Amüsement und mehr: Neues rund um Jacques Offenbach
Sein neuestes Projekt widmet das Label Opera Rara erneut dem Großmeister des satirischen Musiktheaters: Jacques Offenbach. Dessen Opéra-comique Barkouf verschwand nach der skandalumwitterten Uraufführung 1860 von der Bildfläche – nun erscheint die CD-Ersteinspielung, verbunden mit einer Konzertaufführung. Und weitere Offenbach-Highlights prägen den Monat Oktober!
Das hatte es seit Molière und Beaumarchais nicht mehr gegeben: Offenbachs Opéra-comique Barkouf, die im Dezember 1860 über die Bühne der Salle Favart gehen soll, wird von der Pariser Zensurbehörde kategorisch verboten. Das Stück sei eine „fortwährende Verspottung aller staatlichen Autorität über alle zeitlichen und räumlichen Grenzen hinweg“, argumentieren die Hüter der staatlichen Autorität Napoleons III. Der hatte eigentlich keine Probleme, in Offenbachs Theater über sich selbst zu lachen, wie sich 1858 bei Offenbachs erster abendfüllender Mythenparodie Orpheus in der Unterwelt gezeigt hatte. Bei Barkouf gingen die Autoren aber offenbar einen Schritt zu weit: Im Libretto von Eugène Scribe, einem der erfolgreichsten französischen Theaterautoren des 19. Jahrhunderts, wird ein Hund – Barkouf – zum Gouverneur eingesetzt, und zwar als zynische Bestrafungsaktion eines Herrschers, der sein aufsässiges, totalitärer Willkürherrschaft überdrüssiges Volk demütigen und in die Schranken weisen will …
Offenbach erreichte durch seine ausgezeichneten Kontakte zum Hof dennoch, dass das Verbot kassiert wurde. Am Weihnachtsabend 1860 kam Barkouf auf die Bühne und löste einen Skandal aus, der das Schicksal des Werkes für die nächsten 160 Jahre besiegelte: Die Oper blieb unveröffentlicht und verschwand im Keller eines Zweiges von Offenbachs Nachkommenschaft. Sie konnte erst durch den Einsatz des Offenbach-Forschers JeanChristophe Keck zu den Feiern von Offenbachs 200. Geburtstag 2019 der Theaterwelt zurückgegeben werden. Nach umjubelten Bühnenaufführungen in Straßburg, Köln und Zürich nimmt sich nun das englische Label Opera Rara dieses vielleicht außergewöhnlichsten Werkes Offenbachs an. Der CD-Produktion – mit einem erlesenen französischen Cast und dem Hallé Orchestra unter der Leitung von Paul Daniel – ist eine konzertante Live-Aufführung am 4.&Oktober 2026 in der Bridgewater Hall Manchester angeschlossen.
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Der Barkouf ist nur eines von mehreren wichtigen Ereignissen rund um die Offenbach Edition Keck OEK in diesem Herbst.
Ab 9. Oktober nimmt die Komische Oper Berlin Barrie Koskys fulminante Inszenierung von Orpheus in der Unterwelt wieder auf, die 2019 bei den Salzburger Festspielen Premiere hatte und danach außer in Berlin auch in Düsseldorf/Duisburg zu sehen war – Max Hopp verkörpert nicht nur die Figur des Styx, sondern sorgt als Vokalartist auch für sämtliche Dialoge und Geräusche.
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Bereits am 3. Oktober kommt in Passau eine Neuproduktion von Fantasio in der Regie von Christian von Götz heraus – die Restituierung dieser von feiner Melancholie durchdrungenen Opéra-comique von 1872 zählt zu den Meilensteinen unserer Offenbach-Werkausgabe.
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Am 3. Oktober hat am Theater Freiburg die Revue „Amusez-vous: Jacques Offenbach“ Premiere. Darin erkundet Monika Gintersdorfer mit ihrer transnationalen Tanz- und Theater-Gruppe La Fleur und dem Freiburger Ensemble das Wesen der Operette und dem Verhältnis des Showbiz zu Macht, Geld und Einfluss. Grundlage ist ein bunter Musikmix von Cancan bis hin zu Afrobeats, mit Nummern aus zahlreichen Offenbach-Werken wie Ba-Ta-Clan, Die Großherzogin von Gerolstein, Die Kreolin, Die Reise zum Mond, Genoveva von Brabant und Die beiden Blinden.
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