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Wir begrüßen die kanadische Komponistin als Autorin unseres Verlags. Ab sofort vertritt Boosey & Hawkes das gesamte Werk Sokolovics, deren dezidiert moderne Musiksprache mit traditionellen südosteuropäischen Elementen durchsetzt ist. Darunter fallen auch die vier preisgekrönten, in Konzeption und Besetzung außergewöhnlichen Kammeropern der Künstlerin.

Ana Sokolovic stammt aus Belgrad und begann ihre Laufbahn als klassische Balletttänzerin, ehe sie Kompositionsstudien bei Dušan Radic und Zoran Eric aufnahm. Nach ihrer Auswanderung aus dem in den 1990er-Jahren vom Bürgerkrieg erschütterten Serbien nach Québec schloss sie ihre Ausbildung bei José Evangelista an der Universität von Montréal ab, wo sie heute selbst unterrichtet. Bald eroberte sie mit Kompositionen für Orchester, verschiedene Kammermusikbesetzungen sowie Gesang die Konzertpodien – zunächst in ihrer neuen Heimat. Zahlreiche Ehrungen seither belegen ihre herausragende Stellung im kanadischen Musikleben, so der National Arts Centre Award 2009, der einen Kompositionsauftrag, Residenzen und eine Lehrtätigkeit über die Dauer von fünf Jahren umfasste, ebenso ein Schwerpunktprogramm der Socié­té de musique contemporaine du Québec 2011–12 mit über 200 Events landesweit. 2019 erhielt ihr Werk Golden Slumbers Kiss Your Eyes für Countertenor, Chor und Orchester den (gern als kanadischen GRAMMY bezeichneten) Juno Award als beste Klassikkomposition des Jahres.

Auch international erregt Sokolovics Musik zunehmend Aufmerksamkeit, mit Aufführungen bei Festivals unter anderem in Paris (Présences), Reykjavík (Nordic Music Days), Venedig (Biennale), Zagreb (Biennale), Amsterdam (Holland Festival), München (aDevantgarde), Mexico und Perm. Viele renommierte Interpreten mit Bindungen zu Kanada wie etwa Marc-André Hamelin, Matt Haimovitz, Barbara Hannigan, Charles Dutoit, Kent Nagano, Alexander Shelley oder Johannes Debus haben Sokolovics Werke interpretiert.

Ihr erstes Bühnenwerk, die Kammeroper The Midnight Court (Toronto 2005), gastierte am Londoner Royal Opera House. Das Folgewerk Svadba war nach der kanadischen Uraufführung 2011 auch in Luxemburg, Aix-en-Provence sowie mehreren Orten in den USA zu sehen. Diese A-cappella-Oper für sechs Frauenstimmen schildert den Abend vor einer Hochzeit, an dem die Braut und ihre Freundinnen zusammenkommen – ein Moment, in dem sich heutiges Leben und archaische Riten eigentümlich durchdringen. Le Monde ging so weit, von einem „Sacre du printemps en miniature“ zu sprechen, in dem „die Musik eine universelle Lautschrift des menschlichen Herzens zu erfinden scheint“; die volkstümlichen serbischen Texte, die dem Werk zugrunde liegen, tragen dazu das ihre bei, indem die „Worte und die Klänge auf intime Weise miteinander verschmelzen“. Svadba erlebte die Deutsche Erstaufführung 2018 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

(Kammer-)Opern von Ana Sokolovic bei Boosey & Hawkes:
dawn always begins in the bones für Stimmen und Klavier
Svadba - Wedding für sechs Frauenstimmen a capella
Love songs für Frauenstimme solo (oder mit Saxophon)
The Midnight Court Kammeroper für Stimmen und kleines Ensemble

„Folklore imaginaire“ – dieser Titel einer ihrer CD-Einspielungen kann über dem gesamten Schaffen von Ana Sokolovic stehen. Die tradionelle südosteuropäische Musik mit ihrer irregulären Rhythmik und ihrem rauen Zauber klingt bei ihr nach, wiedererkennbar und doch verfremdet, gefiltert durch moderne Spieltechniken sowie neu erdachte Klang- und Formkonzepte. Der ‚Balkanbezug‘ ist mal affirmativ wie im Violinkonzert Chant (2002), das an Bartók gemahnt, mal kindlich-augenzwinkernd wie im 2013 unter Ainars Rubikis uraufgeführten Orchesterstück Ringelspiel. Dass diese Stilistik besonders den Möglichkeiten der Streichinstrumente entgegenkommt, zeigt das Album „Short Stories“ des Quatour Bozzini beim Label Collection QB – eine von vielen Einspielungen von Sokolovics Schaffen.

Gegenwärtig arbeitet die Komponistin an einem Auftragswerk für die Canadian Opera Company, das wichtigste Musiktheater des Landes, zur Aufführung geplant 2022; das Libretto von Paul Bentley fußt auf dem Gedicht The Old Fools des Briten Philip Larkin, einer schonungslosen Beschreibung von Demenz und körperlichem Verfall, die gleichwohl durch Erinnerungsmomente an Freude, Freundschaft und Liebe erhellt wird.

Zur Vertragsunterzeichnung sagte Sokolovic: „Ich freue mich, ein Mitglied der ‚Boosey & Hawkes-Familie‘ zu werden. Sicherlich ist es toll, vielfältige Unterstützung zu bekommen, um mehr Raum für das eigentliche Komponieren zu haben. Aber es sind vor allem die wunderbaren Komponist*innen bei Boosey & Hawkes — früher wie heute meine Vorbilder — in deren Nähe zu arbeiten, für mich stets ein Traum war."

Video: “Introducing Ana Sokolovic”
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Werkverzeichnis und weitere Informationen
Webseite der Künstlerin

Photo: © André Parmentier

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