Gerald Reschs neue Familien-Wanderoper für Wien
Die Idee einer interaktiven Wanderoper für Kinder, Eltern und alle Fans innovativer Formate nahm mit Gerald Reschs Entführung ins Zauberreich nach Mozarts Entführung aus dem Serail 2020 ihren Ausgang an der Wiener Staatsoper. Es folgte 2023 Das verfluchte Geisterschiff nach Wagners Der fliegende Holländer. Nun kommt am 10. Oktober Reschs Geheimmission Zauberflöte zur Uraufführung.
Als Spielstätte der beliebten Wanderopern von Gerald Resch (Komposition) und Nina Blum (Konzept und Regie) an der Wiener Staatsoper dienen, anstelle einer Bühne, ausgewählte Räume im ganzen Opernhaus, durch die sich Publikum und Ensemble bewegen und kleine Abenteuer erleben. Die Opernhandlungen werden gestrafft und mit neuem Inventar und teilweise auch zusätzlichem Personal ausgestattet. So werden die Spannung gesteigert und die Opernhandlungen einmal anders und auf jeden Fall kindgerechter erzählt als gewohnt.
Bei der Geheimmission Zauberflöte, die am 10. Oktober uraufgeführt wird und in dieser Saison bis ins neue Jahr in über zwei Dutzend Aufführungen zu besuchen ist, wird auch ein Vogel aus dem Käfig des Vogelfängers Papageno lebendig. Es wird Rätsel geben und „zauberhafte“ Instrumente. Wir haben mit der Regisseurin Nina Blum über die neue Oper gesprochen:
Nach der Entführung ins Zauberreich nun eine Geheimmission Zauberflöte. Wo liegen im neuen Stück die größten Unterschiede zu Ihrem Konzept von Mozarts Singspiel damals?
Nina Blum: Mozarts Zauberflöte ist unser Ausgangspunkt, aber wir erzählen sie aus einer neuen Perspektive. Neu ist unsere Erzählfigur, ein Vogel, der die Kinder durch die Geschichte begleitet. Pamina übernimmt eine viel aktivere Rolle und bittet Sarastro, selbst die Prüfungen ablegen zu dürfen, um den ewigen Mondstein für ihre Mutter zurückzugewinnen. Denn seit Sarastro den Mondstein gestohlen hat, ist die Königin verdammt im Dunkeln zu leben. Die Prüfungen werfen dabei die Frage auf: „Was sind wir bereit für die Erfüllung unserer Herzenswünsche zu tun?“
Die Dialoge der Figuren sind bestimmt alle neu getextet? Wie sind Sie dabei vorgegangen?
Ja, die Dialoge sind von der Librettistin Margit Mezgolich neu geschrieben, orientieren sich aber eng an den Figuren und Motiven von Mozart und Schikaneder. Uns war aber wichtig, eine Sprache zu finden, die für Kinder ansprechend und lebendig ist und eine spannende Geschichte erzählt. Die Geheimmission Zauberflöte ist eine Art „Wanderkrimi“ durch das Gebäude der Wiener Staatsoper. Auch die Figuren bekommen neue Facetten und eigene Herzenswünsche. Eine besondere Farbe erhält Papageno: Er wird bei uns ausschließlich von einem Akkordeon begleitet. Damit greifen wir seine volkstümliche Seite auf und erinnern an Schikaneders Theatertradition, in der Papageno als unmittelbare, komische Figur für das Vorstadtpublikum angelegt war.
Gibt es vielleicht sogar ganz andere Handlungsverläufe, die die Kinder überraschen werden? Können Sie davon vielleicht etwas verraten?
Ja, es gibt einige unerwartete Wendungen. Pamina nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und stellt sich den Prüfungen – allerdings auf eine Weise, die man aus Mozarts Zauberflöte so nicht kennt. Auch liegt die Lösung bei uns nicht in der Macht der Zauberinstrumente, sondern in der Kraft der Gemeinschaft. Unser Vogel begleitet die Kinder dabei durch die Geschichte und trägt selbst einen geheimen Herzenswunsch in sich. Was genau dahintersteckt, verraten wir natürlich noch nicht. Schließlich ist es eine Geheimmission.
Gerald Resch:
Geheimmission Zauberflöte (2026) 80 Min.
Wanderoper durch das Operngebäude für Kinder ab sechs Jahren
frei nach Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Margit Mezgolich frei nach Mozart/Schikaneder
UA: 10. Oktober 2026 Wiener Staatsoper
Dirigent: Stephen Hopkins
Konzept & Inszenierung: Nina Blum
Bühne & Raumkonzept: Marcus Ganser
Kostüme: Ágnes Hamvas
Choreographie: Kathleen Bauer
Auftragswerk der Wiener Staatsoper
in Zusammenarbeit mit IKO (Verein Innovative Kinderoper)
> zur Website des Veranstalters
Abb.: Papagena und Schlange, Kostümentwurf von Ágnes Hamvas (c) Wiener Staatsoper