierte und Hippie, und beschließt, mit ihrer Hilfe ein „guter Mensch“ zu werden. Inzwischen haben Betty und Johnny veranlasst, Harry in die Psychiatrie einweisen zu lassen.
Dort kommt es zum Kampf zwischen Betty und Honey um Harrys „Seele“ – und statt mit Honey ein neues, moralisch integeres Leben aufzubauen, kehrt er zurück in die alte schmutzige Werbebranche, nun mit der karrierebewußten Betty als Partnerin.
Als Betty ihre Krebsdiagnose bekommt, offenbar Spätfolgen ihrer Kindheit auf der elterlichen Tankstelle, läuft sie Amok und sprengt sich selbst während einer Sitzung mit Managern aus der Ölbranche in die Luft.
Harry findet schließlich doch noch sein Glück mit Honey.


Pressestimmen
„Die erste stehende Ovation war für Peter Coleman-Wrights warme, ironisch und schön gesungene Darbietung der Hauptrolle, des Werbemoguls Harry Joy, der, nachdem er das Ausmaß der Dysfunktionalität seines Lebens erkennt, in eine moderne Version von Dantes Hölle absteigt. Die zweite stehende Ovation galt Brett Dean und seiner Librettistin Amanda Holden ... Bliss ist ein bedeutendes Werk und angesichts des Umfangs an Handlungsdetails, die Holden in die Geschichte einarbeitet, ungewöhnlich für eine Oper. Getragen von Deans wunderbarer Partitur, fesselt einen das Werk bis zum Schluß. Zu den erwiesenen Fähigkeiten Deans als Orchesterkomponist kommt hier ein bis dato ungeahntes Gespür für die menschliche Stimme hinzu. Die gesungenen Linien treiben das musikalische und dramatische Tempo voran, unterstrichen von schön ausgestalteten Instrumentalsätzen. Diese wurden mit einem immanenten Gefühl für die Ausdruckskraft der instrumentalen Timbres ausgearbeitet und vom Kontrapunkt und von feiner motivischer Ausführung ‘überwacht’. Dirigent Elgar Howarth setzte dies mit Präzision und Einfühlungsvermögen um.“ (Peter McCallum, Sydney Morning Herald, 15.03.2010)

„Am Schluß der Uraufführung, nach einer langen und facettenreichen Vorstellung, in der sich doch alles wie aus einem Guß zeigte, war es ermutigend festzustellen, daß es – jawohl! – hier eine australische Oper gibt, die so sicher in ihrer Form und ihrem Zweck ist, dass sie, richtig gehegt und gepflegt, über Jahre hinweg in allen kulturellen Klimata gedeihen müßte. Das bedeutet nicht, dass sie unbedingt ein Werk wäre, das ‘einfach’ zu verstehen ist. Im Gegenteil fordern die technischen und harmonischen Komplexitäten von Brett Deans Partitur, die ihr verbales Gegenstück in Amanda Holdens meisterhafter Verarbeitung von Peter Careys Roman finden, viel von den Hörern ... Careys Geschichte von Harry, dem Werbemanager, der neun Minuten lang tot ist und dann ins Leben zurückkehrt, nur um dahinterzukommen, daß seine familiäre und berufliche Existenz eine Hölle auf Erden ist, mag vor dreißig Jahren geschrieben worden sein, aber ihre Botschaft von den Gefahren des uns allen innewohnenden Materialismus hallt immer noch wider. Das Schöne an Neil Armfields konzentrierter, fließender Inszenierung ist, wie mühelos und dennoch bedeutungsvoll sie uns vorwärts in Harrys persönliches Inferno treibt ... ... Deans Partitur pulsiert vor Kraft und quillt über von Fantasie und Klarheit.“ (Michael Shmith, The Age, 15.03.2010)

„Vereintes australisches Künstlertalent hat eine fesselnde Oper geschaffen. Bliss wurde mit selten bei einer Premiere anzutreffender Sicherheit und Selbstvertrauen aufgeführt. ... Bluesartig gedämpfter Trompetensound und jazzartige Trommelschläge begrüßen den ersten Auftritt des Callgirls Honey Barbara. Verstörendes Tutti-Gekreisch untermalt dramatische Momente. Aber Dean verwendet sein Orchestrierungstalent für höhere Zwecke. Schattierungen von Hell und Dunkel zeigen die Gefühle der Protagonisten ... Mit einer farbigen LED-Kulisse von Lichtdesigner Nigel Levings wurde
Brian Thomsons minimalistisches Bühnenbild in eine Serie von prächtigen Schauplätzen verwandelt – sowohl konkret wie symbolisch aufzufassen, ebenso fantasie- wie wirkungsvoll. Die Szenen waren erkennbar realistisch, aber auch leicht surreal, genau wie in Careys Roman. Die Rolle des Harry Joy wurde eigens für den Bariton Peter Coleman-Wright geschrieben. Es war ein weiterer Triumph für diesen außerordentlichen Künstler. Sicher und geschmeidig beherrschte er die ganze Bandbreite seiner Stimmlage und sang mit gepflegter klanglicher Wärme und unglaublicher Kraft ... Bliss ist in jeder Hinsicht ein Erfolg, und die Aussichten für diese Oper sind vielversprechend.“ (Murray Black, The Australian, 15.03.2010)


Stimmung
heiter, dramatisch


Themen
zeitgenössisch, Ethik, Gesellschaft





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