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Ramdohr, Niclas

Verraten und verkauft (1996)



Libretto von Peter Lund (dt.)

Besetzung
S,M,A; pft.
Abkürzungsverzeichnis (PDF).


Vertriebsgebiet
Dieses Werk ist erhältlich bei Boosey & Hawkes für Aufführungen in der ganzen Welt.



Uraufführung
8/16/1996
Neuköllner Oper, Berlin
Peter Lund, Regisseur
Dirigent: Niclas Ramdohr

Rollen

"Maria" / "Annemarie Windmöller" / "Maria Gröning" / "Ingrid Gradow"Sopran
"Katharina" / "Katharina von Passavent" / "Heinrich Gröning" / "Frau Rotluff"Mezzosopran
"Franziska" / "Ellen Ott" / "Der Knecht" / "Franziska Oerten"Alt


Zusammenfassung
Drei Frauen vernichten die Akten ihres Lebens. Aber welches Lebens?

Immerhin drei stehen zur Auswahl. Drei Geschichten zum Thema Denunziation - mit den immer gleichen Mitteln des Verrats und der Angst, egal, ob im siebzehnten Jahrhundert eine Bäuerin ihren Mann der Hexerei bezichtigt, ob 1943 der junge Pianist Karlrobert Kreiten wegen seiner Äußerung, der Krieg sei längst verloren, sein Leben verliert oder ob im Ostberlin der frühen achtziger Jahre eine junge Journalistin in die Fänge der Stasi gerät.

Die Mittel bleiben sich überraschend gleich, auch wenn die Gründe jedes Mal andere sind.
Aber sind sie das überhaupt? Was treibt Menschen dazu, einen anderen Menschen zu verraten? Politische Überzeugung? Liebe? Gier? Oder ist es manchmal einfach nur die eigene Unbedeutendheit und damit der schlimmste Grund für menschliche Bosheit - ganz schlicht nur Langeweile?

Angelehnt an Startres Geschlossene Gesellschaft sind es hier drei Damen, die sich in ihrer ganz persönlichen Vorhölle eingerichtet haben und ihre Zeit damit verbringen, möglichst kreativ die herrschende Hierarchie in Frage zu stellen. Und dafür war Denunziation schon immer ein probates Mittel. 
 
Ein Abend, drei Geschichten, eine davon wahr. Ohne Warnung gehen die Dialoge ineinander über, wechseln Personen und Perspektiven- nur das System bleibt sich immer gleich.
Denn egal ob christliches Mittelalter, Drittes Reich oder DDR - eines braucht Denunziation  in jedem Fall; eine Macht, die jederzeit bereit ist, einen Menschen ihrer Idee zu opfern.


Rezeption
Aktueller denn je klopft das Thema Denunziation an die Türen der Feuilletonredaktionen. Wöchentlich wird ein neuer Fall publik. Bespitzelung durch die beste Freundin im Auftrag eines politischen Systems, aus Überzeugung, aus Habgier, aus Naivität oder warum eigentlich? Um das, was einen dazu bewegt, Freunde, Bekannte, Verwandte zu denunzieren, um die Voraussetzungen, um Hierarchien und autoritäre Strukturen, die immer den Rahmen bilden, kurz, um das Wesen der Denunziation geht es in Verraten und verkauft. Dreimal Verrat steht da auf dem Programm - zu verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Motiven, in verschiedenen Systemen - und doch im Grunde immer nach dem gleichen Muster?

Ausgangspunkt ist die authentische Geschichte des jungen, begabten Pianisten Karlrobert Kreiten, der im März 1943 aufgrund seiner im privaten Gespräch geäußerten Meinung, daß der Krieg für Deutschland bereits verloren sei, von der Freundin seiner Mutter denunziert und ein halbes Jahr später in der Strafanstalt Plötzensee von den Nazis wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet wurde.

Peter Lund demonstriert, wie man ein ernstes Thema engagiert und gleichwohl unterhaltend auf der Musiktheaterbühne entwickeln kann; er läßt den Verrat dreimal szenische Wirklichkeit werden: am authentischen Beispiel Karlrobert Kreitens; an einem fiktiven Beispiel aus der Zeit der Inquisition; am fiktiven Beispiel einer Stasibespitzelung.

Niclas Ramdohr hat dazu eine moderne Musik komponiert, die sich zwischen Musical, Chanson, Oper und Operette bewegt. So gelingen die Brechungen, die die einzelnen privaten Szenen wieder in einen übergeordneten Zusammenhang stellen. Drei Frauen von heute spielen auf drei Zeitebenen, die sich abwechseln, aufheben, kommentieren, doppeln.


Pressestimmen
"Zwischen drei Ebenen laviert der Abend hin und her. Meisterhaft fährt Lund witzige Dialoge und scharfe Geschütze auf, wechselt Ort, Zeit und Geschehen. Dabei fungiert die süffige Musik von Niclas Ramdohr als Motor der Verwandlungen." (taz)

"Die sehr intelligent gearbeitete musikalische Collage widmet sich dem brisanten Thema der Denunziation ... Die von den drei Darstellerinnen vorzüglich in Szene gesetzten Texte zeichnen sich bei aller Dramatik durch eine wunderbare Mischung aus Witz, Melancholie, Spannung und philosophischer Tiefe aus." (Welt am Sonntag)

"Verraten und verkauft ist der gelungene Beweis dafür, dass sich auch heikle Themen auf adäquate Weise in anregendes zeitgemäßes Musiktheater umsetzen lassen, wenn man sich an Kurt Weill und Offenbach erinnert, anstatt Musical-Moden nachzulaufen. Vergesst das Phantom der Oper - die Operette lebt!" (Der Tagesspiegel)


Stimmung
dramatisch


Themen
Geschichte, Politik, Gesellschaft





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