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Im Rahmen seines Spielzeitmottos „The Creation“ präsentiert das Boston Symphony Orchestra ein brandneues Schwesterwerk zu Haydns Schöpfung, komponiert von Osvaldo Golijov. Und der Chor des Bayerischen Rundfunks bringt zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester James MacMillans Christmas Oratorio von 2019 zur deutschen Erstaufführung.

In Fortsetzung seiner 2025/26 begonnenen Reihe „Faith in Our Time“ beschäftigt sich das Boston Symphony Orchestra auch aktuell mit Fragen nach Spiritualität und menschlicher Existenz. Im Mittelpunkt steht Creation, ein vom BSO in Auftrag gegebenes Begleitstück zu Haydns erhabenem Meister-Oratorium. Osvaldo Golijov, in Argentinien geboren und für seine stilübergreifenden Werke bekannt, antwortete in Zusammenarbeit mit einer Reihe prominenter Interpret*innen mit einem Werk zwischen Feier und Klage, das sich mit der Schönheit der Natur sowie mit der Fähigkeit des Menschen sowohl zu Grausamkeit als auch zu Zärtlichkeit auseinandersetzt und mit der von der Schöpfung verliehenen Fähigkeit, selbst schöpferisch tätig zu sein.

Golijovs Creation ist ein neuer großer Gattungsbeitrag, der an seine wirkmächtige Bach-Hommage La Pasión según San Marcos erinnert, 2000 für die Stuttgarter Bach-Akademie entstanden. Das Werk vereint musikalische Welten von Klassik über Jazz und brasilianische Percussion bis hin zu persischen Traditionen und elektronischen Klängen. Mit Librettist David Henry Hwang kreierte der Komponist schon seine vielgespielte Oper Ainadamar. Gesangstexte von Leah Hager Cohen sind mit Passagen von Dante, van Gogh sowie aus dem Buch Prediger und den Psalmen verbunden. Für die wichtige optische Komponente der aktuellen Uraufführung zeichnet die New Yorker Musikerin und bildende Künstlerin Alex Sopp verantwortlich, die für Creation Animationen schuf; am Produktionsdesign arbeitet außerdem Camilla Tassi verantwortlich mit.

Osvaldo Golijov:
Creation
Ein Oratorium (2019) 105 Min.
Buch von David Henry Hwang, Gesangstexte von Leah Hager Cohen (engl.)
UA: 12.11.2026 Symphony Hall, Boston, MA
Cécile McLorin Salvant, Vokalistin / Davóne Tines, Bassbariton / Cyro Baptista, Schlagzeug / Kayhan Kalhor, Kamantsche / Tanglewood Festival Chorus / BSO x NEC Honors Children’s Choir / Boston Symphony Orchestra / Eric Jacobsen
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Mit etlichen gewichtigen Werken hat auch James MacMillan im Laufe der letzten Jahrzehnte die Gattung des Oratoriums bereichert und modernisiert. Mit seinem Christmas Oratorio legte er 2019 seine bislang umfangreichste Auseinandersetzung mit dem Thema von Jesu Geburt vor. Das 100-minütige Werk, das seit seiner (COVID-bedingt verspäteten) Uraufführung im Jahr 2021 als magnum opus im Schaffen des Komponisten gepriesen wird, vereint Liturgie und spirituelle Dichtung mit kraftvollem Chorsatz und der für den Komponisten typischen reichen, ebenso modernen wie zugänglichen Orchestrierung. Es wurde vom BBC Music Magazine als „eines der besten Stücke, die MacMillan je geschrieben hat … eine berauschende Mischung aus Staunen, Ehrfurcht und tiefem Geheimnis“ beschrieben. Die Times befand, dass „dies selbst nach MacMillans Maßstäben atemberaubende Musik ist: überaus üppig und lyrisch, oft traditionell in Tonalität verankert und doch durchdrungen von originellen instrumentalen und vokalen Ideen“.

Sir Mark Elder, der 2021 schon die auf CD erschienene britische Erstaufführung leitete, dirigiert MacMillans Christmas Oratorio wieder am 14. November beim Hallé in Manchester, und am 26. November steht der Komponist selbst am Pult des Melbourne Symphony Orchestra, einem der Co-Auftraggeber des Werks. Die Deutschland-Premiere ist dann Ende des Monats in München zu erleben:

James MacMillan:
Christmas Oratorio
für Sopran, Bariton, Chor und Orchester (2019) 105 Min.
Texte aus der Bibel (engl.), liturgisch (lat.), volkstümlich (schott.-gälisch) sowie von Southwell, Donne und Milton (engl.)
DEA: 29.11.2026 Prinzregententheater, München
Brenda Rae, Sopran / Theodore Platt, Bariton / Chor des Bayerischen Rundfunks / Münchner Rundfunkorchester / Carlo Rizzi
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Abb. zu Creation von Alex Sopp – Bilder und Animationen der Künstlerin wurden vom Prior Performing Arts Center, Massachusetts, zur Unterstützung von Osvaldo Golijov als „Prior Composer-In-Residence“ in Auftrag gegeben.
 

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