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KOMPONIST IM PORTRÄT

John Adams

 b.15 February 1947, Worcester, MassachusettsPhoto credit: Christine Alicino

Biographie


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Kurze Biographie:

Der Komponist, Dirigent und kreative Denker John Adams (* 1947) ist eine herausragende Figur in der amerikanischen Musikszene. Seine Opern und Orchesterwerke zeichnen sich in der klassischen Musik unserer Zeit durch ihre Ausdruckstiefe, brillante Klangwelt und ihre zutiefst menschlichen Themen aus.

Werke aus mehr als drei Jahrzehnten von Adams’ Schaffen sind in das Repertoire eingegangen und gehören zu den meistaufgeführten zeitgenössischen Musikstücken, darunter Harmonielehre, Shaker Loops, sein Violinkonzert, Chamber Symphony, Doctor Atomic Symphony und Short Ride in a Fast Machine. Seine Bühnenwerke, alle in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Sellars, umfassen Nixon in China (1987), The Death of Klinghoffer (1991), El Niño (2000), Doctor Atomic (2005), A Flowering Tree (2006) und das Passionoratorium The Gospel According to the Other Mary (2012). Seine neue Oper, Girls of the Golden West, die um den kalifornischen Goldrausch der 1850er Jahre kreist, kommt im Herbst an der San Francisco Opera zur Uraufführung.

Sein 70. Geburtstag wird in der Spielzeit 2016/17 an vielen Orten der Welt gefeiert, unter anderem mit Residenzen bei den Berliner Philarmonikern und dem Orchestre de Lyon sowie Programm-Schwerpunkten bei St. Louis Symphony, New York Philharmonic, LA Philharmonic, San Francisco Symphony, Houston Opera, Barbican London, Philharmonie de Paris und ZaterdagMatinee.

Adams’ Violinkonzert wurde 1993 mit dem Grawemeyer Award ausgezeichnet, und für On the Transmigration of Souls, in Auftrag gegeben vom New York Philharmonic anlässlich des ersten Gedenktages der Anschläge von 9/11, erhielt 2003 den Pulitzer Preis für Musik. Er erhielt die Ehrendoktorwürden von Harvard, Yale, der Northwestern University, Cambridge, der Juilliard School und der University of London. Er ist ein engagierter Autor, verfasste die vielgepriesene Autobiographie Hallelujah Junction und schreibt für die New York Times Book Review.

Als Dirigent arbeitet John Adams mit den bedeutendsten Orchestern der Welt. Hierbei programmiert er eigene Werke zusammen mit einer großen Bandbreite des Repertoires, von Beethoven und Mozart bis Ives, Carter, Zappa, Glass und Ellington. In den zurückliegenden Spielzeiten dirigierte er die Berliner Philharmoniker, das Königliche Concertgebouw-Orchester, das London Symphony Orchestra, die Wiener Symphoniker, das Los Angeles Philharmonic sowie die Symphonieorchester von Seattle, Cincinnati, Atlanta und Toronto. Aktuell hat er die Position des „Creative Chair" beim Los Angeles Philharmonic inne.

Zu den jüngsten Aufnahmen seiner Werke zählen Scheherazade.2 mit Leila Josefowicz und der Louis Symphony bei Nonesuch Records, The Gospel According to the Other Mary mit dem Los Angeles Philharmonic bei der Deutschen Grammophon, City Noir und das Saxophone Concerto mit der St. Louis Symphony, das mit dem Grammy Award prämierte Album mit Harmonielehre im Doppel mit Short Ride in a Fast Machine sowie die Ersteinspielungen von Absolute Jest zusammen mit Grand Pianola Music, beide mit der Francisco Symphony, außerdem bei Nonesuch die DVD von Nixon in China in der Produktion der Metropolitan Opera unter der musikalischen Leitung des Komponisten.

Die offizielle Website von John Adams ist www.earbox.com.

Oktober 2016
Diese Biographie kann ungekürzt kostenfrei in Programmen abgedruckt werden mit dem Hinweis: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Boosey & Hawkes.


Lange Biografie:

Der Komponist, Dirigent und kreative Denker John Adams (* 1947) ist eine herausragende Figur der amerikanischen Musik. Seine Opern und Orchesterwerke zeichnen sich in der Welt der zeitgenössischen klassischen Komposition durch ihre Ausdruckstiefe, brillante Klangwelt und ihre zutiefst humanistische Thematik aus. In den vergangenen 25 Jahren spielte Adams‘ Musik eine zentrale Rolle in der Ausrichtung der aktuellen Musikästhetik – fort von einem akademischen Modernismus und hin zu einer breiter orientierten, expressiven Klangsprache.

Geboren und aufgewachsen in Neuengland, wurde Adams von seinem Vater auf der Klarinette unterrichtet und spielte in seiner Jugend in Marching Bands und Amateurorchestern. Er begann mit zehn Jahren zu komponieren und erlebte erste Aufführungen seiner Orchesterstücke noch als Teenager. Die geistigen und künstlerischen Traditionen Neuenglands, einschließlich seines Studiums an der Harvard University und den Konzertbesuchen des Boston Symphony Orchestra, halfen bei der Ausformung seiner künstlerischen und intellektuellen Persönlichkeit. Nach zwei Abschlüssen an der Harvard University zog er 1971 nach Nordkalifornien, wo er seitdem in der San Francisco Bay Area lebt.

Adams unterrichtete für zehn Jahre am San Francisco Conservatory of Music, bevor er 1982–85 Composer-in-residence der San Francisco Symphony wurde und dort die höchst erfolgreiche und vieldiskutierte Serie „New and Unusual Music" aus der Taufe hob. Verschiedene bedeutende Orchesterwerke von Adams entstanden für die San Francisco Symphony, darunter Harmonium (1980–81), Grand Pianola Music (1982), Harmonielehre (1984–85), My Father Knew Charles Ives (2003) und Absolute Jest (2012).

1985 begann Adams die Zusammenarbeit mit der Dichterin Alice Goodman und dem Regisseur Peter Sellars, aus der zwei Opern hervorgingen: Nixon in China (1987) und The Death of Klinghoffer (1991). Weltweit aufgeführt, gehören die beiden Werke zu den meistaufgeführten Opern der jüngsten Geschichte. Fünf weitere Bühnenwerke mit Sellars folgten: I Was Looking At The Ceiling And Then I Saw The Sky, ein „Songplay" auf ein Libretto der Dichterin June Jordan (1995), El Niño (2000), eine mehrsprachige Neu-Erzählung der Weihnachsgeschichte, Doctor Atomic (2005) über das Leben Robert Oppenheimers und die Entwicklung der ersten Atombombe, A Flowering Tree, inspiriert von Mozarts Zauberflöte und 2006 in Wien uraufgeführt, sowie das Passionsoratorium The Gospel According to the Other Mary (2012). Unter Gustavo Dudamel ging The Gospel According to the Other Mary mit dem Los Angeles Philharmonic 2013 auf Tournee in Europa und New York City; die English National Opera brachte 2014 eine szenische Version in Koproduktion mit der Oper Bonn heraus. Adams’ neue Oper mit Sellars, Girls of the Golden West, die um den kalifornischen Goldrausch der 1850er Jahre kreist, kommt im Herbst an der San Francisco Opera zur Uraufführung.

Andere wichtige Werke von John Adams gingen in das Repertoire von Orchestern, Chören und Ensembles ein, darunter Shaker Loops für Streicher, The Dharma at Big Sur (ein Konzert für E-Violine, inspiriert von den Texten Jack Kerouacs), Doctor Atomic Symphony (eine 22-minütige Sinfonie, die auf Material der Oper basiert), sein Violinkonzert, Chamber Symphony und Son of Chamber Symphony (von Mark Morris in der Choreografie Joyride verwendet).

Zu den jüngsten Werken zählen Absolute Jest für Streichquartett und Orchester, das auf Fragmenten von Beethovens späten Quartetten basiert und von der San Francisco Symphony zu ihrer Hundertjahrfeier in Auftrag gegeben wurde, sein Saxofonkonzert für den international renommierten Saxofonisten Timothy McAllister, und Scheherazade.2, seine dramatische Sinfonie für Violine und Orchester, geschrieben für Leila Josefowicz.

Adams erhielt u. a. die Ehrendoktorwürden der Hochschulen von Juilliard, Yale und Harvard, der Northwestern und der englischen Cambridge University. Gouverneur Arnold Schwarzenegger verlieh ihm den Preis für die herausragende künstlerische Arbeit in seiner Wahlheimat Kalifornien. Adams ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters, wurde mit den NEA Opera Honors und dem Nemmers Prize für Komposition ausgezeichnet und gewann mehrmals den Grammy. In Frankreich wurde er zum Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Sein Violinkonzert wurde 1993 mit dem Grawemeyer Award ausgezeichnet, und für On the Transmigration of Souls, in Auftrag gegeben vom New York Philharmonic anlässlich des ersten Gedenktages der Anschläge von 9/11, erhielt 2003 den Pulitzer Preis für Musik.

John Adams tritt vielfach als Dirigent in Erscheinung, er arbeitet mit den bedeutendsten Orchestern der Welt. Hierbei programmiert er eigene Werke zusammen mit einer großen Bandbreite des Repertoires, von Beethoven und Mozart bis Ives, Carter, Zappa, Glass und Ellington. In den zurückliegenden Spielzeiten dirigierte er die Berliner Philharmoniker, das Königliche Concertgebouw-Orchester, das London Symphony Orchestra, die Wiener Symphoniker, das Los Angeles Philharmonic sowie die Symphonieorchester von Seattle, Cincinnati, Atlanta und Toronto. Aktuell hat er die Position des „Creative Chair" beim Los Angeles Philharmonic inne.

In der Saison 2016/17 wird an vielen Orten der Welt Adams’ 70. Geburtstag begangen: Die Berliner Philharmoniker ernannten ihn zum Composer-in-Residence und präsentieren die Spielzeit hindurch einige seiner wichtigsten Werke, darunter The Gospel According to the Other Mary und City Noir; während seiner Residenz dirigiert Adams auch diesen berühmten Klangkörper. Das Londoner Barbican präsentiert im Dezember El Niño mit dem London Symphony Orchestra und im April Doctor Atomic mit dem BBC Symphony Orchestra. Die Philharmonie de Paris präsentiert im Dezember einen Adams-Schwerpunkt, u. a. mit der französischen Erstaufführung von Scheherazade.2, dem Saxofonkonzert sowie dem Second Quartet, während die Amsterdamer Reihe ZaterdagMatinee sich die Spielzeit hindurch der „World According to Adams" widmet, mit Aufführungen von El Niño und Nixon in China. In Adams’ heimatlichem Bundesland Kalifornien folgt der Höhepunkt der Ereignisse dicht auf den Geburtstag selbst, mit einem einwöchigen Programmschwerpunkt bei der San Francisco Symphony unter Michael Tilson Thomas im Februar sowie der Produktion von Nixon in China durch die Los Angeles Philharmonic im März. Im selben Monat bringt die St. Louis Symphony The Gospel According to the Other Mary in der Carnegie Hall zur Aufführung, und das New York Philharmonic präsentiert Absolute Jest im Lincoln Center, ehe es mit dem Werk auf Europa-Tournee geht.

Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Komponist und Dirigent ist John Adams auch ein engagierter und hochgeschätzter Autor. Er schreibt für die New York Times Book Review und veröffentlichte auch im New Yorker und der Londoner Times. Hallelujah Junction, Adams’ vielgepriesenes Buch über das amerikanische Musikleben und seinen eigenen Werdegang, gewann den Northern California Book Award und wurde von der New York Times als eines der „bemerkenswertesten Bücher des Jahres" bezeichnet.

Die offizielle Website von John Adams ist www.earbox.com.

Oktober 2016
Diese Biographie kann ungekürzt kostenfrei in Programmen abgedruckt werden mit dem Hinweis: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Boosey & Hawkes

 



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