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Photo:Zvonko Novosel
Slovenian National Opera 2005, Manfred Schweigkofler dir.

Offenbach - Keck

Les  Fées du Rhin (OEK critical edition) (1863-64)

(Die Rheinnixen / The Rhine Nixies)
Dauer: 210 Minuten
Romantic opera in four acts

Libretto von Nuitter (Charles Louis Etienne Truinet) und Jacques Offenbach; originale dt. Fassung von A. von Wolzogen (frz., dt.)

Besetzung
2S,T,Bar,B; chorus; ballet; 3(III=picc).2(I,II=corA).2.2-4.2.3.1(ophicleide)-timp.perc(3)-2harp-strings; On-stage: 2fl.2ob.2bn-2hn-strings(5.3.0.0.0); backstage: 2tpt.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung (unvollst.)
2/8/1864
Hofoper, Vienna
Ensemble: Hofoper



Uraufführung (vollst.)
7/30/2002
le Corum, Montpellier
Regina Schörg, Nora Gubisch, Piotr Beczala, Dalibor Denis
Dirigent: Friedemann Layer
Ensemble: Orchestre National de Montpellier



Bühnen-Erstaufführung
1/13/2005
Cankarjev dom, Ljubljana
Manfred Schweigkofler, Regisseur
Dirigent: Dieter Rossberg
Ensemble: Slovenian National Opera

Rollen

CONRAD VON WENCKHEIM, Anführer der Landsknechte im Dienst des Kurfürsten von der PfalzKavalierbariton
FRANZ WALDUNG, ebensoJugendlicher Heldentenor
GOTTFRIED, ein Jäger aus dem NahetaleBaßbariton
HEDWIG, Besitzerin eines Sickingenschen Pachthofes am RheinDramatischer Mezzosopran
ARMGARD, deren TochterLyrischer Sopran (mit Koloratur)
Eine FeeSopran
Erster LandsknechtTenor
Zweiter LandsknechtBariton
Ein BauerTenor
Winzer, Bauern, LandsknechteChor
Elfen, Geister des RheinsChor, Ballett


Ort und Zeit
Im Rhein- und Nahetale, 1522


Zusammenfassung

In Deutschland tobt ein Krieg unter den Kleinstaaten, Provinzen und Fürstentümern. Die Landgrafen der Pfalz, Hessens und Triers haben sich gegen den Grafen Franz von Sickingen verbündet, dessen Burg unweit Kreuznach von den Pfälzischen Landsknechten unter der Führung Conrad von Wenckheims eingenommen werden soll. Ein Hauptmann der Wenckheimschen Truppe ist Franz Waldung, der seit einer Kriegsverletzung am Kopf an einer Amnesie leidet. So fehlt ihm jegliche Erinnerung, als die Soldaten durch seinen Heimatort ziehen und auf einem der Sickingschen Pachthöfe Quartier machen. Dort leben Hedwig und ihre Tochter Armgard, Franzens Jugendliebe, die während des abendlichen Gelages von Wenckheim und den Landsknechten drangsaliert wird. Erst als Armgard, die zur Unterhaltung der Soldaten singen muß, scheinbar tot zusammenbricht, erwacht Franz aus seinem Trauma.

Traum und Realität durchkreuzen sich in den nun folgenden nächtlichen Ereignissen, in denen das durch Menschen verursachte Chaos durch Elementargeister auf die Spitze getrieben wird, wodurch sich erst der Wahn lösen kann. Wenckheim läßt seine Soldaten zur Sickingschen Burg vorrücken, die im Morgengrauen genommmen werden soll. Doch der Sickingen treue Jäger Gottfried, als Ortskundiger gezwungen, den Trupp durch den nächtlichen Wald zu führen, bringt die Soldaten zum Elfenstein, wo sie dem Zauber der elfischen Gesänge erliegen sollen. Armgard, die nicht gestorben, sondern lediglich in Ohnmacht gefallen war, mischt sich unter die Elfen, um Franz zu retten. Hedwig will sich an Conrad rächen, in dem sie den Mann wiedererkennt, der sie vor vielen Jahren durch eine vorgetäuschte Eheschließung betrog und der der Vater ihrer Tochter ist. Aber auch der zynische Krieger Conrad kommt durch die seelischen Erschütterungen wieder zu Verstand und schwört am Ende dem Kriegshandwerk ab.

Armgard ist sowohl handelnde Person wie symbolisch erhöhte Figur. Sie steht für die 1864 noch immer virulente Sehnsucht nach einem geeinten Deutschland - neben dem Elfenlied, das später als Barcarolle in Hoffmanns Erzählungen Berühmtheit erlangte, durchzieht Offenbachs 1848 komponiertes Vaterlandslied die Oper als ein zweiter musikalischer roter Faden - doch eine Einigung wird hier beschworen, die nicht das Ergebnis machtpolitischer Spekulationen à la Bismarck ist, sondern der kulturellen Identität. In ihrer antichauvinistischen, pazifistischen Haltung, komponiert aus der Perspektive eines zum "Erbfeind" übergelaufenen deutschen Komponisten, sind die Fées du Rhin ein außerordentliches Dokument europäischer Romantik.


Rezeption

Hinweise zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte sowie zur neuen OEK-Ausgabe

Die Oper kam 1864 unter dem irrigen Titel Die Rheinnixen (ein Vorschlag Eduard Hanslicks) an der Wiener Hofoper heraus, allerdings in einer zerstückelten, dreiaktigen Fassung, da der an einer mentalen Krankheit leidende Tenor Ander die männliche Hauptrolle nicht vollständig lernen konnte (er starb einige Monate nach der UA). Diese um etwa eine Stunde Musik - größtenteils die aufregendste des Werkes - gekürzte Fassung hatte offensichtliche dramaturgische Schwächen, und es ist verständlich, daß die Oper dafür kritisiert wurde. Die äußerst spärliche Literatur zu den Fées du Rhin kolportiert einen Mißerfolg der Uraufführung, was aber aufgrund der zeitgenössischen Quellen widerlegt werden kann (siehe die Artikel von Jean-Christophe Keck und Frank Harders-Wuthenow in dieser Dokumentation). Zitiert wurden entweder die Wagnerianer oder Hanslick, der Offenbach nicht als Komponisten großer romantischer Opern sehen wollte, sondern als Satiriker.

Dank der jahrelangen Vorarbeiten des Offenbach-Herausgebers Jean-Christophe Keck konnte erstmals eine kohärente Ausgabe erstellt und das Werk damit für den Aufführungsbereich erschlossen werden. Die Quellen waren auf verschiedene Bibliotheken weltweit verstreut, wichtige Dokumente fanden sich aber auch in Privatbesitz. Gespielt werden kann jetzt erstmals nicht nur die für Wien von Alfred von Wolzogen übersetzte deutsche Fassung, sondern auch die von Offenbach ursprünglich komponierte französische Originalfassung, die nicht nur der szenischen, sondern auch der konzertanten Uraufführung harrt.

Die konzertante Uraufführung der originalen deutschen Fassung in Montpellier am 30. Juli 2002 hat - wie die Presse einhellig bestätigt - das gängige Offenbach-Bild bereits umgekrempelt. Es ist herrlichste romantische Musik, auf der Höhe ihrer Zeit, europäisch, nicht tümelnd, und von einer subtilen Ironie, wie man es von den deutschen Komponisten der Zeit nicht kennt. Ein echter Gegenentwurf zu Wagner, handelt es sich um eine echte Sängeroper, um einen unerschöpflichen Fluß herrlichster melodischer Erfindung bei gleichzeitig höchst origineller und moderner Orchesterbehandlung.

Der außerordentliche Erfolg in Montpellier (das Corum war mit 2.500 Plätzen ausverkauft, das Publikum hingerissen) bestätigt, daß eine Produktion des Werkes mit exzellenten Sängern in einer intelligenten Regie jedes Opernpublikum der Welt begeistern wird.


Pressestimmen

"... eine musikgeschichtlich einzigartige Schöpfung..."
(W. Kutzschbach, Das Opernglas 9/2002)

"... dies ist nicht nur eine wundervolle Wiederentdeckung... es ist nicht mehr und nicht weniger als ein gänzliches aggiornamento, nach dem niemand je wieder... das vielgestaltige Genie Jacques Offenbachs auf die gleiche Weise wird beurteilen können. Ein bemerkenswerter musikwissenschaftlicher Fortschritt, eine unverzichtbare Anerkennung für diesen ebenso verkannten und ungeliebten wie auf trügerische Weise populären Komponisten. Ein Prüfstein der Opernproduktion ihrer Epoche... wurden die Fées du Rhin von Alberich entführt, so daß Europa sie derart vergessen konnte?!... Als Höhepunkt des Festivals 2002 glänzen sie wie ein goldener Wappenschild, gestiftet dem - noch immer lückenhaften - Andenken Jacques Offenbachs: dem ‘Mozart der Champs-Élysées’."
(Jacques Duffourg, www.resmusica.com, 8/2002)

"Es ist ein unwiderstehliches, köstliches Stück von einem Komponisten, der gänzlich auf der Höhe des Schaffens stand... Man könnte sich nicht schwer vorstellen, daß dieses Werk zum einem der meistaufgeführten in Offenbachs Oeuvre wird."
(Frank Cadenhead, www.operajaponica.org, 03.09.2002)

"Diese Uraufführung... gibt Gelegenheit, die Schönheit einer Musik neu zu bewerten, die eine jederzeit gültige Botschaft transportiert und die Gewalt als Mittel der nationalen Einigung verdammt."
(
Eric Dahan, Libération, 30.07.2002)

"Die Entdeckung von Offenbachs Fées du Rhin wird als einer der stärksten Akzente dieser achtzehnten Festival-Ausgabe nachklingen... Hoffen wir, daß diese Fées du Rhin auch andere Hörer bezaubern und an der Neubewertung eines allzu leicht herabgewürdigten Komponisten Anteil haben werden."
(Philippe Venturini, Le Monde de la Musique, 8/2002)


Stimmung
dramatisch, poetisch, romantisch


Themen
Geschichte, Zauberei/Geheimnis, Beziehungen, Politik


Empfohlene Aufnahme
(World premiere recording)
Regina Schörg / Nora Gubisch / Piotr Beczala / Dalibor Jenis a.o.
Orchestre National de Montpellier / Friedemann Layer
Universal / Accord CD 472 920-2

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