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Von Salzburg bis London, von Montepulciano bis Amsterdam: Der Festivalsommer 2026 hat zahlreiche Ur- und Erstaufführungen aus unserem Hause im Gepäck – darunter neue Werke von Brett Dean, Aziza Sadikova, Detlev Glanert, Jan Müller-Wieland und Moritz Eggert.

Auch während der Sommerpause ist Musik aus unseren Katalogen auf den Programmen der großen europäischen Festivals vertreten. Ob Ur- oder Erstaufführungen, Jubiläumsprojekte oder prominente Interpret*innen: Im Mittelpunkt stehen neue Werke ebenso wie programmatische Wiederentdeckungen und neue Perspektiven auf das Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts.

Ende Juni laden die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch zu ihrer 17. Ausgabe in die Sächsische Schweiz (25.–28. Juni). Auch in diesem Sommer fokussiert das Festival auf die Musik des russischen Komponisten und widmet sich in einer fein kuratierten Auswahl Schostakowitschs Schaffen. Im Abschlusskonzert dirigiert Ingo Metzmacher die deutsche Erstaufführung von Krzysztof Meyers Bearbeitung von Dmitri Schostakowitschs Violinsonate für Violine und Orchester. Solist ist Vadim Gluzman, begleitet von der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die späte Sonate zählt zu den eindringlichsten Kammermusikwerken Schostakowitschs und verbindet strenge formale Konzentration mit einer expressiven, von Bach und jüdischer Musik beeinflussten Klangsprache.

Die Salzburger Festspiele (17. Juli – 30. August) warten mit einer Neuinszenierung von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos auf (Premiere: 2. August). Regie im Haus für Mozart führt der mehrfach ausgezeichnete Berliner Theaterregisseur Ersan Mondtag; in der Titelrolle ist die Schwedin Christina Nilsson zu hören, Manfred Honeck leitet die Wiener Philharmoniker. Gleich zu Beginn des diesjährigen Festspielsommer ist Sebastian Schwabs Kinderoper HOLLE! zu erleben. Ab dem 17. Juli wird die fantasievolle musikalische Reise durch Wetterlagen und Klimakapriolen zwischen „Sonnenschein-Dur“ und „verhagelten Wut-Arien“ insgesamt fünf Mal im Studio des Schauspielhauses gezeigt.

Der von Hans Werner Henze ins Leben gerufene Cantiere Internationale d’Arte (17. Juli – 2. August) in Montepulciano feiert in diesem Sommer gleich doppelt: Das 1976 gegründete Festival feiert seinen 50. Geburtstag, während Henze in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Zahlreiche Kompositionsaufträge widmen sich daher dem Erbe Henzes in besonderem Maße. Am 17. Juli erklingt dort erstmals eine neue Fassung der Nachtstücke und Arien, eingerichtet von Detlev Glanert, der bei Henze in Köln studiert hat. Wenige Tage später, am 30. Juli, folgt mit Jan Müller-Wielands Ciao eine weitere Uraufführung: Das „Partisanenlied“ verarbeitet Fragmente von Bella Ciao und versteht sich zugleich als Hommage an Henzes Idee eines offenen, gemeinschaftlichen Musikfestivals in Montepulciano. Im gleichen Konzert wird Moritz Eggerts neue Komposition Marino per quintetto aus der Taufe gehoben, ein ebenfalls dem „Meister, Mentor und Freund“ (so Eggert) gewidmetes Stück.

Beim Carinthischen Sommer (2. Juli – 2. August) feiert Bernd Richard Deutschs Sheng-Konzert Phaenomena seine österreichische Erstaufführung (17. Juli). Das Werk verbindet die geisterhafte Klangwelt des jahrtausendealten chinesischen Instruments mit hochvirtuoser Orchestersprache und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Sheng-Solisten Wu Wei, der auch in Villach den Solo-Part übernehmen wird. Begleitet wird er vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Dirigentin Yi-Chen Lin. Nur wenige Tage (22. Juli) später folgt dort die Uraufführung von Aziza Sadikovas Labyrinthe du temps mit Hilary Hahn und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Leitung von Omer Meir Wellber, der zugleich als Akkordeon-Solist fungiert. Die Komposition begibt sich auf eine imaginäre Zeitreise zwischen barocker Klangwelt und zeitgenössischer Perspektive und wird anschließend auch beim Schleswig-Holstein Musik Festival (24. Juli), den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern (25. Juli) und den Ludwigsburger Schlossfestspielen (26. Juli) zu erleben sein.

Zu den Höhepunkten bei den BBC Proms zählt am 29. Juli die Uraufführung von Brett Deans neuem Werk The World’s Wife für Sopran und Orchester nach Texten von Carol Ann Duffy. Claire Booth interpretiert die rund 15-minütige Komposition gemeinsam mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Leitung von Ryan Wigglesworth in der Royal Albert Hall.

Weitere Erstaufführungen führen im August unter anderem nach Bregenz, wo Bernd Richard Deutschs Intensity seine österreichische Erstaufführung erlebt (10. August; Wiener Symphoniker, Petr Popelka), sowie nach Amsterdam, wo Aziza Sadikovas neues Orchesterwerk Tuba aeterna sonora im Concertgebouw uraufgeführt wird (4. August; L’Orchestre visionnaire, Dionysis Grammenos). Bereits im Juli (10. Juli) erklingt die schottische Erstaufführung der reduzierten Fassung von Iris ter Schiphorsts Gravitational Waves mit den National Youth Orchestras of Scotland unter Rebecca Miller in Perth, Schottland. Inspiriert von der Entdeckung kosmischer Gravitationswellen verbindet das Werk wissenschaftliche Visionen mit orchestraler Klangfantasie.
 

Foto: Adobe Stock Foto / KI

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