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Mit zwei neuen Werken, geschrieben für prominente Solisten, treten Anfang des Monats Olga Neuwirth und Ondrej Adámek an die Öffentlichkeit. Während Neuwirth in Zones of Blue der vom Orchester begleiteten Soloklarinette eher rhapsodische Klänge widmet, stellt Adámeks Violinkonzert Thin Ice den Gattungsaspekt des Widerstreits in den Mittelpunkt.

Nur fünf Tage, nachdem ihre neue Oper Monster’s Paradise an der Hamburgischen Staatsoper das Licht der Welt erblickt, wird Olga Neuwirths neue Rhapsodie für Klarinette und Orchester, Zones of Blue, am 6. Februar in der Isarphilharmonie in München uraufgeführt. Das knapp 20-minütige Werk wurde für den Solisten Jörg Widmann geschrieben. Bei der Premiere im Rahmen von musica viva, gekoppelt mit Hans Werner Henzes Floß der Medusa, dirigiert Sir Simon Rattle das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Weitere Aufführungen mit Widmann folgen Ende Februar mit dem Orquestra Simfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya, im Mai mit dem Cleveland Orchestra und im August beim Grafenegg Festival. Das Philharmonische Orchester Stockholm hat das Werk für eine spätere Spielzeit auf dem Programm.

Das „Blau“ im Werktitel bezieht sich auf ein Gedicht von Tennessee Williams, Blue Song, das die Komponistin in ihrer Partitur zitiert. Als Student an der Washington University schrieb Williams den Text 1937 mit Bleistift auf die Rückseite eines Prüfungshefts für seinen Griechischkurs (den er nicht bestand). Es mündet in die Worte: „I am tired of speech and of action. In the heart of me you will find a tiny handful of dust. Take it and blow it out upon the wind. Let the wind have it and it will find its way home.“ (Ich bin müde vom Reden und Handeln. In meinem Herzen findest du eine winzige Handvoll Staub. Nimm ihn und blase ihn in den Wind. Überlass ihn dem Wind, und er wird seinen Weg nach Hause finden.)

Olga Neuwirth:
Zones of Blue (2024) ca. 19 Min.
Rhapsodie für Klarinette und Orchester
Uraufführung: 06.02.2026 Isarphilharmonie, München
Jörg Widmann / Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Sir Simon Rattle
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Christian Tetzlaff ist Solist in Ondrej Adámeks zweitem Violinkonzert Thin Ice, das am 8. Februar in Paris uraufgeführt wird. Weitere Aufführungen sind geplant in Winterthur und Prag sowie mit dem London Symphony Orchestra. Adámeks bemerkenswertes erstes Violinkonzert Follow Me (2017) wurde von der Solistin Isabelle Faust aufgeführt und erhielt international viel Lob für seine spielerische Kreativität, klangliche Originalität und dramatische Wirkung. Thin Ice nun ist eines von zwei gewichtigen Werken Adámeks, die beim diesjährigen Pariser Festival Présences präsentiert werden. Die Uraufführung im Maison de la Radio et de la Musique wird vom Orchestre National de France unter der Leitung von Cristian Macelaru begleitet.

Der Komponist beschreibt Thin Ice als „aufgebaut auf dem Kontrast zwischen roher Energie und der Stimme der Reue, des Gewissens oder des Schicksals“. Das Werk besteht aus vier Sätzen. Im ersten dominieren Verspieltheit, Vitalität, Dynamik, doch macht sich unter der Oberfläche allmählich ein warnender Ton breit, der schließlich in einen chaotischen Absturz führt. Der zweite Satz gleicht einem dunklen Raum, das Solo wird unterworfen, erstickt. Der dritte Satz versucht eine Revolte in einem geflüsterten Tanz, doch bleibt das Erlangen von Freiheit illusorisch. Im letzten Satz kehrt der Überschwang zurück, diesmal fast gewaltsam: Beschleunigung und Wiederholung steigern sich zu einem physischen Kampf. „Zwei Kräfte, die nicht miteinander vereinbar sind, ringen auf dünnem Eis“, so Adámek.

Ondrej Adámek:
Thin Ice (2025) ca. 20 Min.
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2
Uraufführung: 08.02.2026 Maison de la Radio et de la Musique, Paris
Christian Tetzlaff / Orchestre National de France / Cristian Macelaru
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Fotos: (c) Rui Camilo / Villa Massimo, Alberto Novelli

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