La Lugubre Gondola No. 2 (transcription for orchestra)
(1883, orch. 2013)2(I=picc,II=picc,afl).2(II=CorA).2(I=bcl,II=bcl,asax,dbcl).2(I=dbn)-4(I,II,III,IV=tuba).
3.3(III=btrbn).1-timp-perc(4)-harp-cel(=pft)-strings(min12.8.6.4.3max16.14.12.10.8)
Abbreviations (PDF)
Bote & Bock
Bedeutsamen Kompositionen, darunter Klaviersonaten Beethovens, Liederzyklen der Romantik und wenig bekannten Arbeiten Mussorgskys, neue Möglichkeiten zu eröffnen – das ist das große Ziel des erfahrenen Dirigenten und Bearbeiters Eberhard Kloke. Eine umfangreiche Veröffentlichung seiner Transkriptionen und Paraphrasen ist somit gleichsam ein Appell, die oft starren Grenzen des Kulturbetriebs zu durchbrechen und neue Wege bei der Repertoireauswahl zu beschreiten. Der Drang, für die Werke neue gedankliche und physische Räume zu erschließen, entwickelt sich bei dem Bearbeiter und damit auch dem Interpreten Kloke dabei stets aus der DNA des musikalischen Materials selbst.
Neben der eigentlichen kompositorischen Kraft ist es Liszts karge Klaviersprache, die Kloke reizt. Bei der Bearbeitung der späten Klavierstücke des großen Virtuosen macht Kloke deren offenen Ton durch ein modernes orchestrales Klangbild hörbar.
Gerade angesichts des Liszt’schen Spätwerks, insbesondere den Klavierstücken zwischen 1877 und 1885, lässt sich eine Transkriptionsarbeit für Orchester im Hinblick auf heutige Orchester-Klangwelten besonders gut entwickeln. Der kompositorische Gehalt einerseits und die karge Klaviersprache andererseits lassen freiere Gestaltungs- und Transkriptionsmöglichkeiten auch im Sinne differenzierterer Orchester- Instrumentationstechnik zu. Es wird einerseits versucht, den kompositorischen Kern instrumentatorisch herauszuarbeiten, andererseits jedoch eigene weiterführende Linien zu zeichnen, die aus dem Liszt’schen Ansatz herausgefiltert werden. Durch den von Liszt selbst gesetzten Wagner-Verweis in Titelei und Zitattechnik, lag es nahe, verschiedene Möglichkeiten von Zitat und Allusion in direkter und indirekter Weise in Anwendung zu bringen. Dabei entstanden ähnlich der Liszt’schen Klaviersprache neuartig wirkende Orchesterstücke, mit deren Harmonik, Rhythmik und struktureller Kombinatorik versucht wurde, durchaus eigene Wege – geschult an Orchesterwerken des 20. Jahrhunderts – zu beschreiten. Eberhard Kloke
Ausführliche Beschreibung des Bearbeiters
Broschüre zu Eberhard Klokes Transkriptionen bei Boosey & Hawkes