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Sikorski
“‚Wake‘ für Frauenchor wurde Ende 2025 fertiggestellt. Die Texte stammen von zwei Klassikern der Literatur: James Joyce und William Wordsworth. Für die ersten beiden Abschnitte wählte ich Texte aus Joyces letztem Roman, ‚Finnegans Wake‘. Für den nicht eingeweihten Leser sind es sechshundertfünfzig Seiten eines ziemlich unerbittlichen Dadaismus, der mehr als sechzig verschiedene Sprachen verwendet, wobei es sich bei den meisten Wörtern wahrscheinlich um von Joyce selbst erfundene Wortverschmelzungen handelt. Doch für mich liegt der wichtigste Aspekt des Buches in seinem Rhythmus, seiner ‚Melodie‘ und seiner schieren Musikalität.
Im ersten Abschnitt ist der Text noch als Englisch erkennbar, und die Notation ist konventionell. Der zweite Teil hingegen besteht aus verschiedenen Kofferwörtern, und der aus Ausrufen bestehende Gesangs- und Sprechstil entwickelt sich zu einer eigenständigen Performance. Die Notation setzt sich aus grafischen Anweisungen zusammen. Sie ist verspielt, ja geradezu ausgelassen.
Der Text des dritten Abschnitts ist ein romantisches Gedicht von Wordsworth.
Ich wollte ein Gegengewicht zu Joyces Anarchie schaffen, weshalb der letzte Abschnitt eine verständlichere Sprache verwendet. Auch die Musik ist hier deutlicher traditionell geprägt, mit melodischen, gut singbaren Linien. Der Titel des Werks spielt mit den verschiedenen Bedeutungen des Wortes ‚Wake‘. Bei Joyce kann es eine Totenwache, die Kielspur eines Bootes oder ein Erwachen bezeichnen, während es sich in Wordsworths Gedicht auf ein Dorffest bezieht.“ (Osmo Tapio Räihälä)