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Basierend auf dem Drama von Albert Camus, ergründet die 2006 uraufgeführte Oper das Wesen eines Tyrannen. Nun erlebt das auch international erfolgreiche Werk eine neue Bühnenproduktion.

Wie sieht es im Kopf eines Diktators aus? Diese Frage stellte sich Detlev Glanert, Deutschlands mutmaßlich meistgespielter lebender Opernkomponist, in seinem siebenten Musiktheaterstück, Caligula. Die Grundlage bildet das 1938/39 unter dem Eindruck damaliger Schreckensherrschaften entstandene gleichnamige Drama von Albert Camus, in einer Neufassung des Librettisten Hans-Ulrich Treichel: Den römischen Kaiser Caligula bringt der Tod seiner geliebten Schwester Drusilla aus dem Gleichgewicht. Was folgt, ist der Versuch, das Unmögliche möglich zu machen und der Welt eine neue Logik aufzuzwingen, die auf seiner eigenen Wahrheit beruht: „Die Menschen sterben und sind nicht glücklich.“ Um immer wieder seine Überzeugung von dieser Absurdität des Lebens zu verdeutlichen und sich selbst dagegen als wahrhaft freien und unabhängigen Menschen zu behaupten, opfert Caligula unzählige Menschenleben in sinnloser Willkür.

Der Uraufführung von Glanerts Caligula 2006 in Frankfurt am Main, übernommen im gleichen Jahr von der Oper Köln, folgten szenische Produktionen an der English National Opera in London, am Teatro Colón in Buenos Aires, an der Staatsoper Hannover sowie nun am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Die neue Inszenierung von Dirk Schmeding hatte am 12. Februar Premiere unter der musikalischen Leitung von Andreas Wolf; weitere Aufführung sind bis Anfang Juni 2022 geplant.

Eine „fulminante“ Produktion, lobt unter anderem Peter Jungblut in seiner Rezension für den Bayerischen Rundfunk und hebt hervor wie „ungemein packende, treffende Bilder voller Schwärze (...) Dirk Schmeding und seinem Team dank hervorragender Bühnen- und Lichttechnik gelungen sind, und weil der anwesende Komponist Detlev Glanert dazu eine opulente, effektvolle, ja geradezu gellende Musik geschrieben hat, wurde das ein bestürzender Abend über die Vergänglichkeit und die Verzweiflung.“

Joachim Lange rühmt in der neuen musikzeitung Andreas Wolf und die Staatskapelle Weimar, die vor allem „in den reinen Orchesterpassagen und beim Herzschlag des Bösen im Graben zur Hochform auf[laufen]. Man kann nur hoffen, dass die Weimarer keine Scheu vor (relativ) neuer Musik haben - sie würde etwas versäumen, denn dem DNT ist mit Caligula ein Wurf gelungen. Das Premierenpublikum jubelte entsprechend.“

Auf dem Internet-Kulturportal Online-Merker resümierte Olaf Schnürpel, man habe eine „großartige und sehr sehenswerte Oper“ erlebt, die „nicht nur den anwesenden Komponisten Detlev Glanert erfreute.“ Auch eine moderne Oper könne „so überzeugend und musikalisch überwältigend sein“.
 

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Szenenfoto: Oleksandr Pushniak (Caligula) und der Opernchor des DNT Weimar | © Candy Welz

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