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Ulrich Leyendecker hat stringent und präzise seinen Stil ausgestaltet und entwickelt. Wichtig war ihm trotz komplexer kompositorischer Techniken eine gute Fasslichkeit seiner Musik, die sich einem radikalen Bruch mit der Vergangenheit immer verweigert hat. Am 29. Januar gedenken wir des 80.  Geburtstags des im November 2018 verstorbenen Komponisten und Kompositionsprofessors.

Aus kleinsten Urzellen wachsen bei Ulrich Leyendecker dramaturgisch geschickt gebaute Werke von großer Emotionalität und Spannung heran. Vieles davon hat der Komponist, der auf eine lange Tätigkeit als Hochschulprofessor in Hamburg und Heidelberg-Mannheim zurückblicken konnte, auch an seine Schüler*innen und Student*innen weitergeben können. Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik sowie Vokalmusikkompositionen in zum Teil recht unterschiedlichen Ensembleformationen beherrschen Leyendeckers Werkkatalog. Oft verweisen Werktitel auf eine außermusikalische Inspiration, die der Komponist in vielfacher Weise verarbeitet und reflektiert.

Charakteristisch ist Leyendeckers Festhalten an alten Gattungsbezeichnungen der Musikgeschichte wie Symphonie (er schreibt den Begriff noch in der alten Form), Konzert oder Trio. Wer dahinter aber Traditionalismus und Rückwärtsgewandtheit vermutet, ist auf dem falschen Weg. Arnd Richter kommentiert: „Das Spannungsverhältnis zwischen der jeweiligen Werkbezeichnung und der emotionalen, formalen, satztechnischen Lösung des gestellten Problems erzeugt eine Musik von emotionaler Nachvollziehbarkeit. Die weiten Bögen, die vielen seiner Werke eigen sind und das Wesen seines Schaffensprozesses entscheidend mitbestimmen, sind keine Romantizismen, sondern Ausdrucksmittel in einer Kompositionsweise, die den großen Zusammenhang sucht und bevorzugt, ohne darüber die Sorgfalt im Detail zu vergessen.“

Zwei seiner Hauptwerke, das einst vom ehemaligen Konzertmeister des NDR Elbphilharmonie Orchesters Roland Greutter uraufgeführte Violinkonzert und die 3. Symphonie, sind auf einer CD unter der Leitung von Johannes Kalitzke bei Naxos erschienen (Naxos 8.557427).

Ein anderes Stück, dem Leyendecker den geheimnisvollen Titel Evocazione gab, war im Mozart-Jahr 2006 entstanden. „Für mich gehören Mozart, Haydn, Bach und Beethoven zum Besten, was unsere Kultur hervorgebracht hat“, sagte Leyendecker einmal. Seine „Beschwörung“ (Evokation) aber will lediglich im übertragenen Sinne eine Hommage an Mozart sein. „Evocazione ist in Rhythmik, Klang und Harmonik sowie in Stil und Form mein ganz eigenes Stück. Allerdings besteht ein Bezug zu Mozarts Don Giovanni: die aus einem charakteristischen Zitat aus der Komturszene herausgelösten rhythmischen und melodischen Elemente bilden die Grundlage der thematischen Entwicklung, aber eben mit den Mitteln meiner Sprache und Formentwicklung.“

In Anlehnung an György Ligetis „Hamburger Konzert“ schrieb Ulrich Leyendecker ein Stück mit dem Titel Mannheimer Konzert. Das Konzert für „Doppel-Kammerorchester“, das auch von einem geteilten Orchester gespielt werden kann.

29.01.2026: 80. Geburtstag
Ulrich Leyendecker
(29.01.1946 – 29.11.2018)
Werke bei Boosey & Hakwes | Sikorski (Auswahl):
Bagatellen für Klavier
Pensées sur un Prélude. Debussy Variationen für Orchester
Hebräische Balladen für Mezzosopran und Kammerensemble (Klavier)
Violinkonzert
Symphonien 1 – 5
 

Foto: Ulrich Leyendecker (c) Heiner Altmeppen

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