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FEATURED COMPOSERS
Gruber, HKGeschichten aus dem Wiener Wald (Tales from the Vienna Woods) (2011-14) 140'
Opera in three acts

Music Text      English
Libretto von Michael Sturminger, nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth (dt.)

Scoring
Major roles: S,M,Bar,B Other: 2S,M,4T,Bar,BBar Solistenensemble: 3S,3A,3T,3B 2(I,II=picc).2(II-corA).3(II=Ebcl,III=bcl).asax.tsax(=ssax).3(III=dbn)-4.3(I=flugelhorn).3(I=thn).1-timp.perc(3)-harp-honkytonk(backstage)-pft-strings(12.10.8.6.4) Stage band: vln-Ebcl-gtr(on stage prop)-accordion-zither(on stage prop) Cabaret band: ssax-tpt.trbn.tuba-drum kit-pft-banjo.
Abbreviations (PDF).

Territory
This work is available from Boosey & Hawkes der ganzen Welt.


For full details on this stagework, including synopsis and roles, please visit our Opera section.


World Premiere
23/07/2014
Festspielhaus, Bregenz
Michael Sturminger, director / Eerens, Schmutzhard, Schneider, Kirchschlager, Pesendorfer, Vondung, Silja u.a. / Ensemble Nova / Wi / HK Gruber


Repertoire Note  
Anmerkungen zum Libretto
Michael Sturminger ist mit HK Gruber seit der Entstehung von dessen Kammeroper Gloria von Jaxtberg oder Das Gegenteil von Wurst ist Liebe auf ein Libretto von Rudolf Herfurtner in Freundschaft verbunden. Er zeichnete für die Inszenierung der Österreichischen Erstaufführung der Gloria im Rahmen von Wien Modern 1997 verantwortlich, wie für die Uraufführungs-Inszenierung von HK Grubers Oper Der Herr Nordwind auf ein Libretto von H.C. Artmann 2005 an der Züricher Oper. Auf der Züricher Premierenfeier flüsterte Michael Sturminger dem Komponisten den Stoff für seine nächste Oper zu: Geschichten aus dem Wiener Wald, basierend auf Ödön von Horváths Volksstück. Neben allen anderen für einen von David Pountney initiierten Auftrag für die Bregenzer Festspiele diskutierten Stoffen machte es schließlich das Rennen. Grubers angemeldete Zweifel vor allem im Hinblick auf die Berühmtheit von Horváths Stück, die er als Belastung empfand, wie auch hinsichtlich der Erwartungshaltungen, die sich an ihn, als österreichischen Komponisten, gerade mit diesem Stoff verbinden würden, konnten zum einen mit dem Hinweis auf eine stattliche Anzahl bedeutender Opernerfolge, die auf Theatererfolgen beruhten, ausgeräumt werden. Horváth selbst hatte für seine Geschichten bereits einen Komponisten im Kopf: Kurt Weill. Der rangiert bei Grubers musikalischen Hausgöttern unter den top drei, und es gibt – neben Eisler – keinen, für den sich Gruber als Interpret so erfolgreich und nachhaltig einsetzte wie für den Schöpfer der Dreigroschenoper. Den Ausschlag gab dann aber wohl das Wort von Grubers Dirigenten- und Komponistenfreund Michael Gielen, der des Kollegen ratsuchende Frage lakonisch beantwortete: „Wieso hast du das nicht schon längst gemacht – das wird dein Wozzeck!"

Wer den Komponisten-Dirigenten-Chansonnier Gruber kennt, weiß: das ist ein Mann des Wortes. „Prima la musica, dopo le parole" käme ihm nicht über die Lippen. So ist in die Entstehung des Librettos auch kaum weniger Sorgfalt geflossen als in die Entstehung der Partitur. Das betrifft nicht nur die Reduzierung eines an Szenen und Figuren überreichen Schauspiels auf die Länge eines Opernlibrettos, bei dem manche kleine Rolle zu opfern war und manche relevante Aussage von einer Figur auf eine andere übertragen werden musste. In zahllosen Seancen klopften der Librettist und sein Komponist die Horváthsche Sprache auf ihr musikalisches Potential ab. Szene für Szene wurde so lange „ausgehorcht" im Hinblick auf Sprachrhythmus, Sprachmelodie und Tempo, bis sich die musikalischen Konturen aus dem Ungefähren einer frühmorgendlich-nebligen Wiener-Waldwiese abzuzeichnen begannen: Die Geburt der Musik aus dem Resonanzraum der Sprache.

Grubers und Sturmingers Arbeitsbeziehung ist ein Glücksfall und ähnelt früheren fruchtbaren Konstellationen à la Verdi/Boito und Strauss/Hofmannsthal dahingehend, dass der Librettist in der Lage ist, die musikalische Welt, der er dient, ein stückweit zu antizipieren. Er spürt in einem symbiotischen Moment, was der Komponist braucht, um in Fahrt zu kommen, wird zum unerlässlichen Stimulans seines kreativen Prozesses. Ausdruck dieses Brückenbauens vom Wort zum Ton – und letztlich zur szenischen Konkretion – sind Sturmingers musikalische Anmerkungen zu den Zwischenspielen. Präzise und doch vage genug erfassen sie das Substrat der jeweiligen Station des Dramas, die Komplexität einer Stimmung, oft mit symbolistischer Naturbetrachtung korrespondierend oder auf sie zurückgreifend, aus deren emotionaler Gemengelage sich die nächste Szene wie in einem chemischen Prozess gleichsam „naturgemäß" entwickeln wird. Diese Juwelen musikalisch-dichterischer Reflektion eines vorausschauenden und voraushörenden Regisseurs seien dem Leser nicht vorenthalten. Sie werden im Libretto durch eckige Klammern markiert, um sie von Horváths Regieanweisungen abzusetzen. Die Synopsis , die Charakterbeschreibungen wie auch die Zuweisung der Stimmfächer zu den Rollen stammen ebenfalls von Michael Sturminger.
Frank Harders-Wuthenow, Boosey & Hawkes

Press Quotes      English
Eine Buffa sollte es sein. Das ist sie indessen ganz sicher nicht. In ihren schönsten Momenten ist sie ein bittersüßes, trauriges Singstück. Das Nebellied vom Mädel in der Wachau ist darum ein treffend-trefflicher Beginn, einer, der den wehen, scheuen Tonfall anschlägt, mit dem diese "Geschichten aus dem Wiener Wald" am meisten punkten: poetisch geradezu, mit viel Empfindung. Es ist, als leide der Komponist mit ... Michael Sturminger richtete die Vorlage als Libretto ein – Kürzungen: ja; Änderungen: nein, kein Komma. Das Sympathische am Komponisten Gruber: Er behelligt den Text nicht. Er setzt ihn nicht "unter Musik" ... Er selbst sorgt am Pult der Wiener Symphoniker für eine optimale Ur-Wiedergabe. Das Ensemble ist typgerecht und prominent bestückt ... Schier endloser Beifall. (Heinz W. Koch, Badische Zeitung, 25.07.2014)

Einem Komponisten wie HK Gruber, dem der Schalk im Nacken sitzt ... muss Horvaths musikgetränktes und böses Stück als Steilvorlage erscheinen – und es mag eher erstaunen, dass er, Jahrgang 1943, sich erst jetzt an "seinen" Stoff herangemacht hat. Und der Tausendsassa und Freak im Revier der neuen Musik enttäuscht nicht im virtuosen Umgang mit dem klingenden Wiener Jargon. Allenfalls überrascht, wie weit er die Anklänge an den Wiener Walzer und die Operettenmelodie stilisiert, dass vom Donauwalzer nur Tupfer bleiben und dass er lieber eine eigene volkstümliche Melodie erfindet, statt das "Lied von der Wachau" zu zitieren ... Aus Horvaths Stück ist eine richtige, große "Oper" geworden – musikalisch farbig, vielfältig, expressiv und auch klangmalerisch reizvoll. (Herbert Büttiker, Der Landbote, 26.07.2014)

Eine Oper, die es schaffen könnte, die Spielpläne der Opernhäuser zu bereichern, nicht als Alibiwerk für die Abteilung "zeitgenössische Musik". Diese Fassung ist aber der traditionellen [Schauspiel-]Fassung zumindest ebenbürtig. (Johannes Marksteiner, Online-Merker, 24.07.2014)

"Geschichten aus dem Wiener Wald" sind nicht der überschwängliche Slapstick von Grubers berühmtem "Frankenstein". Sie sind das Gegenteil von Verdis "Falstaff": ein ernstes Werk am Ende einer langen Karriere der Heiterkeit. (Shirley Apthorpe, FInancial Times, 24.07.2014)




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