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Die österreichische Komponistin hat den Grawemeyer Award for Music Composition 2022 der Universität von Louisville, Kentucky, für Orlando gewonnen, ihre Oper über Genderidentität nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf.

Orlando handlelt von einem Dichter, der sein Geschlecht wechselt und dessen/deren Abenteuer sich durch mehr als drei Jahrhunderte erstrecken. Neiwirths Oper ist ein unkonventionelles Werk, das eine breite Palette an Musikstilen von Balladen der Tudor-Zeit bis hin zu modernen elektronischen Klangschichtungen umfasst. Sie wurde von der Wiener Staatsoper in Auftrag gegeben und 2019 dort uraufgeführt.

Neuwirth wurde für das dreistündige Stück durch Orlando: A Biography inspiriert, Woolfs 1928 erschienenen fiktiven Bericht über einen jungen Dichter im England des 16. Jahrhunderts, der im Alter von 30 Jahren auf mysteriöse Weise zur Frau wird und bis ins frühe 20. Jahrhundert lebt. Das Buch, das zeigt, wie variabel unter verschiedenen Umständen das Geschlecht sein kann, gilt als feministischer Klassiker und wurde von Forschenden mit Frauen-, Geschlechter- und Transgender-Schwerpunkt eingehenden Studien unterzogen.

Sie wollte „die wunderbare Vielfalt des Lebens“ widerspiegeln und „eine kultivierte, höchst raffinierte Form von sexueller Anziehung“ aufzeigen, „gegen das Einzwängen in die Laufrichtung eines einzigen Geschlechts“, so Neuwirth. Außerdem weigere sich die Hauptfigur, sich „bevormunden und herablassend behandeln zu lassen, was Frauen immer wieder geschieht und geschehen wird.“

Neuwirth studierte Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und am San Francisco Conservatory of Music sowie Malerei und Film am San Francisco Art Institute. Sie lebt und lehrt in Wien.

Anfang dieses Jahres erhielt sie den Wolf-Preis für Musik, eine renommierte internationale Auszeichnung, die in Israel verliehen wird und 2021 zugleich an Stevie Wonder ging.

Orlando ist ein kolossales, äußerst anspruchsvolles Werk“, sagte Marc Satterwhite, Leiter des Grawemeyer-Musikpreises. „Das Libretto und die facettenreiche Partitur hinterfragen unsere vorgefassten Meinungen über Gender und Geschlechterrollen und stellen unsere Vorstellung davon, was Oper ist und was nicht, auf den Prüfstand. Es erscheint auch als angemessen, dass die erste von einer Frau komponierte Oper, die an der Wiener Staatsoper aufgeführt wurde, einem Ort, der lange Zeit als Bastion der Tradition galt, sich dieser Themen annimmt.“

Olga Neuwirths kompositorisches Schaffen wird vom Musikverlag Boosey & Hawkes betreut. Bis 2000 und zwischen 2009 und 2021 entstandene Werke sind bei Ricordi Berlin verlegt, der deutschen Vertretung des italienischen Musikverlags Casa Ricordi. Hierzu gehört auch die nun prämierte Oper Orlando.

Die Trägerinnen und Träger aller Grawemeyer Awards 2022 werden in dieser Woche benannt, sobald die formelle Genehmigung durch das Kuratorium der Universität erfolgt ist. Mit den jährlich verliehenen, mit 100.000 Dollar dotierten Preise werden auch bahnbrechende Konzepte in den Bereichen Weltordnung, Psychologie, Bildung und Religion gewürdigt. Die Ausgezeichneten werden im April nach Louisville kommen, um die Preise entgegenzunehmen und öffentliche Vorträge über ihre ausgezeichneten Konzepte zu halten.

> Die orignale Pressemeldung der Universität Louisville lesen (engl.)

> Olga Neuwirth bei Boosey & Hawkes
 

Photo: Olga Neuwirth (© Priska Ketterer)

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