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Mit seinem neuen Orchesterwerk Pas de deux, entstanden für das Kammerorchester Basel, spürt Mike Svoboda ein weiteres Mal der formenden Kraft des Rhythmus nach. Der Zürcher Uraufführung unter Leitung des Komponisten am 9. März folgt Ende des Monats die belgische Premiere auf Station in Liège.

Mike Svobodas neues Orchesterwerk steht in Beziehung zur jüngsten Oper des Komponisten, Adam und Eva, die im Mai 2025 bei den Schwetzinger Festspielen aus der Taufe gehoben wurde und Ende letzten Jahres eine weitere Aufführungsserie am Landestheater Linz erlebte. In ihr werden, auf Grundlage der gleichnamigen Komödie von Peter Hacks, fundamentale Gegensätze ausgehandelt: Frau und Mann, Gut und Böse, Transzendenz und moderner Alltag. Solcher Widerstreit ist auch musikalisch dankbar. Kein Wunder also, dass er Svoboda bei der Realisierung eines Kompositionsauftrages für das Kammerorchester Basel weiter beschäftigte – bis hin zu einer orchestralen Paraphrase der Schlussszene aus Adam und Eva als Kulminationspunkt, einer „Proklamation individueller Freiheit, Verantwortung und Kreativität“, so der Komponist.

Dem 12-minütigen Werk, besetzt für ein kleines Orchester mit doppelten Bläsern, Schlagzeug und elektronischer Verstärkung, gab Svoboda den Titel Pas de deux. Mag man dabei spontan an das romantisch-harmonische Schweben eines klassischen Ballett-Paars über die Bühne denken, wird man schnell eines Besseren belehrt durch einen Puls von 288 beats per minute. Und wenn man liest, dass der Arbeitstitel der Komposition ursprünglich „Evas and Adam’s dance fight“ lautete, ist klar, dass der antagonistische Aspekt des Paartanzes betont wird. „Das Stück zeichnet soziale Interaktion in ihrer grundlegendsten und zugleich freudvollsten Form nach: als Tanz, wie er in allen Kulturen der Welt gefeiert wird“, erklärt Mike Svoboda und beschreibt seine Partitur als „Wechselspiel zweier Kräfte: Adam und Eva, du und ich, sie und wir – ein Hin und Her, ein Schwanken und Drehen, ein Schieben und Ziehen“. Formal werden aus der klassisch vierteiligen Ballettform des Pas de deux die Abschnitte Entrée, Adagio, Variationen und Coda abgeleitet. Zentrale Funktionen im musikalischen Geschehen erfüllen ein verstärkter, in der Mitte des Orchesters platzierter Kontrabass als Impulsgeber sowie je eine Violine und ein Cello als tanzende Solist*innen.

Das Kammerorchester Basel wird bei der ersten Aufführungsserie von insgesamt vier Konzerten vom Komponisten selbst dirigiert. Mit von der Partie bei dem Programm, das weitere Werke tänzerischen Charakters umfasst, ist die Geigensolistin Bomsori Kim.

Mike Svoboda:
Pas de deux
für Orchester (2025) 12 Min.
UA: 09.03.2026 Tonhalle, Zürich
Kammerorchester Basel / Mike Svoboda
11.03.2026 La Poste, Visp
13.03.2026 Don Bosco, Basel
Education-Projekt: 25. & 26.03.2026 Don Bosco, Basel
belgische EA: 27.03.2026 Salle Philharmonique, Liège
> zum Kammerorchester Basel

Eine weiteres Highlight steht für Mike Svoboda im Sommer 2026 bevor, wenn das SWR Vokalensemble unter der Leitung von Benjamin Goodson und zusammen mit dem Ensemble Ascolta sein neues Chorstück Moon Child zur Uraufführung bringt. Das Grundkonzept des im Auftrag des Südwestrundfunk enstandenen Werks wurde davon bestimmt, dass es in einem Programm mit Kurt Weills Berliner Requiem erklingen sollte: Während Weills Werk den Männerchor ins Zentrum stellt und den Blick auf Zerstörung und Tod richtet, wendet Moon Child mit Frauenchor sich Erneuerung und Geburt zu. Der Premiere im Rahmen der Schulchortage Baden-Württemberg folgen vier weitere Aufführungen im süddeutschen Raum.

Mike Svoboda:
Moon Child
für Frauenchor, Kinderchor ad lib. und Ensemble (2025) 16 Min.
Text von Anne-May Krüger
UA: 03.07.2026 Heilig-Kreuz-Münster, Schwäbisch Gmünd
SWR Vokalensemble / Ensemble Ascolta / Benjamin Goodson
 

Foto: Mike Svoboda (© Michael Fritschi)

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